Bluthochdruck und Demenz: Faktor 1,57 für Alzheimer-Risiko
25.06.2026 - 16:09:24 | boerse-global.de
Das zeigt eine riesige Metaanalyse mit über 159.000 Teilnehmern. Die am 23. Juni im JAMA Network veröffentlichte Studie wertete 716 randomisierte kontrollierte Studien aus – und liefert klare Ergebnisse für die Praxis.
Welche Kombis Patienten zum Abbruch treiben
Sartane (Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker) haben das geringste Risiko für einen Therapieabbruch. Anders sieht es bei Kombinationen aus: ACE-Hemmer plus Calciumkanalblocker oder Betablocker plus Thiazid-Diuretika erhöhen das Abbruchrisiko deutlich.
Der Grund liegt in den Nebenwirkungen. Sartane lösen seltener Husten aus als ACE-Hemmer, weil sie den Bradykinin-Spiegel nicht beeinflussen. Calciumkanalblocker führen häufiger zu geschwollenen Beinen, Thiazide können den Elektrolythaushalt stören. Fixkombinationen aus Sartanen und Calciumkanalblockern gelten als besonders vorteilhaft für die Therapietreue.
Gefährliche Plaques: Ein Protein verrät die Instabilität
Nicht jede Ablagerung in der Halsschlagader ist gleich gefährlich. Forscher des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) haben 112 Karotisplaques analysiert – veröffentlicht am 22. Juni in Nature Cardiovascular Research.
Ihr Ergebnis: Instabile, besonders risikoreiche Plaques zeigen verstärkte Entzündungsreaktionen und Fettstoffwechselstörungen. Als lokaler Marker identifizierten die Wissenschaftler das Protein PCSK9. Es wird von Gefäßmuskelzellen unter oxidativem Stress vermehrt freigesetzt.
Wenn das Herz seine Spannkraft verliert
Die Universität Münster lieferte am 24. Juni neue Erkenntnisse zur Herzmechanik. Im Mausmodell wiesen die Forscher nach: Die Spaltung des Proteins Titin schwächt die Rückstellkraft der Herzkammer. Die Folge: gestörte Herzfüllung, Vernarbungen, Herzschwäche mit vermindertem Herzzeitvolumen.
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Der Demenz-Faktor: Niedriger Blutdruck als Risiko
Eine großangelegte Analyse über 700.000 Personen aus der UK Biobank und der „All of Us“-Kohorte erschien am 24. Juni im Journal of the American Heart Association. Die Ergebnisse überraschen: Bluthochdruck erhöht das Alzheimer-Risiko um den Faktor 1,57. Ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) korreliert noch deutlicher – Faktor 2,74.
Genetische Analysen deuten auf gemeinsame Genloci für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alzheimer hin. Die genauen kausalen Zusammenhänge sind noch unklar.
Rote Bete ja, Nahrungsergänzung nein?
Forscher des King's College London zeigten am 25. Juni: Die Kombination von Rote-Bete-Saft und Kaugummi-Kauen fördert die Umwandlung von Nitrat in Nitrit im Speichel. Bei gesunden Probanden senkte das den Blutdruck.
Wichtig ist die Nitrat-Quelle: Aus Gemüse wie Spinat senkt es das Demenzrisiko. Aus Trinkwasser oder verarbeitetem Fleisch korreliert es mit einem höheren Risiko.
DHA-Supplemente enttäuschen
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Eine Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC (veröffentlicht am 24. Juni in eBioMedicine) untersuchte 365 Erwachsene mit erhöhtem Alzheimer-Risiko über zwei Jahre. Trotz täglicher 2.000 mg DHA stieg der Spiegel im Nervenwasser um 17 Prozent – ein signifikanter Vorteil für Gedächtnis oder kognitive Funktionen blieb aus.
Die Forscher raten zu mediterraner Ernährung statt gezielter Supplementierung. Immerhin: Daten der DO-HEALTH-Studie deuten an, dass moderate Omega-3-Zufuhr das biologische Altern geringfügig verlangsamen könnte.
