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Beruflicher Stress: MBSR und Qigong verbinden Achtsamkeit mit Bewegung

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
MBSR und Qigong fördern Selbstregulation und Entspannung, ersetzen bei beruflicher Überlastung jedoch keine organisatorischen Veränderungen.
Ein minimalistischer Zen-Garten mit glatten Flusskieselsteinen auf geharktem Sand bei sanftem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Achtsamkeitstraining und Qigong gewinnen als strukturierte Methoden zunehmend an Bedeutung, um Belastungen im Berufsalltag abzubauen. Die Kombination aus evidenzbasierter Achtsamkeit und gezielten körperlichen Übungen zielt darauf ab, chronischen Stress zu reduzieren und das individuelle Energieniveau nachhaltig zu stabilisieren. Verschiedene Institutionen, Bildungsträger und regionale Netzwerke setzen diese Ansätze verstärkt in Kursen, Seminaren und Gesundheitsprogrammen ein.

Grundlagen und Wirkungsweisen von MBSR und Qigong

Ein etablierter Ansatz der Stressbewältigung ist das Programm Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR). Es beinhaltet Elemente wie Meditation, achtsame Körperwahrnehmung und gezielte Bewegung sowie die bewusste Reflexion eigener Belastungsmuster.

Ziel ist es, aufkommende Gedanken und Gefühle im jeweiligen Moment wahrzunehmen, anstatt auf äußere Reize automatisch zu reagieren. Die MBSR-Lehrerin Sabine Lang aus Trippstadt, die seit zehn Jahren entsprechende Kurse und Coachings leitet, vermittelt diese Praxis zur Stärkung der Selbstregulation.

Parallel dazu bietet das traditionelle Qigong ein ganzheitliches Bewegungssystem. Es umfasst kontrollierte Atemführung, Konzentrationsschulung sowie sanfte Bewegungsabläufe, die der Haltungsausrichtung und Entspannung dienen.

Beim Medical-Qigong-Training stehen neben der Stresswahrnehmung insbesondere Balance und Körperkontrolle im Fokus. Fachleute weisen darauf hin, dass die Qualität und Ausgestaltung solcher Trainingsprogramme stark von den Qualifikationen der jeweiligen Lehrkräfte abhängen.

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In der Praxis vermitteln etwa Gruppen wie jene des Nachbarschaftsheims Jüterbog e.V. die fernöstliche Atempraxis, während die Sportvereinigung Weil im Schönbuch e.V. den Yin-Stil nach Yang Cheng Fu nutzt, um Beweglichkeit, Muskulatur und Gleichgewicht zu stärken.

Qigong-Lehrerin Tina Karl-Liesching aus Karlsruhe stellte in der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“ ebenfalls Übungen zur körperlichen und mentalen Kräftigung vor.

Ergänzende Anwendungen in Medizin und Bildungsstätten

Die Verfahren finden zudem in therapeutischen und akademischen Kontexten Anwendung. In einem Fachwebinar erklärte Veronika Matzi, ärztliche Direktorin der Klinik Oberwart, dass evidenzbasierte komplementärmedizinische Ansätze die konventionelle Krebstherapie begleiten können.

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Neben Bewegungsprogrammen und psychoonkologischer Betreuung unterstützen Mind-Body-Verfahren wie Meditation, Achtsamkeit und Yoga dabei, therapiebedingte Beschwerden wie Erschöpfung, Übelkeit und psychische Belastungen abzumildern. Akupunktur werde zudem gegen Übelkeit genutzt, während bei Naturprodukten auf mögliche Wechselwirkungen geachtet werden müsse.

Auch Universitäten binden Achtsamkeit in ihre Strukturen ein. An der Universität Oldenburg organisieren das Studentische Gesundheitsmanagement und der Hochschulsport im Wintersemester 2026/2027 spezielle Workshops für Studierende und Lehrende. Das Programm umfasst Kurse zu Themen wie bewegter und achtsamer Lehre, Zeitmanagement sowie mehrwöchige Lernpausen mit Entspannungs- und Yogaelementen.

Grenzen von Individualangeboten bei Arbeitsüberlastung

Trotz der nachgewiesenen Effekte stoßen reine Individualmaßnahmen an Grenzen, wenn Ursachen in den äußeren Rahmenbedingungen liegen. Wie Branchenbeobachter und Fachberichte betonen, können Entspannungsübungen und Achtsamkeitswochen – wie etwa die mehrtägigen Achtsamkeitstage auf Juist oder lokale Bewegungsveranstaltungen in Murg – zwar wichtige Impulse zur Regeneration setzen. Sie ersetzen jedoch keine eingehende Analyse von Arbeitsbedingungen.

Liegt eine strukturelle Überlastung am Arbeitsplatz vor, erfordert dies vor allem konkrete organisatorische Anpassungen wie den Abbau von Zeitdruck, eine Klärung der Meetingkultur sowie eine adäquate Ressourcenverteilung, statt die Bewältigung allein auf persönliche Achtsamkeitsübungen zu verlagern.

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