Bluthochdruck: Salzfreie Diät senkt systolischen Wert stärker als DASH
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deMediziner betonen die Bedeutung von spezifischen, gelenkschonenden Bewegungsformen und einer ausgewogenen Zufuhr von Mineralstoffen als ergänzende Strategien zur Blutdruckkontrolle neben der medikamentösen Therapie.
Bei diagnostizierter arterieller Hypertonie können Anpassungen der Lebensweise eine notwendige Medikation zwar in der Regel nicht ersetzen, sie gelten jedoch als unverzichtbare Säule, um Zielwerte zu erreichen und das kardiovaskuläre Risiko langfristig zu senken.
Ernährungsmuster und die Wirkung von Salzrestriktion
Etablierte Ernährungskonzepte wie die DASH-Diät, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie fettarmen Milchprodukten ist und den Konsum von rotem Fleisch sowie Zucker minimiert, unterstützen die Regulierung des Blutdrucks nachweislich. Zugleich gewinnt die strikte Reduktion von Natrium weiter an Bedeutung.
In einer zweimonatigen klinischen Studie der türkischen Universitäten Nuh Naci Yazgan und Erciyes, die im Fachjournal Medicine veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher 60 Patienten mit primärer arterieller Hypertonie. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe folgte einer DASH-Ernährung, während die zweite Gruppe eine Kost ohne zugesetztes Salz einhielt.
Zu Beginn lagen die mittleren systolischen Ausgangswerte bei 133,6 mm Hg in der DASH-Gruppe und 131,59 mm Hg in der salzfreien Gruppe. Nach zwei Monaten sank der systolische Blutdruck unter der salzfreien Diät auf 121,03 mm Hg, verglichen mit 126,81 mm Hg in der DASH-Gruppe – ein statistisch signifikanter Unterschied.
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Beim diastolischen Druck erreichten die Gruppen am Studienende 74,48 mm Hg beziehungsweise 78,53 mm Hg. Fachleute verweisen zudem auf die Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation, den täglichen Salzkonsum auf unter fünf Gramm zu begrenzen, was vor allem durch den Verzicht auf stark verarbeitete Fertigprodukte erreicht werden kann.
Gelenkschonende Ausdauer und Alltagsaktivität
Neben Ernährungsmaßnahmen stufen Fachgesellschaften regelmäßige körperliche Aktivität als zentralen Baustein ein. Empfohlen werden vor allem leichte bis moderate, gelenkschonende Ausdauersportarten wie zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder langsames Laufen.
Als Richtwert gelten rund 150 Minuten mäßige Aktivität pro Woche oder fünf bis sieben Trainingseinheiten von jeweils etwa einer halben Stunde. Ergänzend unterstützen kurze Spaziergänge, das Nutzen von Treppen sowie Mobilisationsübungen zur Reduktion langer Sitzphasen das Gefäßsystem.
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Bei frisch diagnostiziertem oder noch instabilem Bluthochdruck raten Ärzte von unbedachten Belastungen ab. Der Blutdruck sollte vor dem Sport kontrolliert werden; bei deutlich erhöhten Werten empfiehlt sich eine Trainingspause. In der kältere Jahreszeit wird zudem angeraten, sportliche Aktivitäten im Freien eher auf den späten Vormittag oder den Nachmittag zu verlegen, um zusätzliche Kältereize auf die Gefäße zu vermeiden.
Standardisierte Messmethoden und Richtwerte
Internationale Leitlinien, darunter Empfehlungen der American Heart Association sowie von Hypertension Canada, definieren Hypertonie bei automatisierten Messungen ab Werten von 130/80 mm Hg. Das primäre Behandlungsziel liegt meist bei einem systolischen Wert von unter 130 mm Hg.
Um verlässliche Daten zu erhalten, kommt der standardisierten Blutdruckmessung zu Hause eine zentrale Rolle zu. Experten empfehlen validierte Oberarmmessgeräte.
Betroffene sollten vor der Messung eine mindestens fünfminütige Ruhephase im Sitzen einhalten, die Manschette exakt auf Herzhöhe anlegen und Rücken sowie Arm abstützen. Eine halbe Stunde vor dem Test sollte auf Sport, Koffein und Nikotin verzichtet werden.
Um Zufallsschwankungen und das sogenannte Weißkittel-Syndrom in Praxen auszuschließen, sind doppelte Messungen im Abstand von mindestens einer Minute sowie protokollierte Messreihen am Morgen und am Abend Standard. Dosisanpassungen von Medikamenten sollten Patienten dabei keinesfalls eigenmächtig vornehmen, sondern stets in ärztlicher Abstimmung durchführen.
