Biologisches Altern: Omega-3 verlangsamt Prozess um 3–4 Monate
23.06.2026 - 20:14:38 | boerse-global.de
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der University of Southern California (USC). 365 Erwachsene zwischen 55 und 80 Jahren nahmen zwei Jahre lang täglich 2000 Milligramm DHA oder ein Placebo ein – mit ernüchterndem Resultat.
Kein messbarer Effekt auf die Denkfähigkeit
Die DHA-Gruppe verbesserte ihren kognitiven Score um 2,76 Punkte, die Placebo-Gruppe um 2,67 Punkte. Der Unterschied ist statistisch bedeutungslos. Auch die Hirnbildgebung zeigte keine Verlangsamung der Schrumpfung des Hippocampus – jener Region, die für das Gedächtnis zentral ist.
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Zwar stieg der DHA-Spiegel im Rückenmark nach sechs Monaten um 17 Prozent, in den roten Blutkörperchen sogar von 4,9 auf 11 Prozent. Doch diese biologische Aufnahme übersetzte sich nicht in bessere Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit oder räumliches Denken. Die Studie, veröffentlicht im Juni 2026 im Fachjournal eBioMedicine, verzeichnete zudem eine hohe Abbruchrate von 38 Prozent – bedingt durch die Rahmenbedingungen der COVID-19-Pandemie.
Omega-3 beeinflusst das biologische Altern
Ganz anders sieht es auf zellulärer Ebene aus. Die DO-HEALTH-Studie, vorgestellt im Juni 2026 in Nature Aging, begleitete 777 Personen ab 70 Jahren über drei Jahre. Sie nahmen täglich ein Gramm Omega-3 ein. Ergebnis: Die regelmäßige Zufuhr verlangsamte das biologische Altern – gemessen an epigenetischen Markern – um etwa drei bis vier Monate.
Doch der Zusammenhang zwischen Supplementen und geistiger Gesundheit bleibt komplex. Eine fünfjährige Langzeitbeobachtung der Alzheimer’s Disease Neuroimaging Initiative (ADNI) assoziierte die Einnahme von Omega-3-Präparaten bei älteren Erwachsenen sogar mit einem schnelleren kognitiven Abbau. Die Autoren betonten: Dies ist eine statistische Beobachtung, kein Beleg für Kausalität.
Nahrung schlägt Kapsel
Fachleute weisen zunehmend auf einen entscheidenden Faktor hin: die Quelle der Fettsäuren. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2023 zeigte, dass Omega-3 aus natürlicher Nahrung mit einem niedrigeren Demenzrisiko verbunden ist. Dieser Vorteil lässt sich offenbar nicht auf isolierte Kapseln übertragen.
Experten empfehlen daher, den Bedarf vorrangig über die Ernährung zu decken. Eine mediterrane Kost gilt hier als besonders geeignet. Die Lancet Commission betonte bereits 2024 die Bedeutung weiterer Lebensstilfaktoren: regelmäßige Bewegung, soziale Kontakte und konsequente Blutdruckkontrolle.
Blutdruck als entscheidender Risikofaktor
Forscher der Michigan Technological University untermauerten den Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Gesundheit und Gehirnfunktion im Juni 2026. Demnach erhöht Bluthochdruck das Alzheimer-Risiko um den Faktor 1,57. Noch drastischer: Ausgeprägter niedriger Blutdruck steigert das Risiko sogar um den Faktor 2,74.
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Zur Sicherheit von Omega-3-Präparaten: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft bis zu fünf Gramm EPA und DHA täglich als unbedenklich ein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt jedoch: Bei Menschen mit bestehenden Herzerkrankungen könnte ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bestehen.
Training fürs Gehirn
Neben der Ernährung zeigen andere Ansätze Wirkung. Eine Studie der University of Texas in Dallas mit fast 4000 Teilnehmern zwischen 19 und 94 Jahren legt nahe: Bereits kurzes, tägliches Hirntraining über drei Jahre verbessert die geistige Gesundheit in allen Altersgruppen. Besonders profitierten jene mit niedrigeren Ausgangswerten.
