Blutdruck, Alzheimer

Blutdruck und Alzheimer: Zu niedriger Druck erhöht Risiko um 174%

28.06.2026 - 23:30:37 | boerse-global.de

Meta-Analyse zeigt Sartane als beste Wahl bei Bluthochdruck. Candesartan und Valsartan überzeugen mit wenig Nebenwirkungen.

Sartane als verträglichste Option bei Bluthochdruck
Blutdruck - Nahaufnahme eines Arms und einer Schulter, die Muskelbeschwerden andeuten, mit einem medizinischen Hintergrund. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine Meta-Analyse, die am 23. Juni im Fachjournal JAMA erschien. Die Forscher werteten Daten aus 716 Studien mit über 159.000 Teilnehmern aus. Sie verglichen, wie häufig Patienten ihre Therapie abbrechen und welche Nebenwirkungen auftreten.

Die Gewinner-Kombination

Candesartan und Valsartan – diese Wirkstoffe aus der Gruppe der Sartane verursachen die wenigsten unerwünschten Effekte. Besonders gut schnitt die Kombination aus einem Sartan und einem Calciumkanalblocker ab. Bei dieser Therapie gab es die seltensten Abbrüche.

Andere Wirkstoffklassen haben ihre Tücken. ACE-Hemmer lösen häufig trockenen Reizhusten aus. Calciumkanalblocker führen vermehrt zu Wassereinlagerungen. Schwindelgefühle treten dagegen bei allen Präparaten ähnlich oft auf.

Blutdruck und Demenz: Die Risikokurve

Nicht nur die Verträglichkeit der Medikamente stand im Fokus. Eine Studie im Fachblatt JAHA untersuchte den Zusammenhang zwischen Blutdruckwerten und Alzheimer. Das Ergebnis: Sowohl zu hoher als auch zu niedriger Blutdruck erhöhen das Risiko.

Anzeige

Die neue JAMA-Studie zeigt: Ein zu niedriger Blutdruck steigert das Alzheimer-Risiko um 174 Prozent. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihren optimalen Blutdruck-Bereich finden und welche Medikamente am besten verträglich sind. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Zu niedriger Blutdruck steigert das Alzheimer-Risiko um das 2,74-Fache – ein Anstieg von 174 Prozent. Zu hoher Blutdruck erhöht es immerhin um das 1,57-Fache.

Die Hallym-Universität lieferte ergänzende Daten. Demnach steigern Vorstufen von Bluthochdruck in Kombination mit Diabetes das Schlaganfallrisiko um 35 Prozent und das Herzinfarktrisiko um 18 Prozent. Die Botschaft der Forscher: Eine präzise Blutdruckeinstellung ist entscheidend.

Rückruf und Reformen

Anzeige

Leiden Sie unter Nebenwirkungen Ihrer Blutdruck-Medikamente? Ein Verpackungsfehler bei Ramipril-Kapseln sorgt aktuell für Verunsicherung. Unser Ratgeber zeigt Ihnen verträgliche Alternativen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umstellung. Ratgeber zur Medikamenten-Umstellung sichern

Ende Juni sorgte ein Verpackungsfehler für Aufsehen. Die britische Aufsichtsbehörde MHRA rief Ramipril-Kapseln (2,5 mg) von Crescent Pharma zurück. Grund: Schachteln könnten fälschlicherweise Kapseln mit 10 mg enthalten. Patienten sollen die Packungen prüfen und bei Unstimmigkeiten die Apotheke kontaktieren.

Auch in Deutschland tut sich etwas. Ab dem 1. Juli erhalten Hausärzte eine neue Vergütung für spezifische Leistungen (GOP 03100) – zwischen 45,36 und 51,34 Euro. Parallel startet die Apothekenreform. Doch die Umsetzung stockt. Schulungen und räumliche Vorgaben für erweiterte Leistungen wie Blutabnahmen oder Impfungen fehlen noch vielerorts.

de | wissenschaft | 69648501 |