Blutdruck, Winter

Blutdruck im Winter: Japanische Fachgesellschaft empfiehlt mindestens 18 °C

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein japanischer Praxisleitfaden empfiehlt saisonale Blutdruckkontrollen und mindestens 18 °C in Innenräumen im Winter.
Eine frostbedeckte Parklandschaft an einem kalten Herbstmorgen mit leichtem Nebel und kahlen Bäumen. Illustration mit AI erstellt.

Mediziner warnen vor einem saisonalen Anstieg von Schlaganfällen und Blutdruckproblemen bei kälterem Wetter. Angesichts der thermischen Belastung betonen Fachleute die Dringlichkeit einer umfassenden Risikobewertung bei Patienten mit Hypertonie.

Sinkende Temperaturen führen über körpereigene Regulationsmechanismen zu einer Verengung der Blutgefäße, was den arteriellen Druck in die Höhe treiben und lebensbedrohliche Gefäßverschlüsse begünstigen kann.

Gefäßverengung und kardiovaskuläre Risiken bei Kälte

Der Herz- und Gefäßspezialist Assoc. Prof. Dr. Do?aç Ok?en erläutert, dass sinkende Temperaturen und Wind im Herbst eine Vasokonstriktion hervorrufen. Dadurch steigt der Blutdruck an, was wiederum das Risiko für einen Herzinfarkt vergrößert.

Als besonders gefährdet gelten Raucher sowie Personen mit Gefäßverengungen infolge von Übergewicht. Männern ab einem Alter von 40 Jahren und Frauen ab 50 Jahren wird eine kardiologische Untersuchung empfohlen. Ok?en rät zu einer engmaschigen Blutdruckkontrolle und einer eventuellen Anpassung der Medikation in Absprache mit Fachärzten.

Zudem seien Schutzimpfungen gegen Grippe und Lungenentzündung ratsam, da Infektionen der Atemwege die Herzbelastung erhöhen und Entzündungsprozesse anstoßen können. Bei windigem Wetter empfiehlt sich Kleidung nach dem Zwiebelprinzip sowie die Verlegung anstrengender Aktivitäten in Innenräume. Auch die Zunahme von Luftverschmutzung durch Heizbedarf und Kraftstoffverbrauch trage zu Gefäßrisiken bei.

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Aus der südkoreanischen Ärzteschaft kommen übereinstimmende Hinweise: Bei niedrigen Temperaturen ziehen sich die Blutgefäße zusammen, wodurch der Blutdruck ansteigen kann. Besondere Wachsamkeit ist beim plötzlichen Schritt ins Freie oder bei körperlicher Betätigung in der kühlen Morgendämmerung geboten.

Betroffene sollten Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außenräumen möglichst verringern. Dosierungen von Blutdruckmedikamenten dürfen keinesfalls eigenmächtig wegen des Jahreszeitenwechsels verändert werden. Bei wiederkehrendem Schwindel oder starken Kopfschmerzen sei umgehend eine medizinische Abklärung erforderlich.

Thermische Schwankungen und Notfallerkennung

In Taiwan verweist die Ärzteschaft darauf, dass im Oktober erhebliche Differenzen zwischen Tag- und Nachttemperaturen sowie zwischen Innen- und Außenbereich zu ausgeprägten Blutdruckschwankungen führen. Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, erhöhtem Blutzucker oder gestörten Blutfettwerten tragen hierbei ein gesteigertes Schlaganfallrisiko.

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Zur Früherkennung akuter Durchblutungsstörungen des Gehirns rät die taiwanische Ärzteschaft zur Anwendung der FAST-Regel: Auffälligkeiten im Gesicht (Face), Lähmungserscheinungen im Arm (Arm), undeutliche Sprache (Speech) sowie der Faktor Zeit (Time), um unverzüglich den Notruf zu wählen und den Beginn der Symptome zu dokumentieren.

Bei ischämischen Schlaganfällen existiert ein enges Zeitfenster für eine erfolgreiche Intervention. Vorbeugend sollten sich Betroffene vor dem Aufstehen im Bett bewegen, Kopf und Nacken warmhalten und Morgensport erst nach dem Erwärmen der Außenluft durchführen.

Chefarzt Fan Lian von der neurochirurgischen Abteilung des Provinzkrankenhauses für Traditionelle Chinesische Medizin Jiangsu unterstreicht, dass mit dem Solarterm Shuangjiang, dem Frostfall, nach Wetter abkühlungen Fälle von Hirnblutungen und Hirnschlägen zunehmen, obgleich viele dieser Notfälle durch gezielte Vorsicht vermeidbar blieben.

Aus Weißrussland berichten Mediziner, dass ein schlagartiger Temperatursturz bei zeitgleich erhöhtem Luftdruck zu Gefäßspasmen, Kopfschmerzen und gesteigerter Thrombosegefahr führt, was Hypertoniker besonders stark belastet.

Ein abrupter Temperaturanstieg um mehr als 8 bis 10 Grad bei sinkendem Luftdruck senkt dagegen den Sauerstoffgehalt der Luft, was Menschen mit niedrigem Blutdruck sowie Genesenen nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zusetzt. Zudem reagieren Personen über 55 Jahre, Patienten nach einem Schädel-Hirn-Trauma und Herz-Kreislauf-Erkrankte empfindlicher auf Magnetstürme.

Leitlinien zur saisonalen Blutdruckeinstellung

Auf der 48. Jahrestagung der Japanischen Hochdruckgesellschaft, die vom 10. bis zum 12. Oktober 2026 in Utsunomiya stattfand, stellte die Fachgesellschaft den Praxisleitfaden zur saisonalen Blutdruckkontrolle mit zehn Empfehlungen vor.

Galt bislang vor allem der kältebedingte Blutdruckanstieg im Winter als zentrale Herausforderung, machen klimabedingt zunehmende Hitzeperioden heute auch den Umgang mit Dehydrierung, Überbehandlung und nächtlicher Hypertonie erforderlich.

Die japanische Fachgesellschaft empfiehlt für Innenräume im Winter eine Mindesttemperatur von 18 °C. Da die thermische Umgebung einen entscheidenden Umweltfaktor für kardiovaskuläre Risiken darstellt, muss diese systematisch in der klinischen Praxis berücksichtigt werden. Eine verlässliche Blutdruckkontrolle sollte daher ganzjährig aufrechterhalten werden.

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