Barrierefreiheit, Banking

Barrierefreiheit im Banking: Dhofar Islamic startet Debitkarte für Sehbehinderte

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Dhofar Islamic erleichtert sehbehinderten Kunden den Bankzugang mit taktiler Karte, Braille-Geldautomaten und modernisierten Filialen im Oman.

Dhofar Islamic macht Bankkarten für Sehbehinderte zugänglicher
Ein minimalistischer Bankinnenraum mit taktilen Bodenleitsystemen, die zu einem barrierefreien Schalterbereich führen. Illustration mit AI erstellt.

In einer Initiative zur Stärkung der finanziellen Inklusion hat das omanische Institut Dhofar Islamic eine spezielle Debitkarte für sehbehinderte Kunden vorgestellt. Die Einführung am heutigen Montag markiert einen weiteren Schritt in den weltweiten Bestrebungen der Branche, Bankdienstleistungen durch taktile und digitale Innovationen barrierefreier zu gestalten.

Die neu vorgestellte Karte von Dhofar Islamic verfügt über haptische Informationen, die es den Nutzern ermöglichen, wichtige Daten wie die Kartennummer, den Sicherheitscode und das Ablaufdatum eigenständig zu identifizieren. Flankiert wird die Einführung der Hardware durch weitreichende Anpassungen in der Infrastruktur des Instituts.

Nach Angaben der Bank wurden die Mitarbeiter entsprechend geschult und mehr als 30 Filialen im gesamten Oman modernisiert. Geldautomaten erhielten in diesem Zuge Tastaturen mit Braille-Schrift sowie eine erweiterte Audio-Unterstützung.

Globale Bestrebungen zur Barrierefreiheit im Bankwesen

Die Maßnahmen im Oman stehen im Kontext eines verstärkten Fokus auf inklusive Finanzdienstleistungen. Am heutigen 7. September eröffnete beispielsweise Gangwon Nonghyup in Südkorea einen speziellen Service-Schalter in der Filiale Seo Chuncheon, der sich gezielt an ältere Menschen, Kunden mit Behinderungen und Menschen mit Migrationshintergrund richtet. Für das zweite Halbjahr 2026 sind dort zudem der Einbau von Rampen, Handläufen und digitalen Übersetzungshilfen geplant.

Auch im Bereich der digitalen Schnittstellen zeigen sich Fortschritte. Die NH Nonghyup Bank führte bereits Ende Juli 2026 einen elektronischen Braille-Service für das Internet-Banking ein. Dieser deckt 34 Menüpunkte und 22 Finanzprodukte ab und ermöglicht es Kunden, Kontoinformationen und Zertifikate barrierefrei abzurufen.

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Ähnliche Entwicklungen sind bei südkoreanischen Versicherern und Banken zu beobachten, die verstärkt auf Screenreader-kompatible Bedingungen, Gebärdensprachdolmetscher via Video-Beratung und Sprach-OTPs setzen.

Technologische Modernisierung und struktureller Wandel

Parallel zur physischen Barrierefreiheit treibt der Sektor die technologische Erneuerung voran. Der Finanzdienstleister FIS kündigte für das vierte Quartal 2026 den Start einer speziellen Plattform für Embedded Banking an, an der unter anderem die Cogent Bank und die M&T Bank teilnehmen. Dies soll es Instituten ermöglichen, Konten direkt in Drittanbieter-Plattformen zu integrieren.

Infrastruktur-Anbieter wie AWS investieren derzeit massiv in die digitale Transformation des Sektors. Rund eine Milliarde US-Dollar fließt laut Unternehmensangaben in Programme, die Experten für generative Künstliche Intelligenz direkt in Finanzunternehmen einbinden, um die Ablösung veralteter IT-Systeme zu beschleunigen.

Dass technologische Effizienz auch grenzüberschreitend an Bedeutung gewinnt, zeigten jüngst DBS und Citi: Anfang September 2026 führten sie eine USD-Zahlung mittels tokenisierter Einlagen durch, die lediglich Minuten statt der üblichen zwei Tage beanspruchte.

Regionale Trends und Marktentwicklung

Der Wandel der Bankenlandschaft wird zudem durch veränderte Kundenbedürfnisse und regulatorische Rahmenbedingungen getrieben. In Saudi-Arabien erreichte der Anteil elektronischer Zahlungen im Einzelhandel im vergangenen Jahr bereits 85 Prozent, während das Kreditvolumen für kleine und mittlere Unternehmen bis Ende 2025 auf 467 Milliarden Saudi-Riyal anstieg.

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Im Vereinigten Königreich erwirtschafteten führende Fintechs wie Revolut und Wise im Jahr 2024 einen Vorsteuergewinn von insgesamt 2,4 Milliarden Britischen Pfund. Diese Unternehmen decken mittlerweile mehr als 68 Prozent der Kreditvergabe an britische Mittelständler ab, was den zunehmenden Wettbewerbsdruck auf traditionelle Institute unterstreicht.

Vor diesem Hintergrund raten Experten, wie das Korea Financial Research Institute in einem aktuellen Bericht, insbesondere Regionalbanken zu einer verstärkten IT-Integration oder langfristigen Zusammenschlüssen, um im digitalisierten Marktumfeld bestehen zu können.

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