CBD bei Schlaflosigkeit: Studie mit 30 Personen zeigt keinen Vorteil
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deAnhaltende psychische Belastung und wiederkehrende Gedankenschleifen belasten viele Menschen im Alltag. Experten und Ratgeber diskutieren vermehrt strukturierte Methoden zur Stressbewältigung, um Betroffenen Wege aus dem chronischen Gedankenkarussell aufzuzeigen. Neben verhaltensbezogenen Ansätzen steht dabei vor allem der gezielte Einsatz evidenzbasierter Heilpflanzen im Fokus.
Pflanzliche Unterstützung bei Unruhe und Stress
In der Phytotherapie gelten mehrere pflanzliche Wirkstoffe als Optionen zur Dämpfung von nervöser Anspannung. Die Passionsblume (Passiflora incarnata) weist entspannende, beruhigende, angstlösende und leicht krampflösende Eigenschaften auf. Sie wird von der Kommission E sowie der ESCOP bei nervösen Unruhezuständen geführt, während der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) eine positive Wirkung bei Stresssymptomen dokumentiert.
Ihre Wirkung beruht unter anderem auf Flavonoiden und entfaltet sich besonders gut in Kombination mit weiteren Heilpflanzen, etwa in Teemischungen mit Melisse, Herzgespann und Weißdorn. Während Herzgespann über Cholin und Alkaloide allgemein beruhigend wirkt, steuert Melisse durch ätherische Öle eine leichte Beruhigung bei.
Auch der Goldmohn (Eschscholzia californica) verfügt über beruhigende sowie krampflösende Merkmale. Das HMPC erkennt dessen Nutzen bei nervöser Unruhe, Anspannung und stressbedingten Schlafproblemen an. Von einer Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit wird Fachleuten zufolge jedoch abgeraten. Zur gezielten Adressierung wiederkehrender mentaler Muster findet zudem traditionell die Bachblüte White Chestnut Verwendung.
Aufgüsse aus Melisse (Melissa officinalis) und Zitronenverveine (Aloysia citrodora, auch als Cedrón bekannt) zielen ebenfalls auf die Schlafförderung ab. Melisse enthält Citral sowie Citronellal und wirkt über eine GABA-Modulation. Zitronenverveine enthält Verbascoside sowie Citral und wird traditionell bei nervösen Spannungen, Krämpfen und leichter Insomnie genutzt.
Für die Zubereitung wird oft ein Teelöffel getrockneter Blätter pro Tasse bei 80 bis 85 Grad Celsius für fünf bis sieben Minuten aufgebrüht. Bei Vorerkrankungen der Nieren, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Sedativa oder Antikoagulanzien ist bei Verveine Vorsicht geboten.
Klinische Studien zu Safran, Johanniskraut und Ashwagandha
Über die traditionelle Anwendung hinaus belegen klinische Untersuchungen Effekte weiterer Naturstoffe. Safran-Extrakte (Crocus sativus) führten in klinischen Studien zu einer Verbesserung depressiver Symptome, wobei eine randomisierte Untersuchung einen Nutzen für das psychische Wohlbefinden über drei Monate Supplementierung zeigte.
Forscher der Deakin-Universität in Australien stufen Safran als potenziell wirksame Behandlungsoption bei Depressions- und Angstsymptomen ein. Für Safran-Präparate wird ein Gehalt von mindestens 20 Prozent Crocin, 6 Prozent Picrocrocin und 0,3 Prozent Safronal genannt; während der Schwangerschaft sind Extrakte wegen möglicher Gebärmutterblutungen kontraindiziert.
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Ashwagandha zeigte in Studien stressreduzierende und schlaffördernde Effekte, birgt jedoch Risiken wie Schläfrigkeit, Magen-Darm-Beschwerden oder seltene Leberschäden.
Johanniskraut wiederum besitzt einen nachgewiesenen Nutzen bei leichten bis mittleren Depressionen, weist jedoch erhebliche Wechselwirkungen auf: Es mindert die Wirksamkeit hormonaler Kontrazeptiva und anderer Arzneimittel und kann in Kombination mit bestimmten Antidepressiva ein gefährliches Serotoninsyndrom auslösen.
Hinsichtlich Cannabidiol (CBD) fehlen für Entspannungs- und Schlafeffekte bislang ausreichende Belege. Eine placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2024 mit 30 Personen mit Schlaflosigkeit zeigte nach zwei Wochen keinen signifikanten Vorteil von CBD gegenüber einem Scheinpräparat.
Regulierung über Atemtechniken und Bewegung
Ergänzend zu pflanzlichen Präparaten empfehlen Fachleute verhaltensbezogene Interventionen. Neben dem Aufschreiben kreisender Gedanken und der Reduktion von Bildschirmzeit vor dem Schlafen gilt die gezielte Atemarbeit als wirksames Instrument.
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Langsame Atemtechniken mit weniger als zehn Atemzügen pro Minute aktivieren über eine verlängerte Ausatmung den Vagusnerv. Eine Studie aus dem Jahr 2022 belegte, dass die 4-7-8-Atemtechnik bei jungen Erwachsenen den Blutdruck senkte und die Herzratenvariabilität steigerte.
Eine randomisierte Untersuchung von Gerbarg aus dem Jahr 2015 zeigte zudem bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nach sechs Monaten langsamer Atmung signifikante Rückgänge von Angst, Stress und Entzündungsmarkern. Schnelle Atemtechniken bergen hingegen Risiken wie Schwindel oder Kopfschmerzen.
Körperliche Aktivität stellt eine weitere Säule dar: Eine Meta-Analyse im Fachjournal Menopause von Simone Saidel und ihrem Team ergab bei 1003 untersuchten Frauen, dass aerobes Ausdauertraining depressive Symptome stark senkte. Begleitende Programme wie Yoga verbesserten die Stressbewältigung deutlich, sodass der Anteil stressfreier Teilnehmerinnen um rund 35 Prozent anstieg.
