Bluthochdruck: Rote-Bete-Saft senkte Werte in vierwöchiger Studie
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gesundheitsratgeber empfehlen vermehrt natürliche Lebensmittel wie Gemüse, Kräuter und Essig, um die Gefäßgesundheit und das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen.
Angesichts von weltweit über einer Milliarde erwachsenen Menschen, die laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Bluthochdruck betroffen sind und von denen ein großer Teil nichts von den erhöhten Werten weiß, gewinnen nichtmedikamentöse Ansätze zunehmend an Bedeutung.
Gemäß den ESH-Leitlinien von 2023 gelten Blutdruckwerte unter 120/80 mmHg als optimal und unter 130/85 mmHg als normal, während ab 140/90 mmHg bei wiederholter Messung von Bluthochdruck gesprochen wird.
Wissenschaftliche Belege für Gemüse und Gewürze
Zahlreiche Untersuchungen stützen das Potenzial einer pflanzenbetonten Kost für das Gefäßsystem. Die im New England Journal of Medicine publizierte DASH-Natrium-Studie belegte bereits, dass eine Ernährungsweise mit viel Gemüse und Obst bei gleichzeitiger Salzreduktion zu deutlich niedrigeren Blutdruckwerten führt.
Während die WHO eine tägliche Salzzufuhr von unter 5 Gramm empfiehlt, nennt das Bundeszentrum für Ernährung für gesunde Erwachsene eine Obergrenze von maximal 6 Gramm pro Tag.
Besonderes Interesse gilt nitratreichem Gemüse wie Roter Bete. Eine Studie der Queen Mary University of London aus dem Fachjournal Hypertension aus dem Jahr 2015 zeigte, dass der vierwöchige tägliche Konsum von nitratreichem Rote-Bete-Saft im Durchschnitt niedrigere Blutdruckwerte als in der Vergleichsgruppe bewirkte.
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Bestätigt wurde dies durch eine Metaanalyse im Journal of Nutrition von 2013, die eine moderate Wirkung bei regelmäßigem Trinken feststellte. Die Nitrate werden im Körper zu Stickstoffmonoxid umgewandelt, was die Blutgefäße entspannt; dieser Effekt setzt einige Stunden nach dem Verzehr ein und hält etwa einen Tag an.
Auch Knoblauch wird diesbezüglich untersucht. Eine Übersichtsarbeit von Karin Ried im Journal of Nutrition aus dem Jahr 2016 kam zu dem Ergebnis, dass Knoblauchpräparate bei erhöhtem Blutdruck moderat blutdrucksenkend wirken können, wobei in den Studien überwiegend standardisierte Präparate und nicht frischer Saft eingesetzt wurden.
Bioaktive Pflanzenstoffe und Gefäßfunktion
Neben Gemüsesorten stehen sekundäre Pflanzenstoffe im Blickpunkt. Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) tragen Kakaoflavanole zur Aufrechterhaltung einer normalen Gefäßerweiterung bei. Hierfür sind täglich etwa 200 Milligramm Kakaoflavanole erforderlich, was rund 10 Gramm einer besonders flavanolreichen dunklen Schokolade entspricht.
In der COSMOS-Studie mit über 21.000 älteren Erwachsenen verringerte die Zufuhr von Kakaoextrakt-Kapseln die Gesamtzahl von Herz-Kreislauf-Ereignissen zwar nicht signifikant, reduzierte jedoch die Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
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Laboruntersuchungen der Universität La Sapienza in Rom zeigten zudem im Reagenzglas, dass Quercetin aus der Apfelschale und Catechin aus dunkler Schokolade kombiniert Effekte auf Blutplättchen ausübten, die keiner der Stoffe allein in derselben niedrigen Dosierung erreichte.
Risiken und Grenzen der Eigenbehandlung
Trotz der gefäßunterstützenden Eigenschaften betonen Fachleute, dass natürliche Lebensmittel verordnete Blutdruckmedikamente nicht eigenmächtig ersetzen dürfen.
Zudem sind Wechselwirkungen und Kontraindikationen zu beachten: Knoblauch kann blutverdünnende Medikamente verstärken, Petersilie liefert viel Vitamin K, was bei der Einnahme bestimmter Gerinnungshemmer relevant ist, und der Oxalatgehalt in Roter Bete erfordert Vorsicht bei Neigung zu Nierensteinen. Natürliche Wirkstoffe entfalten ihre Wirkung meist milder und dienen primär der Prävention im Rahmen einer ausgewogenen Lebensweise.
