Bauchfett: Froböse-Formel kombiniert Training, Ernährung, Stressabbau
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 23:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Sportwissenschaftler Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport, hat in seinem Bestseller „Anti-Bauchfett-Formel“ ein Konzept zur effektiven Reduktion von Bauchfett präsentiert. Da viszerales Fettgewebe maßgeblich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöht, kombiniert sein Ansatz Ernährungsumstellungen, gezieltes Training und Stressmanagement.
Die fünf Säulen der Anti-Bauchfett-Formel
Das Programm von Froböse basiert auf fünf zentralen Empfehlungen. Im Bereich der Ernährung rät der Experte zur Reduktion von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten. Stattdessen sollten proteinreiche Lebensmittel und Omega-3-Fette bevorzugt werden. Bei der körperlichen Aktivität setzt die Formel auf eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining sowie High-Intensity Interval Training (HIIT).
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Stressmanagement, wobei Meditation, Yoga und ausreichender Schlaf als wesentliche Faktoren genannt werden. Ergänzend empfiehlt Froböse einen minimalen Alkoholkonsum und betont, dass nur eine langfristige Lebensstiländerung dauerhafte Erfolge ermögliche.
Für den Einstieg sieht sein Konzept eine Vorbereitungsphase von vier bis sechs Monaten vor. Herz-Kreislauf-Patienten sollten das Vorhaben vorab ärztlich abklären lassen.
Physiologische Grundlagen und hormonelle Einflüsse
Viszerales Fett lagert sich in der Bauchhöhle um die inneren Organe an und unterscheidet sich damit vom subkutanen Fett, das direkt unter der Haut liegt. Die Einlagerung wird physiologisch durch Hormone wie Insulin und Cortisol gefördert.
Sportwissenschaftlich gilt die gezielte lokale Fettverbrennung an einer bestimmten Körperstelle („Spot Reduction“) als Mythos. Der Körper reduziert Fettreserven laut aktuellen Erkenntnissen gleichmäßig aus allen vorhandenen Depots.
Ernährungswissenschaftlerin Dr. Angela Bechthold empfiehlt zur Unterstützung des Fettabbaus eine pflanzenbetonte Ernährung. Dabei sollten Fette vorzugsweise aus Nüssen, Fisch und pflanzlichen Ölen wie Raps-, Lein- oder Olivenöl bezogen werden. Ballaststoffreiche Lebensmittel seien verarbeiteten Produkten mit versteckten Fetten vorzuziehen.
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Wissenschaftliche Befunde zur Trainingseffektivität
Untersuchungen untermauern die Wirksamkeit intensiver Trainingsmethoden. Eine Netzwerk-Metaanalyse von Chen et al. aus dem Jahr 2024, die 84 randomisierte Studien mit insgesamt 4.836 Teilnehmern auswertete, identifizierte HIIT und intensives Aerobic-Training als besonders effektiv zur Senkung von viszeralem Fett und des Taillenumfangs.
Auch eine frühere Metaanalyse von Maillard aus dem Jahr 2018 bestätigte die reduzierende Wirkung von HIIT auf das Gesamtfett und speziell auf viszerale Depots.
Für den Erhalt der Muskelmasse während der Gewichtsabnahme spielt Krafttraining eine entscheidende Rolle. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 sowie aktuelle ACSM-Leitlinien weisen darauf hin, dass bereits zwei Trainingseinheiten pro Woche genügen können, um die Muskulatur zu stabilisieren.
In der Forschung wird dieser Prozess als Body Recomposition bezeichnet, was besonders bei Einsteigern und Personen mit höherem Körperfettanteil erfolgreich verläuft.
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Ergänzende Faktoren und Mikronährstoffe
Neben Sport und Ernährung rät Froböse zur Deckung des Magnesiumbedarfs, wobei er Magnesiumcitrat aufgrund der hohen Bioverfügbarkeit hervorhebt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt als Referenzwerte 350 mg pro Tag für Männer und 300 mg für Frauen an. Tests der Verbraucherzentrale zeigten jedoch, dass viele Präparate deutlich über den Empfehlungen liegen.
Beim Training der Rumpfmuskulatur wird zunehmend die Übung „Pallof Press“ als umfassende Alternative zum klassischen Planking genannt, da sie sowohl die gerade als auch die schräge Bauchmuskulatur sowie die Rückenstabilität trainiert. Entscheidend für den dauerhaften Erfolg bleibe jedoch ein moderates Kaloriendefizit in Verbindung mit ausreichendem Schlaf von sieben bis neun Stunden, um den Stoffwechsel optimal zu unterstützen.
