BAföG-Reform, Wohnkostenpauschale

BAföG-Reform: Wohnkostenpauschale steigt erst 2027 um 60 Euro

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 23:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Hohe Wohnkosten und verschobene BAföG-Erhöhungen belasten Studierende. Studienkredite boomen, Steuererklärungen bleiben oft ungenutzt.

Studierende unter Druck: Fixkosten fressen 40 Prozent des Einkommens
Ein Student blickt nachdenklich auf einen Laptop mit Finanzdiagrammen, umgeben von Lehrbüchern und einem Budgetplaner in einer Studentenwohnung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Überschreitet dieser Anteil die 50-Prozent-Marke, drohen finanzielle Engpässe.

Besonders die Wohnkosten belasten. In Metropolen wie München, Frankfurt oder Berlin kosten WG-Zimmer im Sommer 2026 zwischen 600 und 800 Euro. Finanzexperten raten deshalb zum Gegensteuern: Stromanbieter wechseln, Versicherungen anpassen, Mobilfunk- und Internetverträge checken. Auch ungenutzte Abos kündigen und Konsumkredite vermeiden – das schafft Spielraum.

BAföG-Reform: Erhöhungen kommen später

Eigentlich sollte die Wohnkostenpauschale zum Wintersemester 2026/27 steigen. Doch nach einer Einigung vom 9. Juli 2026 verschiebt sich die Erhöhung von 380 auf 440 Euro um ein halbes Jahr – wirksam wird sie erst zum Sommersemester 2027.

Auch die Grundbedarfssätze steigen erst später: auf 503 Euro zum Wintersemester 2027/28, auf 563 Euro zum Sommersemester 2029. Immerhin: Ab dem Wintersemester 2028/29 sollen die Freibeträge jährlich um 1,5 Prozent angehoben werden.

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Die Reform bringt auch strukturelle Erleichterungen. Der Leistungsnachweis entfällt ab dem fünften Fachsemester, die Antragstellung wird digitaler. Kritiker bemängeln jedoch die zeitliche Verzögerung – angesichts der aktuellen Wirtschaftslage ein bitterer Beigeschmack. 2024 lag die Zahl der BAföG-Empfänger mit 612.800 Personen auf dem niedrigsten Stand seit der Jahrtausendwende.

Studienkredite boomen – Steuererklärung oft vergessen

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Die Finanzierungslücke treibt Studierende zu Krediten. 2025 stieg die Zahl der Neuabschlüsse um 17 Prozent auf über 15.200 Verträge. Besonders gefragt: der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes mit einem Zuwachs von 40 Prozent und einem effektiven Zinssatz von 3,53 Prozent. Beim KfW-Studienkredit lag der Zins mit 6,53 Prozent deutlich höher – hier stiegen die Neuverträge um 11 Prozent. Insgesamt befinden sich rund 30.300 Studierende in der Auszahlungsphase, das sind 1,1 Prozent aller Studierenden.

Ein oft übersehener Hebel: die Steuererklärung. Finanzfachleute schätzen, dass Studierende im Schnitt rund 1.200 Euro jährlich verschenken, wenn sie keine abgeben. Absetzbar sind Werbungskosten wie Fachliteratur, Fahrtkosten und Homeoffice-Aufwendungen sowie Sonderausgaben für Krankenversicherung und Altersvorsorge. Abgabefrist ist jeweils der 31. Juli des Folgejahres.

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