Bluthochdruck, Kardiologen

Bluthochdruck: Kardiologen raten von zehn Lebensmitteln ausdrücklich ab

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Verarbeitete Produkte liefern viel Natrium; DASH- und Mittelmeerdiät sowie ärztlich begleitete Ernährungsänderungen unterstützen die Behandlung.
Eine Nahaufnahme von frischem, rohem Gemüse in einer Keramikschale auf einem Holztisch mit einem Glas Wasser daneben. Illustration mit AI erstellt.

Bei der Behandlung von Bluthochdruck spielt die tägliche Lebensmittelauswahl eine entscheidende Rolle. Kardiologen wie Pritha Gupta von der University of California, Los Angeles, Johanna Contreras vom Mount Sinai sowie Clyde Yancy von der Northwestern University raten Patienten mit Hypertonie gezielt vom Konsum von zehn spezifischen Nahrungsmitteln ab.

Auf der Liste stehen verarbeitetes Fleisch wie Bacon, Wurst und Aufschnitt, die hohe Mengen an Natrium und gesättigten Fetten aufweisen, sowie auf offener Flamme gegrilltes Fleisch, bei dem Nitrite problematisch sind. Die American Heart Association (AHA) rät beim Grillen generell von offenen Flammen und hohen Temperaturen ab.

Zu den weiteren bedenklichen Lebensmitteln zählen stark verarbeitete Snacks, Tiefkühl-Fertiggerichte, Pizza mit verarbeitetem Fleisch sowie Konservensuppen und Dosengemüse, bei denen Salz primär als Konservierungsmittel fungiert.

Auch Fertigwürzmischungen wie Adobo oder Creole, industrielle Fertigsaucen wie Ketchup, Barbecuesaucen und Salatdressings sowie zucker- und natriumhaltige Sport- oder Erfrischungsgetränke belasten das Herz-Kreislauf-System. Abgeraten wird zudem von Alkohol, der auch in Form von Wein als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft ist.

Verstecktes Natrium in industrieller Nahrung

Nach Angaben der AHA gilt ein Blutdruck von über 120/80 mmHg als erhöht. Die Organisation verweist darauf, dass mehr als 70 Prozent der gesamten Natriumaufnahme aus industriell hergestellten Produkten sowie aus der Gastronomie stammen, darunter alltägliche Lebensmittel wie Brot, Getreideprodukte und Dosensuppen.

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Neben der Ernährung gelten Bewegungsmangel, Übergewicht, chronischer Stress sowie obstruktive Schlafapnoe als Risikofaktoren. Fachleute der AHA empfehlen daher unter anderem mindestens 150 Minuten moderate körperliche Bewegung pro Woche.

International wird eine deutliche Beschränkung der Salzzufuhr gefordert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen maximal 2 Gramm Natrium pro Tag, während der tatsächliche Durchschnittsverzehr weltweit bei rund 4,3 Gramm liegt. Das Ziel der WHO, die globale Natriumaufnahme bis 2025 um 30 Prozent zu verringern, wurde inzwischen auf das Jahr 2030 verschoben.

Zur Reduktion empfahl die Organisation Leitlinien zum Austausch von herkömmlichem Speisesalz durch kaliumangereicherte Alternativen. Studien zeigen, dass ein solcher Austausch das Risiko für Schlaganfälle, Herzkrankheiten und vorzeitige Todesfälle senken kann. Bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen sind kaliumangereicherte Salze jedoch ungeeignet.

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Nährstoffbalance und ärztliche Begleitung

Als wirksame Ernährungsformen gelten die DASH- und die Mittelmeerdiät. Das DASH-Konzept setzt auf Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, ungesalzene Nüsse, Geflügel, Fisch und fettarme Milchprodukte, während gesättigte Fette, Zucker und Natrium streng limitiert werden.

Die Richtlinie sieht eine Obergrenze von unter 2300 Milligramm Natrium pro Tag vor. Kaliumreiche Nahrungsmittel wie Blattgemüse, Linsen, Bananen, Orangen, Spinat und Kartoffeln können der gefäßverengenden Wirkung von Natrium entgegenwirken. Die WHO empfiehlt eine Zufuhr von 3,5 Gramm Kalium täglich.

Eine Ernährungsumstellung unterstützt die Therapie maßgeblich. Dr. Ola Shawqi, Dekanin des ägyptischen Ernährungsinstituts, erklärte im Rahmen eines Fachworkshops, eine zielgerichtete Ernährung könne das Ansprechen auf Medikamente verbessern und es in bestimmten Fällen erlauben, Dosierungen oder die Anzahl verordneter Blutdrucksenker unter Aufsicht des behandelnden Arztes zu senken. Das eigenmächtige Absetzen verordneter Medikamente bleibt jedoch gefährlich, da die Nahrungsmitteltherapie medizinische Behandlungen ergänzt, aber nicht eigenständig ersetzt.

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