ChatGPT-Shopping: OpenAI startet weltweit virtuelle Anprobe und Favoriten
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 00:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Entwickler OpenAI erweitert seinen Chatbot ChatGPT weltweit um zwei neue Einkaufsfunktionen. Nutzer können ab sofort Kleidung und Accessoires virtuell anprobieren und gefundene Artikel über eine Favoriten-Funktion verwalten, wie mehrere Fachmedien am 1. Oktober 2026 berichteten. Mit diesem Schritt baut das Unternehmen die visuellen Fähigkeiten seiner Plattform im Bereich des digitalen Handels weiter aus.
Virtuelle Garderobe und persönliche Bibliothek
Die Anprobe-Funktion ermöglicht es Anwendern, ein Porträt- oder Ganzkörperfoto hochzuladen, um Kleidungsstücke digital an sich selbst zu visualisieren. Eine entsprechende Schaltfläche für die Anprobe erscheint direkt bei Produkteinträgen für Bekleidung und modisches Zubehör.
Alternativ kann auch der Screenshot eines Artikels als visuelle Grundlage dienen. Das hochgeladene Referenzbild wird für künftige Sitzungen gespeichert und lässt sich in den Einstellungen unter dem Bereich für Personalisierung und Referenzfotos jederzeit bearbeiten oder wieder entfernen.
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Ergänzend dazu führt OpenAI eine Favoriten-Funktion ein. Damit lassen sich entdeckte Produkte sowie die generierten Anprobe-Bilder direkt in der ChatGPT-Bibliothek ablegen und dort in individuellen Ordnern organisieren.
Zudem ist die KI in der Lage, auf Anfrage vollständige Outfits zusammenzustellen oder bestimmte Kleidungsstücke anhand von Fotos prominenter Persönlichkeiten im Netz zu identifizieren. Das System reagiert dabei ausschließlich auf direkte Eingaben: Einkaufsberatungen und Empfehlungen werden nicht unaufgefordert ausgespielt.
Bildmodell als Basis und technische Grenzen
Technologisch setzen die neuen Shopping-Werkzeuge auf dem Modell ChatGPT Images 2.5 auf. OpenAI hatte diese Modellversion am 8. September 2026 eingeführt und die Latenz bei der Bildgenerierung nach eigenen Angaben um bis zu 50 Prozent gegenüber der Vorgängerversion 2.0 verringert. Die Software bietet ein natürlicheres Licht, detailliertere Texturen und eine zuverlässigere Bildbearbeitung.
Gleichzeitig weist OpenAI darauf hin, dass die erzeugten Vorschauen weder eine verlässliche Passform noch exakte Größen garantieren. Genauigkeitsdaten oder standardisierte Testwerte für die Kleidungsvorschauen liegen von Seiten des Unternehmens nicht vor. Da es sich um generative Bildprozesse handelt, kann das System Stoffmuster fehlerhaft darstellen oder Körperproportionen verzerren.
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Fokus auf Inspiration statt Kaufabwicklung
Mit den Neuerungen setzt OpenAI primär auf die visuelle Entdeckung von Artikeln. Neue Partnerschaften mit bestimmten Händlern oder eine direkte Bezahlfunktion im Chat wurden im Zuge der Veröffentlichung nicht vorgestellt. Eine frühere Funktion für den direkten Sofortkauf verfehlte die Erwartungen, fand am Markt zu wenig Akzeptanz und wurde schließlich eingestellt.
Im Segment der KI-gestützten Modevisualisierung steht OpenAI in direkter Konkurrenz zu anderen Technologieanbietern. Google startete ein System zur virtuellen Anprobe bereits im Jahr 2025. Im selben Jahr führten auch die Suchmaschine Perplexity sowie der Onlinehändler ASOS gemeinsam mit AIUTA eigene Systeme für das digitale Anprobieren ein. OpenAI erreicht mit seinen neuen Funktionen eine breite Basis: ChatGPT zählt mittlerweile mehr als 1,2 Milliarden wöchentliche Nutzer.
