Bewegungsmangel, WHO

Bewegungsmangel bei Kindern: WHO sieht mehr als 80 Prozent unter Aktivitätsziel

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein wissenschaftlich fundiertes Programm qualifiziert Hotelpersonal für Bewegungsangebote an Drei- bis Zehnjährige.

Kinderhotels und Uni Innsbruck entwickeln Bewegungscoach-Weiterbildung
Ein heller, moderner Bewegungsraum für Kinder mit Kletterelementen, Bodenmatten und Turnringen in einer Sporthalle. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Förderung von Bewegung bei Kindern gewinnt in verschiedenen Dienstleistungssektoren an Bedeutung. Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ist eine Kooperation zwischen dem Hotelverbund Original Kinderhotels Europa und dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck.

Gemeinsam haben die Partner die Weiterbildung zum sogenannten „Kinder-Bewegungscoach“ konzipiert, um Hotel-Mitarbeitende speziell für sportliche Angebote im Tourismusbereich zu qualifizieren.

Wissenschaftliche Fundierung und inhaltliche Schwerpunkte

Die Notwendigkeit für qualifizierte Bewegungsangebote wird durch Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstrichen. Laut WHO erreichen weltweit mehr als 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen die empfohlenen Aktivitätswerte nicht.

Vor diesem Hintergrund basiert das neue Schulungsprogramm der Kinderhotels auf einer wissenschaftlichen Untersuchung. Grundlage der Weiterbildung ist eine Studie, die 17 Experteninterviews sowie die Befragung von knapp 1.500 Familien umfasste.

Die wissenschaftliche Leitung des Projekts liegt beim Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck unter der Führung von Institutsleiter Martin Schnitzer. Das Programm ist modular aufgebaut und umfasst drei jeweils zweitägige Einheiten. Diese richten sich an Hotel-Mitarbeitende und konzentrieren sich auf Bewegungsangebote für die Altersgruppe der Drei- bis Zehnjährigen.

Ein erstes Modul wurde im September 2026 durchgeführt; die weiteren Abschnitte sind für Januar und Juni 2027 geplant. Mitgliedsbetriebe, die mindestens einen ausgebildeten Coach beschäftigen, sollen künftig auf der Website des Verbunds entsprechend gekennzeichnet werden.

Qualifizierungstrends im Vereins- und Schulsport

Parallel zu den Entwicklungen im Tourismussektor zeigen sich auch im organisierten Sport und im Bildungswesen verstärkte Anstrengungen zur Professionalisierung. Beim SC Bernburg startete Ende September ein Lehrgang zur C-Lizenz-Profilausbildung für den Kinderbereich.

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Das Format setzt auf Blended Learning, eine Kombination aus Onlinephasen und insgesamt sechs Präsenztagen. Zu den behandelten Themen gehören die Trainingsplanung nach dem G-A-G-Modell, Entwicklungstabellen für Kinder sowie die Differenzierung zwischen klassischem Trainerhandeln und Coaching.

Auch im schulischen Umfeld werden Kapazitäten durch gezielte Fortbildungen erweitert. In Altenkirchen fand im September 2026 eine dreitägige Qualifizierung für Lehrkräfte statt, die in Zusammenarbeit mit der DLRG Ortsgruppe Altenkirchen und dem Pädagogischen Landesinstitut durchgeführt wurde.

Ziel dieser Maßnahme, an der 23 Lehrkräfte teilnahmen, ist es, dem Mangel an Schwimmlehrern entgegenzuwirken und die Unterrichtsberechtigung für das Schwimmen zu vermitteln.

Qualitätssicherung und institutionelle Rahmenbedingungen

Die Anforderungen an die Qualifikation von Personal in der Bewegungsförderung unterliegen oft strengen Richtlinien, insbesondere wenn eine Anerkennung durch öffentliche Stellen oder Krankenkassen angestrebt wird.

Im Bereich Yoga etwa fordert die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) für eine Zertifizierung durch gesetzliche Krankenkassen mindestens 500 Ausbildungsstunden sowie nachgewiesene Unterrichtspraxis.

Laut einer repräsentativen Studie der GfK im Auftrag des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland (BDYoga) praktizieren rund 20 Prozent der Menschen in Deutschland regelmäßig Yoga, was die Nachfrage nach zertifizierten Ausbildungsgängen erhöht.

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Zusätzlich zur fachlichen Qualifikation setzen Institutionen vermehrt auf finanzielle Anreize und Wettbewerbsformate, um die Bewegungsrate zu steigern. Ein Beispiel ist das „AOK-Laufwunder“ in Schleswig-Holstein für das Schuljahr 2026/2027. Bei diesem Wettbewerb, der vom Bildungsministerium unterstützt wird, können Schulen Preisgelder von insgesamt 5.000 Euro gewinnen.

Gewertet wird dabei die Laufleistung der gesamten Schule über Zeiträume von 15, 30 oder 60 Minuten. Solche Initiativen ergänzen die Bemühungen um eine fundierte Ausbildung des Personals durch großflächige Motivationsprogramme im Kinder- und Jugendbereich.

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