Autonomes Fahren: Xpeng trainiert KI mit 500 Millionen Euro pro Jahr
06.06.2026 - 21:02:49 | boerse-global.de
Chinesische Hersteller wie Xpeng liefern sich ein erbittertes Rennen mit US-Giganten wie Waymo und Tesla. Der Kampf um die Technologieführerschaft wird immer intensiver – und die Fahrzeuge verzichten zunehmend auf Lenkrad und Pedale.
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Xpeng investiert massiv in KI-Training
Der chinesische Elektroauto-Pionier Xpeng hat seine investitionen in künstliche Intelligenz drastisch erhöht. Rund 500 Millionen Euro jährlich – umgerechnet etwa 41 Millionen Euro pro Monat – fließen derzeit in das Training der KI-Systeme. Das Unternehmen meldet eine Steigerung der Trainingseffizienz um beeindruckende 4.360 Prozent.
Das Herzstück der Bemühungen ist das Vision-Language-Action (VLA) 2.0-System. Es soll laut Unternehmensangaben bereits das Niveau von Teslas Full Self-Driving (FSD) Version 13 erreicht haben. Version 14 ist bereits in der Entwicklung. Xpeng setzt dabei auf ein rein kamerabasiertes System für die Navigation, behält aber Radar als redundante Sicherheitsebene bei.
Besonders interessant: Der Ansatz verzichtet auf Sprach-Tokens als Zwischenschritt. Das Unternehmen begründet dies damit, dass diese die Fahrentscheidungen negativ beeinflussen würden.
Das VLA 2.0-System wird Xpeng-Kunden kostenlos zur Verfügung gestellt. In Tests in Peking im Juni 2026 meisterte das System komplexen Stadtverkehr ohne menschliches Eingreifen. Die Technologie hat bereits externe Partner angezogen: Volkswagen hat die VLA 2.0-Architektur lizenziert und plant den Einsatz in seinen Elektrofahrzeugen ab 2027.
Waymo und Tesla: Der Weg zum fahrerlosen Taxi
Am 3. Juni 2026 präsentierte Waymo seinen neuen Robotaxi „Ojai", gebaut von Zeekr. Das Fahrzeug ist speziell für kommerzielle Flotten in San Francisco, Los Angeles und Phoenix konzipiert. Die Besonderheit: Kein Lenkrad, keine Pedale – nur 29 Sensoren und eine 120-kWh-Batterie sorgen für eine Reichweite von über 500 Kilometern. Die Hardware-Kosten liegen laut Waymo unter 20.000 Euro. Der Dienst Waymo One absolviert derzeit über 150.000 Fahrten pro Woche.
Auch Tesla treibt seine autonomen Pläne voran. Am 3. Juni weitete das Unternehmen seinen Robotaxi-Service auf den gesamten Großraum Austin aus. Zwar ist die Flotte zunächst auf rund 20 Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer begrenzt. Doch Beobachter entdeckten am Giga Texas-Werk 14 neue „Cybercabs" – ebenfalls ohne Lenkräder. Tesla peilt eine Produktion von zunächst 2.500 solcher Fahrzeuge pro Jahr an, unterstützt durch das erwartete bundesweite Self Drive Act von 2026.
Neue Player und Software-Integration
Der Markt für KI-gesteuerte Fahrzeuge lockt auch branchenfremde Unternehmen an. Der chinesische Tech-Riese ByteDance ist eine Partnerschaft mit Seres eingegangen. Das Gemeinschaftsunternehmen Saidou Technology, früher bekannt als Bluetech, wird mit rund einer Milliarde Euro Kapital ausgestattet. Noch 2026 soll ein KI-gestützter Crossover auf den Markt kommen, der Software von ByteDances Volcano Engine nutzt. Das Modell wird sowohl als reines Elektroauto als auch mit Range-Extender erhältlich sein.
Bestehende Hersteller rüsten ihre KI-Fähigkeiten per Software-Update auf. Auf der PIMS 2026 auf den Philippinen präsentierte Tesla am 5. Juni den Model Y L, eine sechssitzige Variante mit 681 Kilometern Reichweite. Das Fahrzeug integriert xAIs Grok-KI-Assistenten, der per Over-the-Air-Update ausgeliefert wird und generative Sprachsteuerung im Innenraum ermöglicht.
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Industrieausbau und Robotik
Trotz personeller Veränderungen – der Leiter der Robotik-Produktentwicklung Shi Xiaoxin hat das Unternehmen verlassen – treibt Xpeng seine Diversifizierung voran. In Guangzhou entsteht derzeit ein 110.000 Quadratmeter großes Produktionszentrum für humanoide Roboter. Noch 2026 soll der „Iron"-Roboter in Serie gehen. Er nutzt das VLA 2.0-System und drei Turing-KI-Chips mit einer Rechenleistung von 2.250 TOPS.
Das globale Ökosystem für autonomes Fahren wird durch neue Hardware-Partnerschaften gestärkt. NVIDIA hat sein DRIVE Hyperion-Ökosystem im Juni 2026 erweitert. Neue Partner sind unter anderem Foxconn, das bis 2028 einen Robotaxi-Start in Taiwan plant, und VinFast.
Auch traditionelle Hersteller drängen auf den chinesischen Markt. Am 5. Juni eröffnete Mercedes-Benz die Vorbestellungen für den GLC EV in China – mit 800-Volt-Architektur und Momenta-basiertem Fahrassistenten. Am selben Tag präsentierte MG den 07 Electric Coupe, das erste Modell mit LiDAR und dem Momenta R7 Enhanced World Model.
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