Bluthochdruck, Hitze

Bluthochdruck bei Hitze: Blutdrucksenker verstärken Dehydration

18.06.2026 - 14:52:44 | boerse-global.de

Extreme Temperaturen von bis zu 40 Grad bergen Risiken für Patienten mit Bluthochdruck und bestimmten Medikamenten.

Hitze und Bluthochdruck: Gefahren durch Blutdrucksenker
Bluthochdruck - Ein Blutdruckmessgerät zeigt einen hohen Wert an. Im Hintergrund sind verschwommen eine Hand, ein Glas Wasser und Medikamente zu sehen. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Für Millionen Menschen mit Bluthochdruck wird das zur Gesundheitsfalle.

Experten warnen: Bestimmte Blutdrucksenker können bei extremer Hitze den Flüssigkeitsverlust verstärken. Die körpereigene Regulation des Wasserhaushalts gerät aus dem Takt. Die Folge: Dehydration und belastete Nieren. Auch die Wirkung der Medikamente kann schwanken – eine engmaschige Kontrolle des Blutdrucks wird notwendig.

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Tückische Pflaster und tödliche Überdosierungen

Ein besonderes Risiko bergen arzneimittelhaltige Pflaster. Die verstärkte Durchblutung der Haut bei Hitze kann dazu führen, dass Wirkstoffe unkontrolliert schnell abgegeben werden. Im Extremfall droht eine lebensgefährliche Überdosierung.

Die Bundesapothekerkammer rät Patienten daher dringend: Vor und während extremer Hitzephasen Rücksprache mit Apotheke oder Arzt halten. Gegebenenfalls sind Dosisanpassungen nötig.

Die Zahlen zeigen die Dramatik: Bis Ende August 2025 verzeichnete das Robert Koch-Institut rund 2.600 Hitzetote in Deutschland. Über 1.500 der Betroffenen waren älter als 85 Jahre.

Tägliches Wiegen und richtiges Trinken

Wie schützen sich Risikopatienten? Fachgesellschaften empfehlen eine strukturierte Überwachung. Ein zentrales Element: das tägliche Wiegen. So lässt sich übermäßiger Wasserverlust frühzeitig erkennen.

Zudem raten Experten, alle 20 bis 30 Minuten etwa 200 Milliliter Flüssigkeit zu trinken. Das stabilisiert den Kreislauf. Auch auf eine ausreichende Elektrolytzufuhr sollten Patienten achten – Blutdrucksenker beeinflussen die Salzausscheidung.

Die Symptome unterscheiden sich: Ein Sonnenstich zeigt sich durch Schwindel und Kopfschmerzen ohne Fieber. Ein Hitzschlag dagegen äußert sich durch Bewusstseinseintrübungen oder Krämpfe. Dann ist sofort der Notarzt unter 112 zu rufen.

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Medikamente richtig lagern – oder entsorgen

Die Wirksamkeit von Arzneimitteln hängt maßgeblich von ihrer Lagerung ab. Pharma Deutschland empfiehlt: dunkel und bei Zimmertemperatur zwischen 15 und 25 Grad Celsius.

Tabu sind das Auto, die Fensterbank oder das Badezimmer – zu hohe Feuchtigkeit und Hitze. Kühlpflichtige Präparate wie Insulin müssen konstant bei 2 bis 8 Grad Celsius aufbewahrt werden. Verändern Medikamente Farbe oder Geruch? Dann gehören sie in den Müll.

Apotheken als Hitzeschutzinseln

Die Apothekerkammer Nordrhein hat eine Initiative gestartet: Apotheken werden zu „Hitzeschutzinseln“. Sie bieten kühle Rückzugsorte, Sitzgelegenheiten und gezielte Beratung zu den Wechselwirkungen zwischen Hitze und Medikation.

Ergänzend hilft Technologie: Das vom HeiGIT Heidelberg entwickelte „Schatten-Navi“ zeigt in rund 80 deutschen Städten schattige Fußwege an. Für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann das den entscheidenden Unterschied machen.

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