Bluthochdruck: Rote-Bete-Saft senkt Blutdruck bei über 60-Jährigen
22.06.2026 - 05:39:32 | boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Es kommt nicht nur auf Salzverzicht an – bestimmte Nährstoffkombinationen und Verarbeitungsmethoden spielen eine entscheidende Rolle.
DASH, mediterran und MIND: Die wirksamsten Diätkonzepte
In der medizinischen Praxis gelten die DASH-Diät und die mediterrane Ernährung als zentrale Säulen der nicht-medikamentösen Therapie. Eine Meta-Analyse aus 2024 belegt: Die mediterrane Kost senkt das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle signifikant.
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Die sogenannte MIND-Diät kombiniert Elemente beider Konzepte. Beobachtungen zufolge kann sie den Abbau grauer Gehirnsubstanz verlangsamen.
Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass auch konservierte Lebensmittel in diese Konzepte passen – mit einer wichtigen Regel. Die American Heart Association empfiehlt kaliumreiche Konserven wie Hülsenfrüchte, Fisch und bestimmtes Gemüse. Wer diese Produkte unter fließendem Wasser abspült, reduziert den Natriumgehalt um bis zu 40 Prozent.
Besonders Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen und Linsen liefern neben Kalium auch lösliche Ballaststoffe. Diese können den LDL-Cholesterinspiegel senken.
Rote Bete und Co.: Wie Nitrate den Blutdruck regulieren
Die gezielte Zufuhr von Nitraten und Kalium steht im Fokus aktueller Studien. Eine Untersuchung der University of Exeter mit 75 Probanden zeigte: Wer zweimal täglich nitratreichen Rote-Bete-Saft trinkt, senkt den Blutdruck bei über 60-Jährigen signifikant.
Forscher führen diesen Effekt auf Veränderungen der oralen Bakterienflora zurück. Sie verbessert die Umwandlung von Nitrat in gefäßerweiterndes Stickoxid. Ähnliche Wirkungen werden für Spinat, Rucola, Sellerie und Grünkohl beschrieben.
Neben Nitraten spielt Kalium eine Schlüsselrolle. Neben Bananen gelten fettreicher Fisch wie Lachs oder Sardinen, grünes Blattgemüse, Avocados sowie Nüsse und Samen als wichtige Quellen.
Vorsicht ist jedoch bei Patienten mit Nierenerkrankungen geboten. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente wie ACE-Hemmern oder AT1-Antagonisten birgt ein Risiko für eine Hyperkaliämie.
Industrielle Zusatzstoffe: Acht Substanzen im Fokus
Neuere Erkenntnisse werfen ein kritisches Licht auf industrielle Zusatzstoffe. Eine französische Studie mit rund 112.000 Teilnehmern identifizierte acht Einzelstoffe, die das Risiko für Bluthochdruck begünstigen könnten.
Ein hoher Konsum von Konservierungsstoffen der Klassen E200 bis E299 sowie von Antioxidantien der Klassen E300 bis E399 korrelierte mit einem um 29 Prozent erhöhten Hypertonie-Risiko. Zu den identifizierten Substanzen gehören Kaliumsorbat (E202), Natriumnitrit (E250) und Ascorbinsäure (E300).
Die Ergebnisse wurden im European Heart Journal veröffentlicht.
Zielwerte im Alter: Weniger ist nicht immer besser
Die Definition optimaler Blutdruckwerte wird für Über-80-Jährige zunehmend differenziert betrachtet. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt einen systolischen Zielwert von unter 130 mmHg.
Eine Studie der Charité deutet jedoch auf ein anderes Bild hin: Werte von dauerhaft unter 140/90 mmHg könnten bei Hochbetagten mit einem um 40 Prozent höheren Sterberisiko verbunden sein. Für diese Patientengruppe gilt oft ein Korridor zwischen 140 und 160 mmHg als akzeptabel.
Blutdruck und Alzheimer: Überraschender Zusammenhang
Ein weiteres Forschungsfeld betrifft den Zusammenhang zwischen Blutdruck und neurodegenerativen Erkrankungen. Eine Analyse der Michigan Technological University wertete Daten von über 700.000 Personen aus der UK Biobank aus.
Das Ergebnis überraschte: Niedriger Blutdruck war mit einem 2,74-fach erhöhten Alzheimer-Risiko assoziiert. Bluthochdruck wies ein 1,57-fach erhöhtes Risiko auf. Die Kausalität ist noch Gegenstand der Forschung. Vermutet wird eine verminderte Hirndurchblutung oder eine gestörte autonome Regulation.
Heimmonitoring und neue Medikamente
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Im Bereich des Therapiemanagements zeigen Langzeitdaten aus den Jahren 2019 bis 2022: Konsequentes Heimmonitoring mit Datenaustausch senkt das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse um 34 Prozent.
Parallel entwickeln sich die pharmakologischen Optionen weiter. Im Mai 2026 erhielt mit Baxdrostat der erste Aldosteron-Synthase-Inhibitor die FDA-Zulassung. Phase-III-Studien wiesen eine signifikante Senkung des systolischen Blutdrucks nach.
Für Juni 2026 wurde zudem die Einführung neuer Fixdosis-Kombinationen angekündigt – etwa aus Bisoprolol und Candesartan. Ziel ist es, die Therapietreue insbesondere bei älteren Patienten zu verbessern.
