ChatGPT-Werbung: OpenAI führt erfolgsorientiertes CPA-Modell ein
28.05.2026 - 20:50:48 | boerse-global.deChatGPT-Ads werden ab sofort nach tatsächlichen Nutzeraktionen abgerechnet.
OpenAI hat am heutigen Donnerstag ein neues Werbemodell für seine ChatGPT-Plattform aktiviert. Statt wie bisher pro Klick oder tausend Einblendungen zu zahlen, können Werbekunden künftig nur dann zur Kasse gebeten werden, wenn Nutzer eine bestimmte Aktion ausführen – etwa einen Kauf abschließen oder auf einen Link klicken.
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Wie das neue Modell funktioniert
Asad Awan, Leiter der Monetarisierung bei OpenAI, bestätigte, dass die Plattform nun Gebote auf konkrete Konversionen ermöglicht. Wer die neue Option nutzen will, muss einen sogenannten Conversion-Tracking-Pixel auf seiner Website einbinden. Das System folgt damit dem gleichen Prinzip, das Werbetreibende von Plattformen wie Google Ads oder Meta gewohnt sind.
Die Einführung des CPA-Modells (Cost per Action) erfolgt einen Tag nach der Veröffentlichung der OpenAI Ads API, die Entwicklern den programmatischen Zugriff auf Werbeanzeigen in ChatGPT ermöglicht.
Expansion nach Großbritannien
Parallel zum neuen Abrechnungsmodell kündigte OpenAI an, seinen Werbe-Pilot auf das Vereinigte Königreich auszuweiten. Nach ersten Tests in Kanada, Australien und Neuseeland ist Großbritannien der nächste Markt. Das Land ist der achtgrößte Markt für ChatGPT und macht 3,7 Prozent der weltweiten Zugriffe aus.
Rund 24 Millionen Briten nutzten im Januar KI-Tools, wobei 76 Prozent dieser Nutzungszeit auf ChatGPT entfielen. Für Werbekunden eröffnet sich damit ein Publikum mit hoher Affinität zur Plattform.
Erste Erfolge und Preisstruktur
In den ersten sechs Wochen nach dem Start des Werbeprogramms erzielte OpenAI einen annualisierten Werbeumsatz von über 100 Millionen US-Dollar – umgerechnet rund 93 Millionen Euro. Mehr als 600 Werbetreibende sind bereits aktiv.
Die Einstiegshürden bleiben hoch: In den USA liegt das Mindestbudget für Testkampagnen weiterhin bei 200.000 Dollar, auch wenn einige Einstiegsangebote auf 50.000 Dollar gesenkt wurden. Die Kosten pro Klick bewegen sich zwischen drei und fünf Dollar.
Finanzielle Herausforderungen und ehrgeizige Ziele
Der Schritt zum erfolgsbasierten Werbemodell ist vor dem Hintergrund massiver Verluste zu sehen. 2025 verbuchte OpenAI einen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar. Für 2026 rechnet das Unternehmen sogar mit einem Minus von 8,5 Milliarden Dollar.
Umso ambitionierter sind die Ziele: Bis 2030 will OpenAI jährlich 102 Milliarden Dollar mit Werbung umsetzen. Ein Börsengang noch in diesem Jahr gilt als wahrscheinlich.
Werbung bleibt selten – außer bei Kaufabsicht
Trotz der Expansion zeigt sich OpenAI bei der Ausspielung von Anzeigen noch zurückhaltend. Eine Analyse von Zehntausenden Nutzeranfragen im Mai 2026 ergab, dass Werbung nur bei ein bis zwei Prozent aller Interaktionen eingeblendet wird.
Deutlich anders sieht es aus, wenn Nutzer eine klare Kaufabsicht signalisieren. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit einer Werbeeinblendung auf 15 Prozent.
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Softwarebranche dominiert, Reisekonzerne folgen
Mit 34 Prozent stellen Softwareunternehmen die größte Werbekategorie. Dahinter folgen Kreativ- und Designtools mit 15 Prozent. Im Reisesektor wurden 31 verschiedene Werbetreibende identifiziert, darunter Hilton, Expedia und Airbnb.
Keine Chance auf Anzeigen in ChatGPT haben hingegen Gesundheits- und politische Werbung. OpenAI schließt beide Kategorien kategorisch aus.
Neue Partnerschaften und technische Infrastruktur
Erst gestern integrierten die brasilianischen Unternehmen Grupo OLX und Sem Parar ihre Dienste in ChatGPT. Nutzer können dort nun Fahrzeuge suchen oder aktuelle Kraftstoffpreise und Routen abrufen.
Für die bevorstehenden US-Wahlen hat OpenAI zudem eine Partnerschaft mit der Nachrichtenagentur Associated Press geschlossen. Ab Herbst 2026 sollen live Wahlergebnisse über ChatGPT abrufbar sein.
Mit inzwischen fast einer Milliarde wöchentlicher Nutzer arbeitet OpenAI auch am technischen Unterbau. Am Mittwoch führte das Unternehmen sichere Tunnel für private MCP-Server (Model Context Protocol) ein. Sie ermöglichen geschützte Verbindungen zwischen internen Unternehmensservern und ChatGPT.
CEO Sam Altman hatte zuvor angedeutet, dass für den langfristigen Infrastrukturausbau gewaltige Summen nötig sein könnten – Schätzungen zufolge bis zu 1,4 Billionen Dollar.
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