Bluthochdruck: Ausschlafen am Wochenende senkt Risiko um 9%
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass zusätzlicher Schlaf an den Wochenenden positive Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit haben kann.
Im Rahmen des Kongresses der European Society of Cardiology (ESC) in München wurden Ende August 2026 Daten einer großangelegten Langzeitstudie der Korea University vorgestellt. Die Ergebnisse legen nahe, dass das gezielte Nachholen von versäumtem Schlaf unter der Woche das Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck messbar senken kann.
Signifikante Risikoreduktion durch gezieltes Ausschlafen
Die Untersuchung der Korea University umfasste einen Zeitraum von sieben Jahren und wertete die Gesundheitsdaten von 40.727 Erwachsenen in Südkorea aus. Den Ergebnissen zufolge senkte ein moderater Nachholschlaf am Wochenende das allgemeine Risiko für Bluthochdruck um 6 Prozent.
Besonders deutlich zeigten sich die Effekte bei Personen, die unter der Woche körperlich inaktiv waren; in dieser Gruppe wurde eine Reduktion des Risikos um 6,9 Prozent beobachtet.
Dr. Nawon Lee von der Korea University, welche die Studie in München präsentierte, wies auf die Bedeutung dieser Beobachtungen für die Prävention von Hypertonie hin. Angesichts der Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach weltweit rund 1,4 Milliarden Erwachsene im Alter zwischen 30 und 79 Jahren an Bluthochdruck leiden – was einer Quote von 33 Prozent entspricht –, gewinnen Strategien zur Risikominimierung zunehmend an Relevanz.
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Die optimale Dauer des Nachholschlafs
Ein zentraler Aspekt der Analyse betrifft die Dauer des zusätzlichen Schlafs. Die Forscher identifizierten ein Zeitfenster, in dem der gesundheitliche Nutzen am größten zu sein scheint. Eine zusätzliche Schlafdauer von etwa 1 Stunde und 27 Minuten bis zu 1 Stunde und 37 Minuten führte demnach zu einer Risikoreduktion für Bluthochdruck von 9 Prozent.
Gleichzeitig warnten die Wissenschaftler vor einem Übermaß an Wochenendschlaf. Sobald die zusätzliche Ruhezeit am Wochenende die Marke von 4 Stunden überschritt, stieg das Risiko für Bluthochdruck laut der Datenlage wieder an. Die Ergebnisse unterstreichen somit die Relevanz einer moderaten Anpassung des Schlafrhythmus.
Ergänzende Erkenntnisse und wissenschaftliche Einordnung
Die Befunde aus Südkorea werden durch eine weitere großangelegte Studie gestützt, für die Daten der UK Biobank herangezogen wurden. Diese Untersuchung begleitete 89.903 Teilnehmer über einen Zeitraum von 14 Jahren. Dabei zeigte sich, dass Wochenend-Nachholschlaf das Risiko für Herzkrankheiten um bis zu 20 Prozent senken kann. Dieser Effekt war besonders ausgeprägt bei Personen, die unter der Woche regelmäßig weniger als 7 Stunden schliefen.
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Trotz der vielversprechenden Zahlen betonen Experten eine gewisse wissenschaftliche Vorsicht. Die aktuelle Studie der Korea University ist bislang nicht im Peer-Review-Verfahren von unabhängigen Fachkollegen begutachtet worden. Zudem weisen Fachleute darauf hin, dass es sich um Beobachtungsdaten handelt, die keinen direkten kausalen Zusammenhang belegen, sondern lediglich Korrelationen aufzeigen.
Dennoch plädieren Mediziner dafür, das Ausschlafen am Wochenende nicht länger als rein negatives Zeichen für Schlafmangel zu werten. Menschen sollten sich nicht schuldig fühlen, wenn sie am Wochenende länger im Bett bleiben, da dieser zusätzliche Schlaf wichtige regenerative Funktionen für das Herz-Kreislauf-System übernehmen kann.
