Bewegungsmangel bei Jugendlichen: Nur 15% erfüllen Aktivitätsstandards
05.06.2026 - 13:36:14 | boerse-global.de
Während ehemalige Nationalspieler Disziplin und Hingabe fordern, kämpfen Athleten mit den Schattenseiten des Leistungsdrucks.
Kritik am Work-Life-Balance-Konzept
Pierre Littbarski äußerte sich heute kritisch zum Thema Work-Life-Balance im Spitzensport. Der ehemalige Nationalspieler sieht die Gefahr, dass die nötige Leistungsbereitschaft für große Turniere darunter leidet. Auch Oliver Bierhoff betonte gestern: Für die deutsche Nationalmannschaft sei bei der WM 2026 vieles möglich – wenn Geschlossenheit, Disziplin und Teamgeist im Vordergrund stehen.
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Strukturprobleme in der Nationalelf
Philipp Lahm bemängelte Anfang der Woche, dass der Mannschaft seit Jahren ein fester Kern fehle. Stefan Reuter bestätigte das Fehlen einer klaren Hierarchie. Trainer Julian Nagelsmann setzt dagegen auf Verjüngung und berief den 18-jährigen Lennart Karl sowie Aleksandar Pavlovic und Nathaniel Brown. Kapitän Joshua Kimmich befürwortet diesen Kurs ausdrücklich.
Familie und Spitzensport – ein Beispiel
Die Triathletin Daniela Bleymehl zeigt, wie beides vereinbar ist. Die 37-Jährige startet am 5. Juli bei der Challenge Roth – ihr drittes Comeback nach der Geburt ihrer Kinder in den Jahren 2011, 2021 und 2025. Bereits für die WM auf Hawaii qualifiziert, will sie ihre Bestzeit von 8:28:09 Stunden unterbieten.
Seit gestern zeigt eine Dokumentation zudem Einblicke in das Leben von Lukas Podolski. Der ehemalige Nationalspieler ist nach seiner Karriere Anteilseigner bei Górnik Zabrze und betont die Bedeutung von Gemeinschaftserlebnissen im Sport.
Die Schattenseiten: Bewegungsmangel und Essstörungen
RB-Leipzig-Torwart Péter Gulácsi schlug am Dienstag auf einem Fachgipfel Alarm. Nur 15 Prozent der 11- bis 17-Jährigen bewegen sich ausreichend. Die Ausstiegsquote aus dem Leistungssport liegt bei Jungen bei 75 Prozent, bei Mädchen sogar bei 90 Prozent.
Gleichzeitig rücken gesundheitliche Risiken wie Essstörungen in den Fokus. Volleyballerinnen wie Betty Lange und Lotte Goertz berichten von immensem Schlankheitsdruck in ihrer Sportart – mit klinischen Aufenthalten und psychischen Belastungen. Der Deutsche Volleyball-Verband sieht darin kein strukturelles Problem. Sportmediziner fordern dagegen mehr Aufklärung über die Zusammenhänge von Gewicht und Leistung.
Wirtschaftliche Herausforderungen
Die Auswirkungen großer Turniere auf die Arbeitswelt beschäftigt auch Arbeitgeber. Die Organisation „Angestellte Schweiz“ veröffentlichte am Dienstag ein Informationsblatt zu den Wechselwirkungen zwischen Sportevents und Arbeitsrecht.
DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig warnte heute vor finanziellen Defiziten im Zusammenhang mit der WM 2026. Trotz prognostizierter Rekordeinnahmen der FIFA von rund 8,9 Milliarden US-Dollar und Preisgeldern von 871 Millionen US-Dollar stünden dem Verband erhebliche Kosten für Logistik und Reisen gegenüber.
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