Burnout-Krise: 28 Prozent der Lehrer wollen Beruf verlassen
24.06.2026 - 23:33:04 | boerse-global.de
Damit sind sie die dritthäufigste Ursache für Arbeitsausfälle – und ein Milliardenproblem.
Besonders alarmierend: 42 Prozent aller Anträge auf Erwerbsminderungsrente gehen auf psychische Leiden zurück. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2024 und zeigen: Das Problem betrifft nicht nur Einzelschicksale, sondern die gesamte Wirtschaft.
Digitalisierung macht krank
Auf dem 11. Präventionsforum in Berlin diskutierten am Dienstag über 200 Fachleute über Lösungen. Im Fokus: die Schattenseite der Digitalisierung.
Dr. Stephan Fasshauer (DGUV) und Simone Borchardt (BVPG) warnten vor „Technostress“. Zwar biete die Technik Entlastung, doch sie erzeuge auch neuen Druck. Besonders kleine und mittlere Unternehmen hätten Nachholbedarf bei der Prävention.
Lehrer am Limit – Pflegekräfte flüchten
Das Deutsche Schulbarometer 2026 zeichnet ein düsteres Bild: 46 Prozent der Lehrer sehen das Schülerverhalten als größte Belastung. 28 Prozent würden den Beruf am liebsten aufgeben.
In NRW sind 7.800 Stellen unbesetzt. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit liegt bei 46 Stunden – 12 Prozent der Lehrkräfte arbeiten sogar über 60 Stunden.
„Die strukturellen Defizite sind seit Jahren bekannt, aber es passiert nichts“, kritisieren Gewerkschaftsvertreter.
Die Pflegebranche steht vor ähnlichen Problemen. Eine US-Studie vom 5. Juni beziffert die Fluktuationsrate bei Pflegekräften auf 28,7 Prozent pro Jahr. Unzufriedenheit erhöht die Wechselwahrscheinlichkeit um das Zweieinhalbfache.
Die Kosten für eine Ersatzfachkraft: 45.100 bis 67.500 US-Dollar.
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Reformen verschärfen die Krise
Auf der EXPO Living & Care in Berlin kritisierte Verdi die geplante Deckelung der Refinanzierung von Tarifsteigerungen. Kliniken müssten Tariferhöhungen künftig teilweise selbst tragen – Personalabbau sei die logische Folge.
KI als neuer Stressfaktor
Auch in den Führungsetagen wächst der Druck. Konzernchefs wie Leonhard Birnbaum (70-Stunden-Woche) setzen auf Disziplin. Hirnforscher Volker Busch betont: Resilienz ist trainierbar.
Doch Künstliche Intelligenz bringt eine neue Belastungsdimension. Eine US-Studie mit 136.000 Arbeitnehmern zeigt: Hohe KI-Exposition führt zu durchschnittlich 3,4 Stunden Mehrarbeit pro Woche.
Carolee Gearhart von Wellhub warnt vor dem „Workload Creep“: „Top-Performer tragen die Hauptlast der KI-Einführung. Sie sind besonders burnout-gefährdet.“
Paradox: Unternehmen mit KI-Einschränkungen verzeichnen oft eine schlechtere mentale Gesundheit der Belegschaft. In Singapur denken über 50 Prozent der Arbeitnehmer wegen psychischer Belastungen über einen Jobwechsel nach.
Jeder Euro bringt vierfache Rendite
42% der Erwerbsminderungsrenten gehen auf psychische Leiden zurück – ein Risiko, das Sie als HR-Verantwortlicher nicht ignorieren dürfen. Dieser Report zeigt, wie Sie mit gezielten Trainings die Resilienz Ihrer Teams stärken. Resilienz-Report jetzt sichern
Die WHO beziffert die globalen Kosten von Depressionen und Angstzuständen auf eine Billion US-Dollar pro Jahr. Die gute Nachricht: Jeder investierte Euro in psychische Gesundheit erwirtschaftet das Vierfache.
Arbeitgeberverbände fordern psychologische Sicherheit, flexible Modelle und mehr Unterstützungsprogramme. Die Frage ist nur: Hören die Unternehmen rechtzeitig zu?
