Betrugsmasche: Gefälschte Sparkassen-Nummern locken Senioren zur Preisgabe von Daten
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 12:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Juli fünf Objekte in Syke, Weyhe und Wildeshausen durchsucht. Die Beamten stellten Smartphones und Geschäftsunterlagen sicher. Die Ermittlungen richten sich gegen vier Beschuldigte im Alter von 34 bis 49 Jahren.
Ende April begann die Spur in Vechta
Auslöser der Razzia war ein Vorfall Ende April. Zwei 77-Jährige aus Vechta wurden durch manipulierte Telefonanrufe geschädigt. Ein Mann wurde zu Überweisungen überredet, eine Frau gab ihre Online-Banking-Daten preis. Der Gesamtschaden liegt im mittleren fünfstelligen Bereich.
Die Tätergruppe agierte offenbar gewerbsmäßig und bandenmäßig. Seit Ende April ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta gegen die vier Verdächtigen aus Weyhe und Wildeshausen.
„Taxi-Masche“ in der Schweiz: 185.000 Franken Schaden
Auch die Schweiz kämpft mit ähnlichen Betrugsmaschen. Die Polizei St. Gallen meldet für die Zeit vom 30. Juni bis 8. Juli einen Schaden von 185.000 Franken. Die Täter wiesen ihre Opfer telefonisch an, Bargeld abzuheben und in bereitgestellten Taxis zu deponieren.
In drei Fällen erbeuteten die Betrüger 130.000, 40.000 und 15.000 Franken. Die Taxifahrer transportierten das Geld, ohne vom betrügerischen Hintergrund zu wissen.
Falsche Sparkassen-Mitarbeiter an der Haustür
Die Polizei Bielefeld und lokale Kreditinstitute warnen vor einer neuen Masche: Betrüger lassen gezielt Telefonnummern von Sparkassen-Servicecentern im Display erscheinen. Unter dem Vorwand einer angeblichen Kontogefährdung erlangen sie so Online-Banking-Zugangsdaten.
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In West- und Nordhessen sowie Nordrhein-Westfalen kam es zudem zu persönlichen Kontaktversuchen:
- Körle (Hessen): Am 8. Juli gaben sich zwei Unbekannte als Sparkassen-Mitarbeiter aus und erlangten Bankkarten und PIN einer Seniorin. Kurz darauf wurden 6.000 Euro abgebucht.
- Hattingen: Ein 85-Jähriger übergab nach einem Anruf seine EC-Karte an eine Abholerin. Es folgte eine Bargeldabhebung im niedrigen vierstelligen Bereich.
- Hünxe: Am 9. Juli nahm ein angeblicher Außendienstmitarbeiter Bargeld und eine Bankkarte zur angeblichen Falschgeldprüfung mit.
- Paderborn: Ein 77-Jähriger überwies über mehrere Wochen Geld an eine fiktive Bank.
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Was Sie jetzt tun sollten
Finanzinstitute und Polizei warnen eindringlich: Mitarbeiter von Kreditinstituten fragen niemals telefonisch nach Zugangsdaten, PINs oder Passwörtern. Auch werden Bankkarten oder Bargeld nie durch Boten an der Haustür zur Prüfung abgeholt.
Bei verdächtigen Anrufen: sofort auflegen und das Institut über die offiziellen Telefonnummern selbst zurückrufen. Informieren Sie auch Angehörige über die aktuellen Maschen – die Täter orientieren sich bei ihrer Opfersuche häufig an Telefonbucheinträgen, die auf eine ältere Generation hindeuten.
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