Bewegung an Grundschulen: Nur 11 Prozent der Mädchen schaffen 60 Minuten täglich
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 20:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schulalltag vieler Kinder ist von langem Sitzen und Bewegungsmangel geprägt. Vor diesem Hintergrund haben Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Kultusministerin Anna Stolz die Grundschule an der Margarethe-Danzi-Straße in München besucht.
Die Regierungsmitglieder beteiligten sich vor Ort an verschiedenen Bewegungsstationen sowie an einem sportlichen Work-out mit dem Maskottchen Timi Tiger. Im Mittelpunkt des Besuchs standen praktische Ansätze, wie körperliche Aktivität und gesunde Lebensweisen direkt im schulischen Umfeld verankert werden können.
Bewegung im Unterricht und gesunde Ernährung
An der Münchner Grundschule beschränkt sich körperliche Betätigung nicht allein auf den klassischen Sportunterricht. Die Einrichtung integriert Bewegungselemente auch in reguläre Unterrichtsfächer wie Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht (HSU).
Nach den absolvierten Bewegungsstationen und einer gemeinsamen Tanzeinlage mit Timi Tiger widmeten sich Söder, Gerlach und Stolz dem Thema der ausgewogenen Ernährung. Sie informierten sich ausführlich über bestehende Bewegungs- und Ernährungsangebote und warben dafür, beide Bereiche fest im Schulalltag zu etablieren.
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Alarmierende Daten zu Aktivität und Wohlbefinden
Die Notwendigkeit solcher Initiativen wird durch wissenschaftliche Erhebungen verdeutlicht. Wie Ergebnisse der HBSC-Studie zeigen, berichtet mittlerweile jedes zweite Mädchen und etwa jeder dritte Junge von psychosomatischen Beschwerden.
Zudem verdeutlichen weitere Studien ein deutliches Defizit bei der körperlichen Betätigung von Kindern und Jugendlichen: Lediglich elf Prozent der Mädchen und 21 Prozent der Jungen erreichen demnach die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, sich täglich mindestens 60 Minuten lang zu bewegen.
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Geplante Maßnahmen und der Bayerische Präventionstag
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, setzt der Freistaat auf landesweite Programme. Ein zentraler Baustein ist der Masterplan Prävention, der zehn strukturelle und zehn gesundheitliche Ziele sowie mehr als 250 konkrete Vorhaben umfasst. Begleitend dazu enthält der Präventionspool des bayerischen Gesundheitsministeriums bereits mehr als 400 Einträge mit praxiserprobten Konzepten.
Zusätzlich soll nach Plänen der bayerischen Staatsregierung im kommenden Schuljahr eine dritte Sportstunde für die ersten Klassen eingeführt werden. Als weiterer Impulsgeber dient der Bayerische Präventionstag, der am 12. Oktober 2026 stattfindet.
Nachdem der Aktionstag 2025 erstmals an bayerischen Schulen durchgeführt worden war, sind nach Angaben von Gesundheitsministerin Judith Gerlach für die diesjährige Auflage landesweit fast 400 Veranstaltungen angemeldet.
