BPH-Therapie, Senioren

BPH-Therapie: 20% der Senioren haben keine Medikamentenvorräte

29.06.2026 - 01:39:12 | boerse-global.de

Medikamentöse Behandlung der Prostatavergrößerung steht vor Herausforderungen: Wirkstoffe, Abgrenzung zu Krebs und mangelnde Therapietreue bei Senioren.

BPH-Therapie: Wirkstoffe, Abgrenzung zu Krebs & Senioren-Defizite
BPH-Therapie - Nahaufnahme verschiedener pharmazeutischer Pillen und Kapseln, einige in Blisterpackungen, andere lose auf einer sterilen Oberfläche. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Behandlung setzt auf verschiedene Wirkstoffe – doch gerade bei älteren Patienten scheitert die Therapie oft an der Praxis.

Wirkstoffe: Was hilft gegen die vergrößerte Prostata?

In der medikamentösen Therapie der BPH kommen zwei Hauptklassen zum Einsatz. Alpha-Blocker wie Tamsulosin oder Silodosin entspannen die glatte Muskulatur in Prostata und Blasenausgang. Das verbessert den Harnfluss.

Silodosin wird meist mit 4 mg pro Kapsel dosiert, Tamsulosin als Retard-Tablette mit 0,4 mg – einmal täglich eingenommen.

Ein wachsender Trend sind Kombinationspräparate. Die Verbindung von Dutasterid (einem 5-Alpha-Reduktase-Hemmer) mit Tamsulosin bekämpft sowohl das hormonelle Prostatawachstum als auch die akuten Symptome. Aktuelle Marktübersichten von Ende Juni 2026 zeigen: Packungen mit 90 Hartkapseln kosten rund 27,50 Euro.

Vorsicht: BPH oder Krebs? Die richtige Abgrenzung

Die Symptome der BPH ähneln denen eines Prostatakarzinoms. Fachgesellschaften raten daher zur frühzeitigen Abklärung – per Tastbefund, PSA-Test, Ultraschall oder MRT.

Bei familiärer Vorbelastung oder genetischen Risiken wie dem BRCA2-Defekt empfehlen Ärzte die PSA-Testung bereits ab 40 Jahren. Während die BPH gutartig ist, erfordern bösartige Tumore je nach Stadium ganz andere Behandlungen.

Große Defizite: Wenn Senioren ihre Medikamente nicht managen

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Ein kritischer Punkt ist die Therapietreue – vor allem bei älteren Patienten. Eine Studie der Universität Duisburg-Essen untersuchte Menschen über 70 Jahren, die mindestens fünf verschiedene Medikamente nehmen. Die Ergebnisse sind alarmierend.

20 Prozent der Befragten hatten phasenweise keine Vorräte ihrer benötigten Arzneimittel. Etwa 20 Prozent berichteten von Problemen beim Öffnen der Verpackungen. Und rund 15 Prozent wussten den genauen Grund für ihre Medikamenteneinnahme nicht.

Die Zahlen zeigen: Neben der richtigen Wirkstoffwahl sind kognitive und feinmotorische Unterstützung entscheidend für den Therapieerfolg.

Neue Aufgaben für Apotheken: Impfen, Blut abnehmen, beraten

Das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz bringt Veränderungen. Künftig sollen Apotheken zusätzliche Leistungen anbieten: Impfungen mit Totimpfstoffen, venöse Blutentnahmen oder spezifische Präventionsangebote.

Die praktische Umsetzung hakt jedoch noch. Detailfragen zu Raumvorgaben und Schulungskonzepten sind offen. Branchenexperten erwarten konkrete Regelungen im Herbst.

Flexiblere Öffnungszeiten: Segen oder Risiko?

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Das Bundesgesundheitsministerium plant zudem eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten. Apotheken könnten ihre Dienstbereitschaft an Werktagen auf sechs Stunden reduzieren. Das würde bei breiter Umsetzung spürbare Personalkosten sparen.

Doch Kritiker warnen: In ländlichen Regionen könnte die Versorgungssicherheit leiden. Die genaue Ausgestaltung der Verordnungen wird daher entscheidend sein.

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