Betrugswelle mit KI: 280.000 Euro in einer Woche erbeutet
24.06.2026 - 22:37:20 | boerse-global.de
In mehreren Bundesländern und der Schweiz häufen sich massive Betrugsfälle mit Schockanrufen und manipulierten Telefonnummern. Die Täter setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz.
280.000 Euro in einer Woche erbeutet
Zwischen dem 15. und 23. Juni erschlichen sich Betrüger im Raum Stuttgart rund 280.000 Euro. Die Polizei zählte sieben Anzeigen aus Gemeinden wie Schwieberdingen, Weissach und Schönaich. Die Täter gaben sich als Polizisten, Bankmitarbeiter oder Ärzte aus.
In Gifhorn traf es einen 64-jährigen Unternehmer. Falsche Polizeibeamte entwendeten ihm 100.000 Euro. Die Übergabe fand am 23. Juni auf einem Parkplatz statt.
Glück im Unglück in Stuttgart-Nord: Eine Goldhändlerin wurde misstrauisch. Eine Seniorin wollte Edelmetalle aus ihrem Schließfach abholen – angeblich wegen eines Unfalls ihrer Tochter. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen an der Birkenwaldstraße fest.
KI macht Betrug gefährlicher
Die Angriffe werden professioneller. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das World Economic Forum zeigen: 86 Prozent aller Phishing-Angriffe nutzen inzwischen KI. Die Erfolgsquote liegt bei 54 Prozent – bei klassischen Methoden sind es nur 12 Prozent.
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Die Täter personalisieren Nachrichten und imitieren Stimmen. Der Pflegestützpunkt Lörrach warnte am 24. Juni vor Betrügern, die sich als Pflegeberater ausgeben. In einem Fall imitierten sie die Stimme der Tochter eines Opfers.
Das Bundeskriminalamt registrierte im vergangenen Jahr über 380.000 Phishing-Fälle. Bitkom beziffert den Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft auf rund 289 Milliarden Euro.
Spoofing: Falsche Nummern, echte Gefahr
Die Kantonspolizei Zürich warnt vor einer neuen Masche. Betrüger täuschen die Telefonnummer der Zürcher Elektrizitätswerke (EWZ) vor. Über gefälschte Webseiten wollen sie Zugriff auf Twint-Konten erlangen.
Auch andere Bereiche sind betroffen:
- Rentenversicherung: Phishing-Mails locken mit angeblichen Sicherheitsverbesserungen auf gefälschte Webseiten
- Amazon Prime Days: Sicherheitsexperten warnen vor gefälschten Versandbestätigungen. In Sulzbach-Rosenberg verlor ein Mann 5.000 Euro an einen falschen Amazon-Mitarbeiter
- Kfz-Zulassung: Der Landkreis Augsburg warnt vor Drittanbietern mit überhöhten Gebühren
Besonders mobile Nutzer sind durch manipulierte Webseiten und gefälschte SMS-Nachrichten gefährdet, da Betrüger hier oft direkt auf Zahlungsdienste zugreifen wollen. Dieser Gratis-Ratgeber zeigt Ihnen fünf einfache Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Smartphone sofort gegen diese Angriffe immun machen. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone jetzt entdecken
Google klagt gegen Milliarden-Schaden
Weltweit geht Google gegen ein chinesisches Netzwerk namens Outsider Enterprise vor. Die Phishing-Aktivitäten sollen Schäden von 1,8 Milliarden Euro verursacht haben. Rund 3,8 Millionen Kreditkartendaten wurden gestohlen.
Die Behörden raten: Bei unaufgeforderten Geldforderungen oder Datenabfragen sofort auflegen. Nutzen Sie offizielle Kanäle zur Verifizierung.
