Bitterstoffe für Senioren: Meisterwurz und Salbei regen Verdauung an
09.06.2026 - 22:02:57 | boerse-global.de
Neben Ernährung und Bewegung rückt auch die digitale Teilhabe in den Fokus.
Bitterstoffe regen die Verdauung an
Eine Studie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München zeigt: Bestimmte Kräuterextrakte können die Magensäureproduktion ankurbeln. Veröffentlicht im März 2026 in „Molecular Nutrition & Food Research“, identifizierten die Forscher um Veronika Somoza besonders wirksame Pflanzen. Meisterwurz, Wacholder, Salbei und Schafgarbe entfalteten starke Effekte. Enzian und Löwenzahn wirkten schwächer.
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Doch Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln: Die Ernährungsberaterin Josie Porter rät zu Zurückhaltung. Wissenschaftlich belegt seien nur wenige Präparate. Empfehlenswert sind Vitamin D im Herbst und Winter, Omega-3-Fettsäuren bei wenig Fischkonsum sowie Kollagen nach bestimmten Verletzungen. Alles andere? Überflüssig.
Warum der Jo-Jo-Effekt auch im Alter zuschlägt
Die ETH Zürich liefert die Erklärung: Fettzellen haben ein Gedächtnis. Forscher um Ferdinand von Meyenn entdeckten, dass epigenetische Informationen über früheres Übergewicht bis zu zehn Jahre in den Zellen gespeichert bleiben. Das macht das Abnehmen und Gewichthalten so schwierig – selbst im Alter.
Bewegung: 150 Minuten pro Woche sind Pflicht
Aktuelle Richtlinien vom Juni 2026 empfehlen Senioren ab 65 Jahren ein klares Pensum: 150 bis 300 Minuten Ausdauertraining bei mittlerer Intensität pro Woche. Dazu kommen an mindestens zwei Tagen muskelkräftigende Übungen.
Die Praxis setzt auf spezielle Kurse. In Riedstadt startet Ende Juni ein Präventionskurs zur Standfestigkeit – gezielte Sturzprävention. In Hürth kombiniert ein Programm für pflegende Angehörige Rehasport mit Erlebnistänzen. Bewegung muss schließlich auch Spaß machen.
Mittagstisch statt Einsamkeit
Soziale Kontakte sind mindestens genauso wichtig wie Bewegung. In Dresden-Neustadt gibt es seit April 2026 einen wöchentlichen Mittagstisch für Menschen ab 60 Jahren. Die Begegnungsstätte Villa Winkel in Ochtrup feiert im Herbst ihr 40-jähriges Bestehen.
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Nicht überall wird der soziale Bereich jedoch ausgebaut. Der Stadtrat in Luzern lehnte Anfang Juni einen Ausbau der Sozialberatung in Alters- und Pflegeheimen ab. Die Begründung: In stationären Einrichtungen seien Alltagsfragen bereits geregelt, der Bedarf sei in der häuslichen Pflege größer.
Digitale Kompetenz wird zum Must-have
Ohne digitale Fähigkeiten geht es nicht mehr. Das Zukunftswerk Wiesbaden startet Ende Juni neue Android-Kurse. In Köln-Pesch helfen Schüler älteren Menschen bei Tablets und Laptops – eine Kooperation zwischen Seniorennetzwerk und Caritas. Für die zweite Jahreshälfte ist dort sogar eine Erweiterung um Künstliche Intelligenz geplant.
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