Betrugswelle, Senioren

Betrugswelle: Senioren verlieren Zehntausende durch Schockanrufe

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 05:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden warnen vor emotionalen Telefonbetrügern, KI-Phishing und WhatsApp-Angriffen; 2025 meldete das FBI Schäden von über 893 Millionen US-Dollar.

Betrugswelle mit KI und Schockanrufen setzt Bürger unter Druck
Ein Smartphone und ein Telefonhörer liegen auf einem dunklen Schreibtisch als Symbol für betrügerische Anrufe. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Sicherheitsbehörden weisen aktuell auf eine Verschärfung der Bedrohungslage durch hochspezialisierte Betrugsversuche über Messenger-Dienste und Telefonverbindungen hin. Dabei kommen verstärkt psychologische Manipulationstechniken sowie technisch manipulierte Videoinhalte zum Einsatz, um Opfer unter Druck zu setzen und finanzielle Transaktionen zu provozieren.

Hohe Schäden durch Schockanrufe in Thüringen

Wie die Polizei Ende August mitteilte, kam es in Jena-Lobeda zu einem schwerwiegenden Vorfall, bei dem eine 83-jährige Seniorin mehrere Zehntausend Euro verlor.

Die Täter kontaktierten die Frau und behaupteten, ein naher Angehöriger sei schwer an Krebs erkrankt und benötige dringend finanzielle Mittel für lebensnotwendige Medikamente. Durch den hohen psychologischen Druck bewegten die Betrüger das Opfer dazu, die Summe direkt an ihrer Wohnungstür zu übergeben.

Die Ermittler warnen in diesem Zusammenhang eindringlich vor derartigen Maschen, die gezielt Emotionen und Zeitdruck ausnutzen. Die Polizei rät Bürgern, bei verdächtigen Anrufen misstrauisch zu bleiben, keine persönlichen Daten preiszugeben und das Gespräch umgehend zu beenden. Stattdessen sollten Angehörige über bereits bekannte Telefonnummern selbst kontaktiert werden, um den Sachverhalt zu klären.

Technologische Aufrüstung durch KI und Phishing-Videos

Parallel zu den telefonischen Betrugsversuchen beobachten Behörden eine zunehmende technische Professionalisierung. Das russische Innenministerium (UMWD) warnt vor einer neuen Methode, bei der gefälschte Videos einen vermeintlichen Hack des staatlichen Gosuslugi-Portals simulieren.

Die Opfer werden durch Phishing-Links auf manipulierte Seiten geleitet, auf denen sie mit täuschend echten Warnmeldungen konfrontiert werden. Das Ministerium stellte klar, dass Behörden grundsätzlich nicht über Messenger-Dienste kommunizieren und niemals zur Preisgabe von Zugangsdaten über solche Kanäle auffordern.

Anzeige

Wer sich mit dem Schutz vor Betrug befasst, sollte auch die Sicherheit seines Mobilgeräts im Blick haben. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, um Ihr Smartphone effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch abzusichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Auch die Organisation OpenAI und mehr als 100 weitere Institutionen äußerten sich in einem offenen Brief besorgt über die Zunahme von Cyberangriffen, die durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt werden. Den Experten zufolge ermögliche KI es Angreifern, Phishing-Versuche kostengünstiger und wesentlich persönlicher zu gestalten.

Die Dimension dieser Bedrohung verdeutlichen Zahlen des FBI für das Jahr 2025: In diesem Zeitraum wurden über 22.000 Anzeigen im Bereich digitaler Betrug verzeichnet, wobei der Gesamtschaden auf mehr als 893 Millionen US-Dollar beziffert wurde.

Sicherheitslücken bei Messenger-Diensten

Ein weiteres Risiko stellen sogenannte Zero-Click-Angriffe auf den Kurznachrichtendienst WhatsApp dar. Laut Polizeiberichten zielen diese Attacken insbesondere auf Sicherheitslücken in veralteten Versionen des Betriebssystems iOS sowie auf nicht aktualisierte WhatsApp-Anwendungen auf Apple-Geräten ab.

Um sich vor derartigen Übergriffen zu schützen, empfehlen Experten die konsequente Installation von Software-Updates sowie die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Zudem sollten Nutzer regelmäßig prüfen, welche Geräte mit ihrem Account verbunden sind, und bei einem Verdacht auf einen Hack umgehend ihre Kontakte informieren.

Anzeige

Besonders bei der Nutzung von Messenger-Diensten wie WhatsApp ist ein aktuelles System die beste Verteidigung gegen Angriffe. Wie Sie notwendige Aktualisierungen ohne Stress durchführen und dabei Ihre Privatsphäre optimal schützen, erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden. iOS-Updates sicher installieren und Privatsphäre schützen

Warnungen der Rentenversicherung

Zusätzlich zu den polizeilichen Warnmeldungen schlägt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Alarm. Sie berichtet von einer Häufung von Phishing-Mails, Scam-Anrufen und gefälschten Videos, die im Namen der Rentenversicherung verbreitet werden.

Die DRV betonte, dass sie niemals Zahlungen oder sensible Daten per Telefon oder E-Mail einfordere. Kunden sollten sich nicht unter Druck setzen lassen und im Zweifelsfall ausschließlich offizielle Kontaktwege nutzen. Für Rückfragen steht das Servicetelefon der DRV unter der Nummer 0800 1000 4800 zur Verfügung.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70026566 |