BPI startet 2027: Internationale Überweisungen in Echtzeit für vier Millionen
07.06.2026 - 21:32:01 | boerse-global.de
Internationale Geldtransfers, Kryptowährungshandel und KI-Assistenten – die Finanzbranche bündelt ihre Dienste zunehmend in einer einzigen App. Banken in Asien, Europa und Nordamerika treiben die Integration voran, um den Kunden alles aus einer Hand zu bieten.
Schnelle Überweisungen in die ganze Welt
Die Philippine Islands Bank (BPI) will ab dem ersten Quartal 2027 internationale Überweisungen über ihre Mobile-App anbieten. In Kooperation mit Visa Direct sind dann nahezu sofortige Transfers nach Singapur und Großbritannien möglich. Überweisungen in die USA, nach Kanada und Australien sollen etwa einen Tag dauern. Rund vier Millionen aktive Nutzer können den Dienst nutzen, die Gebühren starten bei umgerechnet rund 4,60 Euro.
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GoTyme Bank setzt ebenfalls auf globale Reichweite. Über die Wise-Plattform ermöglicht die Bank Überweisungen in mehr als 170 Länder und acht Währungen, darunter US-Dollar, Euro und Pfund. Seit der Integration verzeichnet das Institut eine Nutzungssteigerung von 85 Prozent. Kunden profitieren von Wechselkursen zum Mittelkurs – ohne separates Fremdwährungskonto.
In Singapur hat DBS Remit sein Angebot erweitert: Nutzer können nun direkt Geld auf Weixin-Pay-Wallets (WeChat) überweisen. Seit Februar 2026 hat sich die Nutzerzahl vervierfacht, das Transaktionsvolumen verachtfacht. Der durchschnittliche Überweisungsbetrag liegt bei umgerechnet rund 540 Euro. Auch die Konkurrenz schläft nicht: OCBC hat bereits ähnliche Pläne angekündigt.
Krypto-Handel hält Einzug in traditionelle Banken
Die europäischen Banken entdecken die digitalen Assets. In Frankreich integrierte BPCE, die zweitgrößte Bankengruppe des Landes, Ende 2025 den Kryptohandel in ihre App. Millionen Kunden können nun Bitcoin, Ethereum, Solana und USDC handeln. Möglich macht dies die EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Werte (MiCA). Auch BBVA bietet Bitcoin- und Ether-Handel sowie Verwahrung für Privatkunden in Spanien an – nach erfolgreichen Tests in der Schweiz und der Türkei.
Ägypten geht einen anderen Weg: Die Investmentplattform Thndr erweitert ihr Angebot um provisionsfreie Investmentfonds und einen Sharia-konformen Goldfonds. Ein Immobilienfonds befindet sich in der Lizenzierungsphase. Zwei KI-Assistenten namens Bolt und Alpha sollen Anlegern helfen. Zudem arbeitet Thndr mit der Suez Canal Bank und Visa an einer eigenen Zahlungskarte.
Sparkassen stellen Sicherheits-App ein
Die digitale Infrastruktur wird vielerorts überarbeitet. Die Farmers State Bank ersetzte Sicherheitsfragen durch Einmalpasswörter. In Deutschland stellen die Sparkassen den S-ID-Check zum Jahresende 2026 ein. Neuanmeldungen sind bereits seit Mitte Januar nicht mehr möglich. Künftig läuft die Sicherheitsfreigabe zentral über die S-pushTAN-App.
Auch personell gibt es Veränderungen: Tranz Digital Bank berief Taylor Lewis zum 1. Juni 2026 zum neuen CEO. Der Fokus liegt auf grenzenlosem Banking, das Institut erwartet für das zweite Halbjahr 2026 ein Wachstum von rund sechs Prozent.
Hohe Kontoführungsgebühren belasten deutsche Kunden
Trotz der Digitalisierungswelle bleiben traditionelle Bankkosten ein Ärgernis. Eine Umfrage von Verivox und Innofact unter 1.003 Teilnehmern im April 2026 zeigt: 23 Prozent der deutschen Bankkunden zahlen mindestens 100 Euro pro Jahr für ihr Girokonto, fünf Prozent sogar mehr als 200 Euro. Besonders betroffen sind Sparkassenkunden – 34 Prozent von ihnen zahlen über 100 Euro jährlich. Verivox-Experten erklären die höheren Gebühren mit den dichten Filialnetzen. Nur 18 Prozent der Befragten haben ein kostenloses Konto.
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Sicherheitslücke bei Sparkasse beschäftigt Gerichte
Ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall sorgt weiter für Schlagzeilen. Ende 2025 wurden in einer Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer rund 3.100 Schließfächer aufgebrochen. Am 11. Juni 2026 beginnt vor dem Landgericht Essen der Zivilprozess. Die Kläger fordern Schadenersatz über die übliche Haftungsgrenze von 10.300 Euro hinaus. Die Sparkasse weist Vorwürfe fahrlässiger Sicherheitsmängel weiterhin zurück.
In Nordamerika sicherte sich Inter&Co eine Lizenz der Behörden in Florida für eine Filiale in Miami. Damit kann die Bank ihren 5,5 Millionen Kunden weltweit eigene Kredit- und Debitkarten anbieten – ohne Drittanbieter. Ziel sind niedrigere Kosten und eine optimierte Finanzierungsstruktur.
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