Bluthochdruck, Hülsenfrüchte

Bluthochdruck: Hülsenfrüchte senken Risiko um bis zu 30 Prozent

28.05.2026 - 06:30:07 | boerse-global.de

Studien belegen: Hülsenfrüchte senken Bluthochdruck-Risiko um bis zu 30 Prozent. Orale Semaglutid-Tablette vor EU-Zulassung.

Bluthochdruck: Hülsenfrüchte senken Risiko um bis zu 30 Prozent - Foto: über boerse-global.de
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Die neuesten Forschungsergebnisse und Empfehlungen aus dem Gesundheitswesen zeigen: Sowohl Ernährung als auch moderne Wirkstoffe können das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken. Besonders Hülsenfrüchte und Soja sowie eine neue Generation von Abnehm-Medikamenten stehen im Mittelpunkt.

Hülsenfrüchte senken Bluthochdruck-Risiko um bis zu 30 Prozent

Eine aktuelle Meta-Analyse, veröffentlicht im Fachjournal BMJ Nutrition Prevention & Health, liefert beeindruckende Zahlen: Wer regelmäßig Hülsenfrüchte und Sojaprodukte isst, senkt sein Risiko für Bluthochdruck erheblich. Die Analyse von zwölf Langzeitstudien aus den USA, Europa und Asien ergab eine Risikoreduktion von 16 Prozent bei hohem Hülsenfrucht-Konsum – bei Soja waren es sogar 19 Prozent.

Die Forscher identifizierten konkrete Dosis-Wirkungs-Beziehungen. Rund 170 Gramm Hülsenfrüchte täglich könnten das Risiko um 30 Prozent senken. Bei Soja liegt die optimale Menge bei 60 bis 80 Gramm pro Tag, was einer Risikoreduktion von 28 bis 29 Prozent entspricht. Verantwortlich dafür sind die hohen Gehalte an Magnesium, Kalium, Ballaststoffen und Isoflavonen.

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Doch die Realität sieht anders aus: In Europa liegt der durchschnittliche Verzehr bei gerade einmal 8 bis 15 Gramm täglich – weit entfernt von den empfohlenen 65 bis 100 Gramm. Eine weitere Studie im Journal of the American Heart Association aus dem Jahr 2025 untermauert die Ergebnisse: Über 2.200 Teilnehmer, die zehn Jahre lang beobachtet wurden, zeigten bei hohem Konsum minimal verarbeiteter pflanzlicher Proteine ein um 24 Prozent geringeres Risiko für Bluthochdruck.

EU-Zulassung für orales Abnehm-Medikament steht bevor

Im Pharmabereich bahnt sich eine bedeutende Neuerung an: Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Zulassung einer oralen Version von Semaglutid (Wegovy) zur Gewichtsreduktion empfohlen. Die tägliche 25-Milligramm-Tablette wäre das erste orale GLP-1-Rezeptor-Agonist-Präparat zur Adipositas-Behandlung in der EU.

Die klinischen Daten sind vielversprechend. Eine Phase-3-Studie mit 307 Teilnehmern zeigte einen Gewichtsverlust von 13,6 Prozent – verglichen mit 2,2 Prozent in der Placebogruppe. Die OASIS-4-Studie erzielte sogar 16,6 Prozent. Die endgültige Entscheidung der Europäischen Kommission wird bis zum 27. Juli 2026 erwartet. In den USA ist das Medikament bereits seit Dezember 2025 verfügbar, wo die wöchentlichen Verschreibungen die 200.000-Marke überschritten haben.

Eine separate Meta-Analyse von 32 Phase-3-Studien mit über 43.000 Erwachsenen, die Anfang des Jahres auf dem Europäischen Kongress für Adipositas 2026 vorgestellt wurde, zeigt einen weiteren Effekt: Moderne Anti-Adipositas-Medikamente senken nicht nur das Gewicht um durchschnittlich 10,9 Prozent, sondern auch den systolischen Blutdruck um 5,2 mmHg im Vergleich zu Placebo. Rund 77 Prozent dieser Blutdrucksenkung sind direkt auf den Gewichtsverlust zurückzuführen – jedes Prozent verlorenes Körpergewicht senkt den Blutdruck um 0,34 mmHg.

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Pfefferminzöl, grüner Tee und KI-Diagnostik

Auch alternative Ansätze rücken in den Fokus der Forschung. Eine Studie in PLOS One mit 40 Erwachsenen mit erhöhtem Blutdruck ergab, dass eine tägliche dosis von 100 µL Pfefferminzöl über 20 Tage den systolischen Blutdruck um 8,5 mmHg senkte. Experten sehen die Ergebnisse als vielversprechend, weisen aber auf die geringe Teilnehmerzahl hin – endgültige Aussagen sind noch nicht möglich.

Grüner Tee kann den täglichen Kalorienverbrauch um drei bis vier Prozent steigern (etwa 60 bis 80 Kalorien), ist aber kein Ersatz für wirksame Medikamente. Eine Studie mit 92 Typ-2-Diabetes-Patienten zeigte keinen signifikanten Unterschied bei den GLP-1-Werten im Vergleich zu Placebo.

Ein echter Durchbruch könnte die KI-gestützte Diagnostik bringen. Am 24. Mai 2026 stellten Forscher den CardiOmicScore vor – ein KI-Tool, das 2.920 Blutproteine und 168 Metaboliten analysiert und das Risiko für sechs verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis zu 15 Jahre im Voraus vorhersagen kann.

Bewegung und Ernährung als Schlüsselfaktoren

Auf dem 60. Diabetes-Kongress in Berlin wurde die Bedeutung des Lebensstils unterstrichen. Eine 14-Jahres-Studie mit 332.000 Teilnehmern zeigte: Ein ungesunder Lebensstil erhöht das Diabetes-Risiko um das Siebenfache – genetische Faktoren dagegen nur um das 2,6-Fache. Der Body-Mass-Index (BMI) erwies sich als stärkster Einzelfaktor.

Eine weitere Studie mit 17.000 Probanden, veröffentlicht am 23. Mai 2026, belegt: 560 bis 610 Minuten Bewegung pro Woche senken das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall um mehr als 30 Prozent. Das ist deutlich mehr als die Standardempfehlung von 150 Minuten, die lediglich eine Risikoreduktion von acht bis neun Prozent bringt. Und die PREDIMED-Plus-Studie aus dem Jahr 2025 fand heraus: Eine kalorienreduzierte Mittelmeerdiät in Kombination mit Bewegung senkt das Diabetes-Risiko um 31 Prozent.

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