Bauchfett, Taillenumfang

Bauchfett: Taillenumfang ist besserer Krebs-Indikator als BMI

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 19:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher korrigieren Krebsrisiko durch Übergewicht nach oben. Krafttraining ab 50 ist effektiv, und eine neue Wegovy-Tablette kommt.

Bauchfett: Neue Studien entlarven Trainingsmythen und zeigen Wege
Eine Person mit sichtbaren Bauchmuskeln, im Hintergrund verschwommene wissenschaftliche Geräte und Datenvisualisierungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Studien zeigen jetzt: Viele Trainingsmythen sind überholt, während die Forschung völlig neue Ansätze liefert.

Krebsrisiko: Warum der Taillenumfang wichtiger ist als der BMI

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben Mitte Juli 2026 alarmierende Zahlen veröffentlicht. Demnach lassen sich bis zu 11,5 Prozent aller Krebserkrankungen auf Übergewicht zurückführen. Das ist eine deutliche Korrektur früherer Schätzungen von zwei bis acht Prozent.

Besonders betroffen: Frauen und Menschen unter 60 Jahren. Der Taillenumfang entpuppt sich dabei als präziserer Risiko-Indikator als der klassische BMI. Als biologische Ursachen gelten chronische Entzündungen, ein Überschuss an Östrogen sowie Insulinresistenz. Insgesamt identifizierten die Forscher 13 Krebsarten, deren Entstehung durch Übergewicht begünstigt wird.

Doch warum setzt sich Fett im Alter besonders am Bauch fest? Wissenschaftler der City of Hope und der UCLA haben einen spezifischen Auslöser entdeckt: sogenannte CP-As-Zellen. Diese Stammzellen produzieren mit zunehmendem Alter vermehrt Fettzellen – gesteuert über den LIFR-Signalweg. Auch beim Menschen wurden ähnliche Zellen nachgewiesen. Das eröffnet Perspektiven für künftige Therapien gegen altersbedingte Fetteinlagerungen.

Die größten Trainingsirrtümer

Viele Fitness-Studios schwören auf stundenlanges Bauchmuskeltraining. Doch das ist laut Experten Zeitverschwendung. „Fett gezielt an einer bestimmten Stelle zu verbrennen, ist ein Mythos“, erklärte ein Personal Trainer Mitte Juli 2026.

Die Sichtbarkeit der Bauchmuskulatur hängt von einer Kombination aus Ganzkörpertraining und Ernährung ab. Weitere Irrtümer:

  • Fettverbrennung beginnt nicht erst nach 30 Minuten, sondern ab der ersten Minute
  • Muskelkater ist kein Zeichen für effektives Training
  • Statisches Dehnen vor dem Training kann die Leistung sogar mindern
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Krafttraining: Auch mit 70 noch möglich

Eine Oberärztin des Inselspitals Bern empfahl Mitte Juli 2026 für Frauen in der Menopause mindestens ein bis zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche. Ideal sind acht bis zwölf Wiederholungen pro Übung.

Dass das auch im hohen Alter funktioniert, zeigen beeindruckende Beispiele: Barbara Phillips begann mit 71 Jahren – und ist heute mit 75 fitter als viele Gleichaltrige. Die 80-jährige Joan MacDonald erzielte durch konsequentes Training und proteinreiche Ernährung beachtliche Erfolge.

Minimal-Dosis: 40 Minuten pro Woche reichen

Eine aktuelle Auswertung des DKFZ in der Fachzeitschrift „Frontiers in Public Health“ vom 17. Juli 2026 zeigt: Bereits 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche können die WHO-Empfehlungen erfüllen. Voraussetzung ist hohe Intensität bei Übungen wie Kniebeugen, Liegestützen und Klimmzügen.

Durch Supersätze lässt sich die Trainingszeit um bis zu 37 Prozent reduzieren. Auch kurze Einheiten – sogenannte „Exercise Snacks“ – aktivieren den Stoffwechsel effektiv.

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Ernährung: Glukose-Diät unter Beschuss

Die sogenannte Glukose-Diät nach Jessie Inchauspé empfiehlt eine bestimmte Essensreihenfolge: zuerst Ballaststoffe, dann Fette und Proteine, zuletzt Kohlenhydrate. Das soll Blutzuckerspitzen vermeiden.

Doch ein Ernährungswissenschaftler warnte am 18. Juli 2026 vor fehlenden wissenschaftlichen Belegen für diesen „Trick“. Er kritisierte zudem den wachsenden Druck zur Selbstoptimierung.

Erfolgversprechender: Eine Studie im „BMJ Nutrition“ zeigte, dass Patienten mit Typ-2-Diabetes durch eine sechsmonatige „Low-Insulin-Diät“ mit Gemüse, Eiern und Fleisch ihren Blutzucker um 17 Prozent senkten und durchschnittlich 5,2 Kilogramm abnahmen.

Wegovy als Tablette: Neue Hoffnung – mit Risiken

Die EU-Kommission hat Mitte Juli 2026 die Zulassung für eine Wegovy-Tablette erteilt. Das orale Semaglutid soll ab August 2026 erhältlich sein. Studiendaten zeigen einen möglichen Gewichtsverlust von 14 Prozent über 64 Wochen.

Noch spannender: Eine Untersuchung im „JAMA Network Open“ deutet darauf hin, dass GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid das Alzheimer-Risiko um 33 Prozent senken könnten.

Doch Fachgesellschaften wie die DGEM mahnen zur Vorsicht. Bei medikamentöser Gewichtsreduktion droht ein erheblicher Abbau von Muskelmasse. Der Kampf gegen Bauchfett bleibt also komplex – und erfordert mehr als nur eine Pille.

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