Bauchfett, CP-A-Stammzellen

Bauchfett: CP-A-Stammzellen treiben Zunahme ab 40 Jahren an

28.06.2026 - 20:31:46 | boerse-global.de

Forscher identifizieren CP-A-Stammzellen als Haupttreiber für altersbedingtes Bauchfett-Wachstum und entdecken vielversprechenden LIFR-Signalweg.

CP-A-Stammzellen: Neue Studie erklärt Bauchfett ab 40
Bauchfett - Abstrakte Darstellung von Stammzellen und molekularen Signalwegen im menschlichen Bauchbereich, die die Fettentwicklung symbolisieren. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher haben einen zellulären Mechanismus identifiziert, der für die lästige Fettzunahme in der Lebensmitte verantwortlich ist. Lange galt ein veränderter Lebensstil oder sinkender Grundumsatz als Hauptgrund. Eine aktuelle Studie zeigt: Es sind spezifische Stammzellen, die das Bauchfett-Wachstum antreiben.

Die im Fachjournal Science veröffentlichte Untersuchung liefert eine biologische Erklärung für das Phänomen, dass Männer ab etwa 40 Jahren besonders zur Bildung von viszeralem Bauchfett neigen. Die Forschungsergebnisse entlasten Betroffene vom Vorwurf mangelnder Disziplin – und eröffnen neue therapeutische Perspektiven.

CP-A-Stammzellen als Treiber identifiziert

Ein Team der City of Hope und der UCLA machte sogenannte CP-A-Stammzellen als Hauptverursacher aus. In Versuchen mit Mäusen mittleren Alters entstanden mehr als 80 Prozent der neuen Fettzellen im Bauchraum aus diesen spezifischen Vorläuferzellen.

Mit zunehmendem Alter verändert sich das Verhalten dieser Zellen grundlegend. Während die Fettneubildung bei Jüngeren anderen Regeln folgt, triggern CP-A-Zellen ab der Lebensmitte ein massives Wachstum des viszeralen Fettgewebes. Analysen von menschlichem Gewebe bestätigten den Befund: Auch hier fanden sich CP-A-ähnliche Zellen.

Molekularer Schalter entdeckt

Als entscheidenden Faktor für die Aktivierung identifizierten die Forscher den LIFR-Signalweg (Leukemia Inhibitory Factor Receptor). Er fungiert wie ein molekularer Schalter, der die Produktion neuer Fettzellen im Bauchbereich ankurbelt.

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In experimentellen Modellen ließ sich die Zunahme von Bauchfett verhindern – durch einen gezielten LIFR-Inhibitor. Das ist bedeutsam für künftige Therapien. Denn viszerales Fett ist metabolisch aktiv und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Typ-2-Diabetes. Zugelassene Medikamente, die diesen Mechanismus beim Menschen nutzen, gibt es allerdings noch nicht.

Männer stärker betroffen

Die Studie zeigt deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Männer sind wesentlich stärker von der altersbedingten Aktivierung dieser Stammzellen betroffen als Frauen. Das deckt sich mit klinischen Beobachtungen zur Fettverteilung im Alterungsprozess.

Parallel zu diesen Grundlagen-Erkenntnissen schreitet die Entwicklung allgemeiner Adipositas-Therapien voran. Studien zu Wirkstoffen wie Retatrutid von Eli Lilly belegen Gewichtsverluste von bis zu 28 Prozent über 80 Wochen. Retrospektive Analysen der University of Pennsylvania aus dem Jahr 2026 deuten zudem darauf hin, dass GLP-1-Präparate weitere gesundheitliche Vorteile bieten könnten – etwa eine Senkung des Brustkrebsrisikos bei Frauen um bis zu 35,1 Prozent oder eine Reduktion des Alzheimer-Risikos bei Diabetikern.

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Bis spezifische Inhibitoren für CP-A-Stammzellen klinisch verfügbar sind, bleibt Prävention zentral. Fachleute empfehlen weiterhin die bewährten Maßnahmen zur Stoffwechseloptimierung: angepasste Kalorienzufuhr und regelmäßige Bewegung.

Die Identifikation der CP-A-Zellen unterstreicht die Notwendigkeit, frühzeitig auf biologische Veränderungen zu reagieren. Forschung an der Schnittstelle von Nanomedizin und Stoffwechselerkrankungen – etwa im Projekt „Nano@Liver“ der Universitäten Mainz und Jena – könnte künftig helfen, Wirkstoffe noch gezielter in betroffene Gewebe zu transportieren.

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