BOE scheitert bei iPhone 18 Pro: Technische Hürden zu hoch
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 10:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während das Unternehmen bei Premium-Displays für Apple technisch zurückliegt, treibt es den Einstieg ins KI-Geschäft massiv voran.
AMOLED-Produktion: Starke Stückzahlen, aber nur für ältere Modelle
BOE hat seine Lieferungen von AMOLED-Displays für Mobilgeräte deutlich gesteigert. Im Jahr 2025 lieferte das Unternehmen rund 35 Millionen Panels für verschiedene iPhone-Modelle. Dieser Trend setzt sich 2026 fort: Die Fabrik B11 im chinesischen Mianyang erreicht eine Auslastung von 73 Prozent.
Die Anlage hat eine monatliche Kapazität von 45.000 Substraten der sechsten Generation – das entspricht etwa 86 Millionen Panels pro Jahr. BOE beliefert aktuell eine breite Palette von Apple-Geräten, darunter die iPhone-12- bis iPhone-16-Serien, das iPhone 16e und das kommende iPhone 17e. Allerdings beschränkt sich die Rolle des Konzerns auf Standard- und Vorgängermodelle. Die begehrten Premium-Aufträge bleiben außer Reichweite.
Aus für BOE beim iPhone 18 Pro: Technische Hürden zu hoch
Die entscheidende Hürde: die Produktion von LTPO+-Panels (Low-Temperature Polycrystalline Oxide). Apple fordert für seine Flaggschiff-Komponenten eine Ausbeute von mindestens 85 Prozent. BOE erreicht nach Branchenangaben derzeit nur 65 bis 70 Prozent.
Die Folge: Für die iPhone-18-Pro-Serie ist BOE nicht dabei. Samsung Display und LG Display teilen sich die Aufträge für die Premium-Displays mit 64 zu 36 Prozent. BOE muss sich für den Rest des Jahres 2026 auf die Lieferung von rund 35 Millionen Einheiten für ältere Modelle beschränken.
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Explodierende Kosten setzen die Branche unter Druck
Die gesamte Mobilfunkbranche leidet unter massiv gestiegenen Komponentenpreisen. Besonders Speicherchips verteuern sich drastisch. Ein 12-Gigabyte-LPDDR5X-DRAM-Modul kostet inzwischen knapp 145 Euro – dreimal so viel wie noch im ersten Quartal 2025.
Diese Entwicklung hat Folgen: Apple hat die Produktion des Basis-iPhone 17 um etwa ein Drittel zurückgefahren. Für die im September 2026 erwartete iPhone-18-Serie zeichnet sich ab, dass die Hersteller vor allem die margenstarken Pro-Modelle priorisieren. Standardversionen könnten später erscheinen oder in geringeren Stückzahlen produziert werden.
Strategischer Wandel: BOE setzt auf KI und neue Technologien
Der Konzern reagiert auf die zyklischen Schwankungen des Display-Marktes mit einem grundlegenden Kurswechsel. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 40 Milliarden Euro treibt BOE den Einstieg in neue Geschäftsfelder voran.
Ein Meilenstein: die Partnerschaft mit Corning vom Mai 2026. Gemeinsam arbeiten die Unternehmen an Glas-basierten Verpackungslösungen und optischen Verbindungen für KI-Rechenzentren. Parallel dazu bereitet BOE die Massenproduktion der ersten 8,6-Generation-AMOLED-Linie Chinas vor – ein Technologie-Sprung, der vor allem für größere Displays relevant ist.
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Perowskit-Solarzellen und Glas-Substrate: Die Zukunft jenseits von Displays
BOE diversifiziert zudem in die Energie- und Hochleistungsrechner-Branche. Das Unternehmen entwickelt Glas-Verpackungssubstrate und Perowskit-Solarzellen. Letztere haben im Labor bereits Weltrekord-Wirkungsgrade erzielt.
Das Ziel ist klar: BOE will sich vom reinen Display-Hersteller zum systemrelevanten Zulieferer für die globale KI-Infrastruktur wandeln. Ob dieser Spagat gelingt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Fest steht: Der chinesische Konzern denkt langfristig – und setzt nicht alles auf eine Karte.
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