Barrierefreies, Wohnen

Barrierefreies Wohnen: 35,5-Millionen-Projekt am Störmthaler See startet

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 01:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Am Störmthaler See entsteht bis Ende 2028 ein inklusiver Campingplatz; parallel wachsen barrierefreie Wohn- und Freizeitangebote in Deutschland.

Großpösna startet 35,5-Millionen-Euro-Projekt für inklusive Ferien
Ein ruhiger Seeuferweg bei Sonnenuntergang, der in eine weitläufige, grüne Naturlandschaft führt. Illustration mit AI erstellt.

Der Spatenstich für einen Inklusionscampingplatz am Störmthaler See in der Gemeinde Großpösna markiert eines der derzeit größten Projekte im Bereich barrierefreies Wohnen und inklusiver Freizeitgestaltung in Deutschland.

Wie sachsen.de berichtete, fiel der Startschuss für das Vorhaben, das mit einer Gesamtinvestition von 35,5 Mio. Euro zu den umfangreichsten Vorhaben dieser Art zählt. Der Fall reiht sich in eine ganze Serie ähnlicher Projekte ein, die derzeit in verschiedenen Regionen Deutschlands entstehen.

Großprojekt am Störmthaler See

Laut leipzig.de stammen 33,75 Mio. Euro der Investitionssumme aus Strukturwandelmitteln des Bundes, der Rest wird vom Freistaat Sachsen und der SEB getragen. n-tv.de bezifferte die Förderung von Bund und Freistaat aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen auf 33,7 Mio. Euro.

Auf einer Fläche von 42 Hektar sollen laut welt.de Zeltplätze, barrierefreie Ferienhäuser, Wohnmobil-Stellplätze, Gastronomie, ein Abenteuerspielplatz, ein Strandbereich, tierpädagogische Flächen sowie Wohngruppen entstehen.

Konkret werden nach Angaben von leipzig.de auf 7 Hektar Ferienhäuser, Tiny-Häuser, Stellplätze, Spielbereiche und Gastronomie gebaut. Der Bau soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein, wie sachsen.de mitteilte.

Parallele Vorhaben im barrierefreien Wohnbau

Auch abseits von Großpösna entstehen derzeit zahlreiche Projekte für barrierefreies und altersgerechtes Wohnen. In Bad Schlema erfolgte laut freiepresse.de am 7. September 2026 der Spatenstich für eine Seniorenwohnanlage in Modulbauweise am Kurpark auf einem rund 2300 m² großen Grundstück; Investor ist die RTLL Lewerenz Holding AG, die Fertigstellung ist bis Frühjahr 2027 geplant.

In Herrstein-Rhaunen beschloss der Verbandsgemeinderat Anfang September 2026 die Grundlage für den Betrieb eines Kompetenzzentrums, in das im Frühjahr 2027 Sozialstation, Gemeindeschwestern Plus und Pflegestützpunkt einziehen sollen. Geplant sind eine Tagespflege mit 18 Plätzen sowie 16 barrierefreie Mietwohnungen zwischen 45 und 85 m², davon zwei rollstuhlgerecht, wie rhein-nahe-direkt.de berichtete.

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In Barby entsteht laut volksstimme.de der Humanas-Wohnpark mit 28 Einzimmer-Appartements und einem Büro für die Pflegedienstleitung; Bezug ist für Frühjahr 2027 vorgesehen. In Düsseldorf eröffnet das DRK auf dem Campus Gerresheim eine Tagespflege für 19 Gäste sowie 21 Servicewohnungen, das Konzept wurde gemeinsam mit den Sana Kliniken und dem Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf entwickelt, wie carevor9.de meldete.

Weitere Projekte befinden sich in Klingenthal, wo das DRK laut freiepresse.de eine Wohnanlage mit 30 Wohnungen für ältere Menschen am Marktplatz plant, sowie in Kastellaun, wo auf dem ehemaligen StoV-Gelände in zwei Bauabschnitten rund 35 bis 40 Wohneinheiten entstehen sollen.

Nach Angaben von wochenspiegellive.de umfasst der erste Bauabschnitt eine Kernsanierung mit 14 Wohnplätzen für junge Menschen mit Beeinträchtigung zu einem Mietpreis von rund 6,50 Euro/m² durch ISB-Förderung, bei einer Investition von etwa 4,2 Mio. Euro und Fertigstellung bis September 2027. In Hemmoor sollen laut cnv-medien.de bis Ende 2028 im „Seniorenpark am Kreidesee“ über 120 Appartements und Wohnungen entstehen, darunter 32 barrierefreie Wohnungen zum Verkauf und ein Pflegeheim-Neubau mit 90 barrierefreien Einzelzimmern.

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Bestehende Einrichtungen und Jubiläen

Neben Neubauten rücken auch etablierte Angebote in den Fokus. Die GPS-Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen im Barkeler Busch in Schortens feiert ihr zehnjähriges Bestehen; die 2016 eröffnete Einrichtung beherbergt nach Angaben von nwzonline.de 26 Menschen in drei Wohngruppen.

Die Volkssolidarität in Haldensleben beging laut volksstimme.de das 25-jährige Bestehen ihres „Wohnen mit Service“-Angebots in der Alsteinstraße, wo die älteste Bewohnerin 99 Jahre alt ist.

Barrierefreie Freizeitangebote

Auch im Freizeitbereich wächst das Angebot für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Kolpingsfamilie Salzbergen startete laut el-news.de ein Fahrrad-Rikscha-Projekt am Haus St. Josef, für das Spenden und ehrenamtliche Piloten gesucht werden.

Auf Spiekeroog stehen seit Ende August 2026 am Strand zwei Rollstuhlstrandkörbe bereit, gefertigt aus nachhaltigen Materialien wie heimischen Hölzern und PIR-Rezyklaten. Gefördert wird das Angebot durch das Projekt „GemeinSinn“ mit bis zu 6.000 Euro jährlich, ergänzt durch drei weitere barrierearme Strandkörbe, wie tourismusnetzwerk.info berichtete.

Am Unterbacher See in Düsseldorf steht seit dem Sommer 2026 ein barrierefreies Tretboot zur Verfügung, das über eine Rampe für Rollstuhlfahrer zugänglich ist; die Miete beträgt laut wdr.de 30 Euro pro Stunde, das Angebot richtet sich auch an Familien mit Kinderwagen sowie Menschen mit Rollator oder größere Gruppen.

Die Vielzahl der parallel laufenden Vorhaben zeigt, dass barrierefreies Wohnen und inklusive Freizeitangebote derzeit in unterschiedlichsten Regionen und Trägerstrukturen vorangetrieben werden – von kommunalen Bauprojekten über private Investoren bis hin zu ehrenamtlichen Initiativen.

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