Bauchfett, Hormon-Gedächtnis

Bauchfett: Hormon-Gedächtnis der Fettzellen hält zehn Jahre

10.06.2026 - 04:28:59 | boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Hormone, Genetik und ein Fettzellen-Gedächtnis erschweren den Kampf gegen Bauchfett. Medikamente zeigen Erfolge, aber auch Grenzen.

Bauchfett-Kontrolle: Hormone, Gene und Zellgedächtnis im Fokus
Bauchfett - Nahaufnahme eines menschlichen Bauches mit subtilen Anzeichen von Bauchfett und abstrakten, leuchtenden biologischen Pfaden. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus Juni 2026 zeigen: Hormone, Gene und sogar ein Gedächtnis der Fettzellen spielen eine entscheidende Rolle.

Das Wechselspiel zwischen Hormonen und Bauchfett

Übergewicht und Testosteronspiegel beeinflussen sich gegenseitig. Die Mediziner Dr. Marco Randazzo und Dr. Rahel Sahli erklären: Übergewicht senkt den Testosteronspiegel – ein niedriger Spiegel wiederum begünstigt die Fetteinlagerung. Besonders Bewegung und gute Schlafhygiene helfen, den Hormonhaushalt positiv zu beeinflussen.

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Auch die Menopause rückt in den Fokus. Hormonelle Veränderungen in dieser Phase fördern gezielt die Fetteinlagerung im Bauchbereich. Ernährungsumstellungen gelten hier als zentrale Gegenmaßnahme.

Das Gedächtnis der Fettzellen

Warum der Jo-Jo-Effekt so hartnäckig ist? Eine Studie der ETH Zürich in „Nature“ liefert die Antwort. Fettzellen von ehemals Übergewichtigen behalten chemische Markierungen – selbst nach erfolgreicher Gewichtsabnahme. Da Fettzellen bis zu zehn Jahre alt werden können, begünstigen diese Informationen eine schnelle erneute Gewichtszunahme.

Neue Medikamente: Erfolge und Nebenwirkungen

Die Pharmaindustrie macht Fortschritte, kämpft aber mit Problemen. Survodutide reduzierte in einer Phase-III-Studie das viszerale Bauchfett um 34 Prozent nach 76 Wochen. Der Leberfettanteil sank sogar um 63,1 Prozent. Die Abbruchrate lag jedoch bei 19 Prozent – verglichen mit 2,9 Prozent in der Placebogruppe.

Weitere vielversprechende Wirkstoffe:

  • Retatrutid: Dieser Tripel-Agonist erreichte in Phase-2-Studien eine Gewichtsabnahme von bis zu 24,2 Prozent über 48 Wochen.
  • AstraZeneca: Ein neues GLP-1-Tablettenpräparat senkte das Körpergewicht in 36 Wochen um fast 12 Prozent.
  • Apitegromab: Der Antikörper hemmt Myostatin und reduzierte den Muskelverlust während einer Abnehmtherapie von 3,5 auf 1,6 Kilogramm.

Warum Medikamente nicht bei jedem wirken

GLP-1-Präparate wie Ozempic oder Wegovy schlagen nicht bei allen Patienten an. Die Stanford University identifizierte Genvarianten des Enzyms PAM, die die Wirkung abschwächen. Etwa jeder zehnte Mensch trägt diese Variante. Nur 12 Prozent der Träger erreichten ihre Blutzuckerziele nach sechs Monaten – bei Patienten ohne diese genetische Besonderheit waren es 25 Prozent.

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Prävention: Mehr als nur Gewichtsverlust

GLP-1-Rezeptoragonisten könnten mehr bewirken als Gewichtsreduktion. Eine epidemiologische Studie in den „Annals of Oncology“ analysierte Daten von 113 Millionen Patienten. Bei adipösen Personen ohne Diabetes sank das Risiko für Krebserkrankungen um 41 Prozent. Besonders deutlich war der Effekt beim Multiplen Myelom und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Forscher betonen jedoch: Ein kausaler Zusammenhang ist noch nicht abschließend bewiesen.

Präklinische Studien der Yale University zeigen zudem: Eine Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren kann das Wachstum von Tumoren in der Bauchspeicheldrüse hemmen. Bestimmte einfach ungesättigte Fettsäuren könnten das Tumorwachstum dagegen fördern.

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