BKA-Betrug, Kriminelle

BKA-Betrug: Kriminelle verschicken gefälschte Behörden-Mails

03.07.2026 - 16:47:52 | boerse-global.de

Betrüger verschicken im Namen des BKA und anderer Behörden gefälschte Mails. Die Verbraucherzentrale warnt vor Identitätsdiebstahl und rät zur Anzeige.

BKA-Phishing-Welle: Gefälschte Mails drohen mit Haftbefehl
BKA-Betrug - Eine Person im Hoodie tippt an einem Laptop, auf den Bildschirmen sind gefälschte E-Mails des BKA zu sehen. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Verbraucherzentrale Sachsen schlägt Alarm.

Drastische Drohungen per E-Mail

Die Betrüger nutzen den offiziellen Briefkopf des BKA und treten als angeblicher Oberstabsfeldwebel auf. Den Empfängern drohen sie mit einem unmittelbar bevorstehenden Haftbefehl sowie einem Eintrag im Straftäter-Register. Um den Druck zu erhöhen, behaupten die Täter zudem, Informationen über angebliche Vergehen an Medien weiterzugeben.

Die Frist ist knapp bemessen: 72 Stunden haben die Kontaktierten Zeit, eine Kopie ihres Reisepasses per E-Mail zu übersenden. Das Ziel: Identitätsdiebstahl.

Heike Teubner, Leiterin der Verbraucherzentrale Sachsen, stellt klar: „Keine staatliche Behörde verschickt Vorladungen per E-Mail oder fordert Ausweisdokumente auf diesem Weg an."

Experten raten: Nicht reagieren, keine Anhänge öffnen, die Mails sofort löschen. Betroffene sollten zudem Anzeige bei der Polizei erstatten.

Bundesweite Phishing-Welle mit vielen Opfern

Die BKA-Masche ist nur die Spitze des Eisbergs. Sicherheitsdienstleister und Behörden melden mehrere parallele Betrugswellen:

Anzeige

Rekord-Schäden durch Phishing zeigen, wie professionell die psychologischen Tricks der Hacker inzwischen sind. In diesem kostenlosen Anti-Phishing-Paket erfahren Sie in 4 Schritten, wie Sie betrügerische Nachrichten entlarven und sich effektiv vor Cyberkriminalität schützen. Kostenlosen Anti-Phishing-Leitfaden jetzt herunterladen

Interpol-Kampagne: Der Sicherheitsdienst Bitdefender warnt vor gefälschten Interpol-Mails mit einem Link zu einem passwortgeschützten Archiv. Statt Beweisvideos lädt dieser Link Schadsoftware herunter, die Laufwerke verschlüsselt und Lösegeld fordert. Betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen aus Finanzen, Technologie und Pharmazie.

Finanzbehörden: Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) warnte bereits am 2. Juli vor E-Mails mit gefälschten Logos und Aktenzeichen. Darin werden Bußgelder wegen angeblich unterlassener Offenlegung von Umsatzzahlen angedroht. Das Amt betont: Bescheide gibt es nur auf dem Postweg.

Bankensektor: Postbank-Kunden erhalten Mails, die eine dauerhafte Kontosperrung ankündigen – angeblich, weil die SecureGo+-App aktualisiert werden müsse. Auffällig: Die Mail nennt den „0. Juli 2026" als Datum. Auch PayPal-Nutzer sind Ziel von Versuchen, Kontodaten über gefälschte Sicherheitsüberprüfungen abzugreifen.

Anzeige

Ob PayPal, Online-Banking oder Behörden-Mails – Kriminelle nutzen immer häufiger die psychologischen Schwachstellen der Nutzer aus. Ein neuer Gratis-Report enthüllt die aktuellen Methoden der Cyber-Betrüger und zeigt Ihnen, wie Sie Manipulationstaktiken wie CEO-Fraud sofort erkennen. Gratis-Report: Schutz vor Hacker-Tricks sichern

Arztpraxis verliert 9.400 Euro

Besonders perfide: Kriminelle zielen gezielt auf den medizinischen Sektor. Das Polizeipräsidium Mainz meldet einen Fall, bei dem eine Arztpraxis durch eine Kombination aus gefälschten Bankschreiben mit QR-Codes und anschließenden Telefonanrufen einen Schaden von 9.400 Euro erlitt.

Die Polizei mahnt zur Vorsicht: Banken fragen grundsätzlich keine Zugangsdaten über QR-Codes in Briefen ab.

de | wissenschaft | 69680848 |