Bluthochdruck, Frühe

Bluthochdruck: Frühe Menopause erhöht Risiko um 12,3 Prozent

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 12:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue UK-Biobank-Studie: Frauen mit Menopause vor dem 40. Lebensjahr haben ein um 12,3 Prozent erhöhtes Hypertonie-Risiko. Die Applikationsform der Hormontherapie beeinflusst das Risiko ebenfalls.

Frühe Menopause erhöht Bluthochdruckrisiko bei Frauen deutlich
Ein Stethoskop und ein digitales Blutdruckmessgerät auf einem Untersuchungstisch in einer Arztpraxis. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bluthochdruck trifft Frauen oft erst nach der Menopause – doch der Zeitpunkt der Wechseljahre entscheidet mit über das Risiko. Eine neue Studie zeigt: Je früher die Menopause eintritt, desto höher die Gefahr.

Während Männer häufig schon vor dem 45. Lebensjahr eine Hypertonie entwickeln, verschiebt sich das Risiko bei Frauen statistisch oft auf die Lebensphase ab 65 Jahren. In den Wechseljahren selbst sind laut Deutscher Hochdruckliga bereits über 50 Prozent der Frauen betroffen.

Frühe Menopause, höheres Risiko

Eine Ende Juli 2026 im Fachjournal Menopause veröffentlichte Untersuchung der UK Biobank belegt den Zusammenhang. Die Studie begleitete 107.836 postmenopausale Frauen über durchschnittlich 15 Jahre.

Das Ergebnis: Frauen mit Menopause vor dem 40. Lebensjahr hatten ein um 12,3 Prozent höheres Bluthochdruckrisiko als Frauen, die erst nach dem 45. Lebensjahr in die Wechseljahre kamen. Die Bluthochdruckrate lag bei vorzeitiger Menopause bei 22,6 Prozent – gegenüber 16,6 Prozent bei normalem Menopausenalter. Das höchste Risiko fand sich in der Altersgruppe zwischen 25 und 35 Jahren.

Interessant: Eine chirurgisch herbeigeführte Menopause zeigte keinen signifikanten Zusammenhang mit erhöhtem Bluthochdruck. Mediziner empfehlen daher, das Menopausenalter als eigenständigen kardiovaskulären Risikofaktor in die klinische Bewertung einzubeziehen.

Strengere Grenzwerte für Frauen

Bei der Blutdruckbeurteilung sollten Ärzte geschlechtsspezifische Unterschiede berücksichtigen, betont die Ärztin Suzann Kirschner-Brouns. In der Praxis gelten für Männer Werte bis 140/90 mmHg als normal, für Frauen liegt die Empfehlung bei maximal 130/90 mmHg. Bei Selbstmessungen zu Hause sinken die Zielwerte auf 125/85 mmHg für Frauen gegenüber 135/85 mmHg für Männer.

Ein besonderes Risiko stellt die sogenannte maskierte Hypertonie dar, die etwa 15 Prozent der Patienten betrifft. Hier liegen die Werte in der Praxis im Normbereich, sind aber im Alltag – häufig stressbedingt – gefährlich erhöht. Unbehandelt führt das zu einem dreifach erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Jede Steigerung um 20/10 mmHg verdoppelt das Sterberisiko, warnt die Deutsche Hochdruckliga. Die ESC-Leitlinie von 2024 empfiehlt für Menschen ab 40 Jahren jährliche Blutdruckkontrollen.

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Hormonersatztherapie: Die Form macht den Unterschied

Die Debatte um die Hormonersatztherapie (HRT) wird durch neue Studiendaten differenzierter geführt. Während eine US-Studie aus dem Jahr 2002 pauschal vor erhöhten Herzinfarktrisiken warnte, zeigen Untersuchungen aus Frankreich und Deutschland mit jeweils rund 100.000 Teilnehmerinnen: Nutzen und Risiko hängen stark von der Verabreichungsform ab.

Eine kanadische Studie mit 112.000 Frauen belegt: Östrogen in Tablettenform erhöht das Bluthochdruckrisiko um 14 Prozent gegenüber transdermalen Anwendungen wie Gelen oder Pflastern. Im Vergleich zu vaginalen Produkten stieg das Risiko bei Tabletten sogar um 19 Prozent.

Stephanie Faubion von der Menopause Society rät: Bei vorzeitiger Menopause eine Hormontherapie bis zum Erreichen des natürlichen Menopausenalters in Erwägung ziehen, um Gefäße zu schützen – die Applikationsform aber kritisch wählen.

Demenzrisiko senken – auch ohne Medikamente

Bluthochdruck gilt zudem als wesentlicher Risikofaktor für vaskuläre Demenz. Eine dänische Untersuchung an 500.000 Menschen bestätigte den Zusammenhang zwischen hohem Body-Mass-Index und Demenzrisiko, der teilweise über den Blutdruck vermittelt wird. Eine Meta-Analyse von 28.000 Patienten zeigte: Eine Blutdrucksenkung um 10/4 mmHg reduziert das Demenzrisiko um mehr als 10 Prozent.

Auch ohne Medikamente lässt sich der Blutdruck wirksam senken:

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Maskierte Hypertonie betrifft 15 Prozent der Patienten – und bleibt oft unerkannt. Gerade Frauen in den Wechseljahren sollten ihre Werte regelmäßig selbst messen. Unser Leitfaden verrät, worauf Sie achten müssen. Leitfaden zur Blutdruck-Selbstmessung sichern

  • Isometrisches Krafttraining: senkt den systolischen Wert um etwa 8 mmHg, den diastolischen um 4 mmHg
  • Ausdauersport: führt zu einer Senkung von etwa 8/5 mmHg
  • Gewichtsreduktion: 4 kg weniger senken den Blutdruck statistisch um 4/2 mmHg
  • Ernährung: DASH-Diät und der Ersatz von Kochsalz durch Kaliumchlorid gelten als wirksam

Zusätzlich empfehlen Experten moderaten Alkoholkonsum (unter 12 g pro Tag) und konsequenten Stressabbau, um die Gefäßgesundheit langfristig zu erhalten.

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