CEVA-Hack, Daten

CEVA-Hack: Daten von ING und Ajax kompromittiert

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hackerangriff auf CEVA Logistics legt Kundendaten offen. Bank- und Zahlungsinformationen blieben sicher, Behörden ermitteln.

CEVA Logistics Cyberangriff: ING, Ajax und weitere Kunden betroffen
Modernes Lagerhaus mit blauer Server-Rack-Beleuchtung, symbolisiert einen Cyberangriff auf die Logistikinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Hackerangriff auf den Logistikdienstleister CEVA Logistics hat Kundendaten mehrerer prominenter europäischer Unternehmen kompromittiert – darunter die niederländische Bank ING und der Fußballclub Ajax Amsterdam. Die Sicherheitslücke betrifft acht europäische Verteilzentren.

Was ist passiert?

Unbekannte Täter verschafften sich Zugang zu externen IT-Systemen des Logistikunternehmens. Der Einbruch wurde Anfang August entdeckt, öffentlich bekannt wurde der Vorfall am 7. und 8. August. Betroffen sind demnach acht europäische Distributionszentren von CEVA Logistics.

Nach ersten Erkenntnissen könnten Kundennamen, Kontaktdaten, Bestellinformationen sowie Sendungsverfolgungsdaten in die Hände der Angreifer gelangt sein. Auch Firmennamen und Umsatzsteuer-Identifikationsnummern sollen betroffen sein.

Entwarnung bei sensiblen Finanzdaten

Die betroffenen Unternehmen betonen übereinstimmend: Zahlungs- und Bankdaten sind sicher. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Kontonummern, Kreditkarteninformationen oder Zugangsdaten abgegriffen wurden. Auch der Brillenhändler Ace & Tate bestätigte, dass keine medizinischen Rezeptdaten Teil des Datenlecks waren.

Breite Auswirkungen auf Handel und Sport

Die Angriffe treffen Kunden aus unterschiedlichen Branchen. Die niederländischen Einzelhändler Bol und De Bijenkorf gehören zu den ersten bekannten Betroffenen. Während Bol versichert, dass die eigenen internen Systeme nicht kompromittiert wurden, meldet De Bijenkorf Verzögerungen bei der Verarbeitung und Zustellung von Bestellungen.

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Der Fußballclub Ajax Amsterdam bestätigte ebenfalls den Vorfall und warnte seine Fans vor möglichen Phishing-Versuchen. Für den Club ist es bereits der zweite Sicherheitsvorfall innerhalb kurzer Zeit – erst im März 2026 hatte es ein separates Datenleck gegeben. Bestellungen und Retouren über den offiziellen Fanshop könnten sich nun verzögern.

Die ING Bank beruhigt ihre Kunden: Weder Zugangsdaten noch Finanzinformationen seien kompromittiert worden.

Behörden eingeschaltet

Mehrere betroffene Unternehmen, darunter Ajax, Ace & Tate und Bol, haben formelle Anzeigen bei der niederländischen Datenschutzbehörde (Autoriteit Persoonsgegevens) eingereicht. Rechtsexperten warnen, dass die exponierte Kontaktinformationen das Risiko gezielter Phishing-Angriffe auf Kunden erhöhen könnte.

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Auch Mitarbeiter betroffen

CEVA Logistics hat zudem die eigenen Beschäftigten informiert. Demnach könnten auch personenbezogene Daten der Mitarbeiter – darunter Namen, Geburtsdaten und dienstliche Kontaktinformationen – betroffen sein. Bislang gibt es keine Belege, dass diese Daten veröffentlicht oder missbraucht wurden.

Dunkle Wolken über der Aufklärung

Ermittler und Branchenkenner rätseln derweil über die genaue Herkunft der Daten. Einige im Darknet aufgetauchte Datensätze könnten möglicherweise aus einem separaten Vorfall aus dem Jahr 2025 stammen und nicht mit dem aktuellen Angriff zusammenhängen. Die Untersuchungen zu dem Sicherheitsvorfall in den Verteilzentren dauern an.

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