ChatGPT, Millionen

ChatGPT: 900 Millionen Nutzer, aber Rechenkosten explodieren

31.05.2026 - 00:29:47 | boerse-global.de

OpenAI verzeichnet 900 Millionen wöchentliche Nutzer, kämpft aber mit Milliardenausgaben für Rechenleistung. Der Börsengang im September 2026 rückt näher.

ChatGPT: 900 Millionen Nutzer, aber Rechenkosten explodieren - Foto: über boerse-global.de
ChatGPT: 900 Millionen Nutzer, aber Rechenkosten explodieren - Foto: über boerse-global.de

OpenAIs KI-Plattform wächst rasant, doch die Kosten explodieren. Der Börsengang im September soll Milliarden bringen.

OpenAI hat einen neuen Meilenstein erreicht: 900 Millionen wöchentliche Nutzer nutzen inzwischen ChatGPT. Das entspricht hochgerechnet rund 1,17 Billionen Anfragen pro Jahr. Besonders stark wächst der Dienst in Indien, das mit 13,2 Milliarden Prompts pro Monat den größten Markt stellt. Die USA folgen mit 11,9 Milliarden monatlichen Anfragen. In Großbritannien verzeichnet die Plattform rund 37,1 Millionen Besuche pro Monat, was etwa 2,44 Milliarden Prompts entspricht.

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Der Preis des Erfolgs: Milliarden für Rechenleistung

Die schiere Größe des Betriebs hat ihren Preis. Jede einzelne Anfrage verbraucht laut Analysen von BestBrokers rund 18,9 Watt. Weltweit summiert sich der Energiebedarf auf über 22 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Allein in Großbritannien benötigt der Dienst monatlich mehr als 46.000 Megawattstunden – das entspricht dem Jahresverbrauch einer Kleinstadt.

Die täglichen Stromkosten in den USA übersteigen acht Millionen Dollar. Intern rechnet OpenAI für 2026 mit Ausgaben von rund 50 Milliarden Dollar allein für Rechenleistung, wie Präsident Greg Brockman kürzlich vor Gericht offenlegte. Langfristig plant das Unternehmen Investitionen von über einer Billion Dollar in KI-Infrastruktur.

Börsengang im September: Bewertung von einer Billion Dollar?

OpenAI bereitet parallel den Gang an die Börse vor. Am 22. Mai reichte das Unternehmen vertraulich einen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Der IPO ist für September 2026 geplant. Branchenkenner halten eine Bewertung von einer Billion Dollar für möglich.

Im März 2026 erzielte OpenAI einen annualisierten Umsatz von 25 Milliarden Dollar. Die private Bewertung lag damals bei 852 Milliarden Dollar. Die Eigentümerstruktur ist komplex: Microsoft hält 27 Prozent, die OpenAI Foundation 26 Prozent, Mitarbeiter und private Investoren teilen sich die restlichen 47 Prozent. Um die Einnahmen zu diversifizieren, peilt das Unternehmen für 2026 zudem Werbeerlöse von 2,5 Milliarden Dollar an.

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Widerstand gegen KI-Infrastruktur wächst

Der Ausbau der Rechenzentren stößt zunehmend auf Probleme. Nvidia dominiert den Markt für KI-Chips mit einem Anteil von 81 Prozent und einer Marktkapitalisierung von über 5,5 Billionen Dollar. Doch die Projekte selbst stehen unter Druck.

Das Gemeinschaftsprojekt „Jupiter" in New Mexico, eine Kooperation von Oracle und OpenAI, soll eine Kapazität von 2,8 Gigawatt erreichen. Statt Gasturbinen setzt man auf Brennstoffzellen – eine Maßnahme, die den CO?-Ausstoß von 14 auf 10,1 Millionen Tonnen pro Jahr senken soll.

Doch die Bevölkerung ist skeptisch. Eine Gallup-Umfrage zeigt: 71 Prozent der Amerikaner lehnen KI-Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft ab. Seit 2024 haben Proteste bereits Projekte im Wert von rund 64 Milliarden Dollar verzögert oder gestoppt. In Utah wurde das Vorhaben „Project Stratos" – geplant mit 9 Gigawatt Leistung und einem täglichen Wasserbedarf von bis zu 270 Millionen Gallonen – nach lokalen Protesten zurückgefahren. Die erste Phase wurde auf 2.000 Acres und 1,5 Gigawatt reduziert, wie der Gouverneur bestätigte.

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