Bluthochdruck, ESC

Bluthochdruck: ESC empfiehlt Zielwerte von 120–129 zu 70–79 mmHg

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachgesellschaften definieren Blutdruckziele; mehrere Wirkstoffkombinationen ergänzen die medikamentöse Therapie der Hypertonie.
Ein medizinisches Blutdruckmessgerät an einer neutralen Wand in einer modernen, hellen Klinikpraxis. Illustration mit AI erstellt.

Bei der Behandlung der arteriellen Hypertonie setzen moderne Therapiestrategien verstärkt auf Fixkombinationen. Aktuelle Präparate vereinen vor allem Wirkstoffe aus den Klassen der ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB), Kalziumkanalblocker und Diuretika. Ziel dieser Behandlungsansätze ist es, den Blutdruck effektiv zu senken, die Therapietreue durch eine reduzierte Tablettenanzahl zu verbessern und Organschäden vorzubeugen.

Leitlinien und Zielwerte in der Blutdruckeinstellung

Für die medikamentöse Einstellung gelten differenzierte Vorgaben internationaler Fachgesellschaften. Die Zielwerte der ESC liegen systolisch bei 120 bis 129 mmHg sowie diastolisch bei 70 bis 79 mmHg (Klasse IA).

Die ESH formuliert Zielkorridore von 120 bis 140 mmHg systolisch und 70 bis 80 mmHg diastolisch. Bei Diabetespatienten soll eine antihypertensive Behandlung ab einem Wert von 130/80 mmHg eingeleitet werden.

Als initiale Zweifachkombination wird die Gabe eines ACE-Hemmers oder Sartans gemeinsam mit einem Kalziumkanalblocker oder einem Diuretikum empfohlen. Nach dem Beginn einer Blockade des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) ist nach zwei bis vier Wochen eine Kontrolle der Kalium- und Kreatininwerte vorgesehen. Ein Anstieg des Kreatininwerts um weniger als 30 Prozent gilt dabei als akzeptabel.

Bei Patienten mit Hochrisiko-Hypertonie raten Experten zu einer Basistherapie mit zwei- oder dreifach kombinierten Wirkstoffen, da die Adhärenz entscheidend für den Behandlungserfolg ist. Zeigt sich trotz verlässlicher Einnahme kein Therapieerfolg, sollten sekundäre Ursachen des Bluthochdrucks abgeklärt werden.

Dreifach- und Zweifachtherapien im europäischen Markt

Mehrere pharmazeutische Unternehmen stellen spezifische Kombinationsmedikamente bereit. DOC Generici S.r.l. führt in Italien das Dreifachpräparat Triolm, bestehend aus Olmesartanmedoxomil, Amlodipin und Hydrochlorothiazid. Es ist zur Behandlung essenzieller arterieller Hypertonie als Add-on bei unzureichender Kontrolle unter einer Zweifachkombination aus Olmesartan und Amlodipin sowie als Ersatztherapie zugelassen.

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Triolm steht in Packungen zu je 28 Filmtabletten in fünf Dosierungsstufen bereit: 20/5/12,5 mg, 40/5/12,5 mg, 40/10/12,5 mg, 40/5/25 mg und 40/10/25 mg. Die empfohlene Dosis liegt bei einer Tablette täglich, die Maximaldosis bei 40/10/25 mg.

Bei leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance von 30 bis 60 ml/min sowie bei mittelschwerer Leberinsuffizienz ist die Gabe auf höchstens 20/5/12,5 mg beschränkt. Bei schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz ist das Medikament kontraindiziert; für Personen unter 18 Jahren wird es nicht empfohlen.

Zudem vertreibt DOC Generici S.r.l. eine Zweifachkombination aus Zofenopril und Hydrochlorothiazid (30 mg + 12,5 mg, 28 Filmtabletten) für leichte bis mittelschwere Formen, wenn Zofenopril allein nicht ausreicht.

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Kontraindikationen umfassen unter anderem das zweite und dritte Trimenon der Schwangerschaft, schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, beidseitige Nierenarterienstenosen sowie Kombinationen mit Aliskiren (bei Diabetes oder einer GFR unter 60 ml/min/1,73 m²) oder Sacubitril/Valsartan innerhalb von 36 Stunden Abstand.

Neopharmed Gentili S.p.A. bietet in Italien Prinzide (Lisinopril + Hydrochlorothiazid) in der Stärke 20 mg + 12,5 mg (14 Tabletten) an. Die übliche Dosierung beträgt einmal täglich eine Tablette, maximal zwei Tabletten als Einzeldosis.

Da Thiazide bei einer Kreatinin-Clearance von 30 ml/min oder darunter unwirksam sind, darf das Mittel bei schwerer Niereninsuffizienz nicht eingesetzt werden. Vor Beginn muss eine bestehende Diuretikatherapie zwei bis drei Tage vorher beendet werden, andernfalls ist mit Lisinopril 5 mg zu starten.

Innova Pharma S.p.A. vertreibt Lercaprel (Enalapril + Lercanidipin) in den Dosierungen 20 mg/10 mg und 20 mg/20 mg (je 28 Filmtabletten) als Ersatztherapie. Die Einnahme erfolgt morgens mindestens 15 Minuten vor dem Essen und darf nicht mit Grapefruitsaft kombiniert werden.

Neben schwerer Nieren- und Leberinsuffizienz bestehen Kontraindikationen etwa bei unbehandelter Herzinsuffizienz, instabiler Angina pectoris oder einem Myokardinfarkt innerhalb des vorangegangenen Monats.

Kombinationen aus ARB und Kalziumkanalblockern

Fixkombinationen aus Angiotensin-Rezeptorblockern und Kalziumkanalblockern spielen eine zentrale Rolle, wenn eine Monotherapie unzureichend bleibt. Die chinesische Hypertonie-Leitlinie von 2023 empfiehlt diese Wirkstoffklasse vorrangig bei unzureichend kontrollierter Hypertonie der Grade 1 und 2.

Bei der Kombination Valsartan/Amlodipin liegt die Standarddosis bei einer Tablette täglich, üblicherweise in der Wirkstärke 80 mg Valsartan und 5 mg Amlodipin, um einen Blutdruck von unter 140/90 mmHg zu erreichen.

Eine eigenmächtige Erhöhung auf zwei Tabletten birgt Risiken für Hypotonie und Herzrhythmusstörungen. Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Schwindel sowie Knöchelödeme, die oft in den ersten Wochen auftreten und meist vorübergehend sind.

Mit Losatan-H existiert eine Fixkombination aus Irbesartan und Amlodipin für Erwachsene mit leichter bis mittelschwerer Hypertonie. Die Anfangsdosis liegt bei 150 mg Irbesartan und 2,5 mg Amlodipin täglich, während die Maximaldosis 300 mg Irbesartan und 5 mg Amlodipin beträgt.

Ältere Patienten ab 65 Jahren beginnen mit der niedrigsten Dosierung. Wie bei vergleichbaren Wirkstoffgruppen schließen schwere Leberfunktionsstörungen, hämodynamische Instabilität und bilaterale Nierenarterienstenosen eine Anwendung aus.

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