Burnout-Angst: Jeder Dritte will Beruf wegen KI aufgeben
25.06.2026 - 06:49:33 | boerse-global.de
Zwischen Burnout-Prävention und KI-Angst suchen Manager nach neuen Wegen, Mitarbeiter und sich selbst stabil zu halten.
Resilienz in der Chefetage
Führungskräfte großer Konzerne gehen unterschiedlich mit dem Druck um. Bettina Orlopp (Commerzbank), Leonhard Birnbaum (Eon) und Oliver Dörre (Hensoldt) setzen auf klare Strategien zur Stressbewältigung. Birnbaum betont: Eine 70-Stunden-Woche müsse nicht zwangsläufig krank machen – entscheidend seien konsequente Reflexionsphasen, etwa am Sonntagmorgen.
Christina Puello von Deutsche Dienstrad sieht in KI ein Entlastungswerkzeug. Hirnforscher Volker Busch bezeichnet Resilienz als trainierbare Fähigkeit. Sein Rezept für Manager: bewusster Wechsel zwischen Belastung und Erholung, um in einen Zustand der „Flow Performance“ zu gelangen.
Vom Druck zur Fürsorge
Unternehmen verändern ihre Kultur grundlegend. Oliver Herrmann, verantwortlich für Mitarbeiterwohl bei der Telekom, beschreibt Organisationen als „energetische Systeme“. Sein Modell: „Compassionate Leadership“ – Klarheit in der Sache, Empathie im Umgang.
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Ein Beispiel für neue Formate: eine digitale Kochshow mit 3.000 Teilnehmern, die interne Kommunikation stärken sollte. Doch nicht alle Initiativen sind unumstritten. Konzepte wie der „Faktor M“ zur psychischen Gesundheit von Männern stehen in der Kritik – Gegner werfen Initiator Markus Theunert mangelnde wissenschaftliche Fundierung vor.
Technostress und die Angst vor KI
Die Zahlen sind alarmierend. Auf dem 11. Präventionsforum im Juni 2026 wurde klar: Psychische Störungen verursachten 2024 bereits 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage. Mit 42 Prozent sind sie der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten.
Haupttreiber? Die Digitalisierung und der sogenannte „Technostress“. Eine Adaptavist-Studie unter 2.500 Fachkräften zeigt: Jeder Dritte erwägt den Berufsausstieg aus Angst vor KI. 41 Prozent befürchten, dass ihr Job in fünf Jahren überflüssig wird. Die Folge: Bei 37 Prozent sinkt die Motivation.
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Coaching gegen das Generationenproblem
Ältere Fachkräfte leiden besonders. Beschäftigte über 50 berichten von abnehmender Wertschätzung. Organisationspsychologe Christian Stamov Roßnagel von der Constructor University Bremen sieht die Ursache in Kommunikationsdefiziten zwischen den Generationen.
Coach Frank Leyhausen rät zu proaktivem Austausch. Offene Gespräche und Feedback seien essenziell, um Missverständnisse auszuräumen. Das Thema Einsamkeit am Arbeitsplatz gewinnt an Bedeutung. Eine Doctolib-Umfrage vom Juni 2026 ergab: 70 Prozent der Befragten fühlten sich im vergangenen Jahr einsam – bei über der Hälfte belastete das die Gesundheit.
Da digitale Kommunikation soziale Interaktionen nicht ersetzen kann, gewinnen persönliche Gesten und eine wertschätzende Führungskultur als Schutzfaktoren gegen Burnout und psychische Erschöpfung an Gewicht.
