Blutdruck, Kaugummi

Blutdruck: Kaugummi nach Rote-Bete-Saft verstärkt Effekt um 45%

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zuckerhaltiger Kaugummi nach Rote-Bete-Saft erhöht die Nitritbildung im Mund und verbessert so die Blutdrucksenkung, zeigt eine neue Studie.

Rote-Bete-Saft: Kaugummi-Kauen verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung
Ein Glas Rote-Bete-Saft neben frischen Roten Beten und einer Packung Kaugummi auf einer modernen Küchenoberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rote-Bete-Saft senkt nachweislich den Blutdruck. Doch die Wirkung lässt sich mit einem einfachen Trick deutlich verstärken: Kaugummi kauen.

Kaugummi nach dem Saft verstärkt den Effekt

Forschende des King's College London haben im Juni 2026 im British Journal of Clinical Pharmacology eine Studie veröffentlicht, die einen ungewöhnlichen Synergieeffekt belegt. Kauen Menschen direkt nach dem Konsum von Rote-Bete-Saft zuckerhaltigen Kaugummi, verbessert das die blutdrucksenkende Wirkung deutlich.

Der Grund: Der Zucker senkt den pH-Wert im Speichel. Das begünstigt die bakterielle Umwandlung von Nitrat in Nitrit. In der Studie mit 14 Teilnehmenden stieg die Nitritkonzentration im Mundraum um 45 Prozent, im restlichen Körper um 25 Prozent. Im Vergleich zu zuckerfreien Produkten sank der systolische und diastolische Blutdruck dadurch um fast 0,5 mmHg stärker. Der Effekt beruht auf der verbesserten Bioverfügbarkeit von Stickstoffmonoxid, das die Gefäße erweitert.

Kalium und weniger Salz: Der langfristige Plan

Kurzfristige Tricks hin oder her – für eine nachhaltige Blutdrucksenkung zählt vor allem das gesamte Ernährungsmuster. Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) gilt als wissenschaftlich fundiert und kann den systolischen Blutdruck um 8 bis 14 mmHg senken. Kern der Strategie: weniger Natrium, mehr Kalium.

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Ein Bericht im American Journal of Clinical Nutrition vom Sommer 2026 bestätigt: Wer Natrium reduziert und gleichzeitig kaliumreiche Lebensmittel wie Bananen, Kartoffeln oder Blattgemüse isst, optimiert die Blutdruckkontrolle. Statistisch senkt jedes Gramm weniger Natrium den Blutdruck um 1 bis 2 mmHg. Kalium hilft dem Körper, überschüssiges Natrium über die Nieren auszuscheiden.

Weitere Lebensmittel mit Blutdruck-Potenzial

Rote Bete ist nicht das einzige natürliche Mittel gegen Hypertonie. Bei einer täglichen Menge von 200 bis 300 ml kann der Saft den systolischen Wert um 4 bis 10 mmHg senken. Doch auch andere Lebensmittel zeigen Wirkung:

  • Knoblauch: Bei regelmäßigem Verzehr sinkt der systolische Blutdruck im Schnitt um 8 mmHg.
  • Weißdorn: Eine kontrollierte Studie aus dem Jahr 2025 belegte für den Extrakt eine Reduktion um 6,1 mmHg.
  • Granatapfel- und Tomatensaft: Analysen aus den Jahren 2017 und 2019 deuten auf eine Senkung um 4 bis 5 mmHg hin.

Ein Kardiologe des Deutschen Herzzentrums der Charité ergänzt: Kaltes Duschen oder mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag können kurzfristig positive Effekte haben. Zitronen oder Pfefferminztee wirken dagegen nicht sofort. Immerhin: Eine langfristige Zufuhr von Vitamin C (rund 500 mg täglich über acht Wochen) kann den systolischen Druck um bis zu 4,85 mmHg beeinflussen.

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Rote Bete hilft auch den Augen

Die Nitrate der Roten Bete fördern nicht nur die Blutdrucksenkung, sondern auch die Durchblutung des Sehnervs. Eine Studie aus dem Jahr 2021 zeigte: Bereits 250 ml Rote-Bete-Saft steigerten den Blutfluss im Auge innerhalb von 90 Minuten. Zudem enthält das Gemüse Lutein und Zeaxanthin, die präventiv gegen altersbedingte Makuladegeneration wirken können – wenngleich Karotten oder Grünkohl davon mehr bieten.

Ab Werten von 140/90 mmHg sprechen die ESC-Leitlinien von 2024 von Hypertonie, die medikamentös behandelt werden sollte. Ergänzende Präparate wie Magnesium, Coenzym Q10 oder Omega-3-Fettsäuren können die Therapie unterstützen. Wegen möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sollten sie jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.

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