Autonomes, Fahren

Autonomes Fahren: Waymo meldet 94% weniger schwere Unfälle

27.06.2026 - 19:53:15 | boerse-global.de

Tesla verbessert Airbag-Auslösung, Waymo meldet weniger Unfälle. Neue KI-Technik und rechtliche Hürden prägen die Branche.

Autonomes Fahren: Tesla, Waymo und KI-Durchbrüche im Fokus
Autonomes - Autonomes Auto mit digitalen Overlays, die prädiktive Sicherheitsdaten zeigen, an einer Stadtkreuzung in der Dämmerung. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kameras erkennen Kollisionen früher, KI-Systeme lernen plattformunabhängig, und die Unfallzahlen sinken drastisch. Doch Rückschläge und Rechtsstreitigkeiten bremsen die Euphorie.

Tesla: Airbags lösen 70 Millisekunden früher aus

Tesla hat sein Sicherheitssystem grundlegend verbessert. Seit dem 26. Juni 2026 können die Fahrzeugkameras der Modelle 3 und Y (Baujahr 2022 und neuer) sowie der neueren Model S und X bevorstehende Zusammenstöße vorhersagen. Die Vision-Kamera löst die Airbags bis zu 70 Millisekunden früher aus als herkömmliche Sensoren. Das Update 2025.32.3 wird per Over-the-Air (OTA) aufgespielt und ergänzt die klassischen Aufprallsensoren.

In Australien rollte zudem die Version 14.3.3 des „Full Self-Driving (Supervised)"-Systems aus. Sie reagiert 20 Prozent schneller und kann Gefahren besser einschätzen. Ein aktuelles Beispiel vom 27. Juni zeigt: Das System erkannte frühzeitig, dass ein anderes Fahrzeug die Spur verlassen würde, und verhinderte so einen möglichen Zusammenstoß mit einem Fußgänger.

Waymo: 94 Prozent weniger schwere Unfälle – aber Rückruf

Waymo hat beeindruckende Sicherheitsdaten vorgelegt. Auf 354 Millionen Kilometern autonomer Fahrt gab es 94 Prozent weniger schwere oder tödliche Unfälle im Vergleich zu menschlichen Fahrern. Die Zahl der Unfälle mit verletzten Fußgängern sank um 93 Prozent, die mit Radfahrern und Motorradfahrern um 84 Prozent. Allein in Atlanta legte die Flotte 8,7 Millionen Kilometer zurück – ohne einen einzigen schweren Unfall.

Doch die Technologie hat Schwächen. Waymo musste über 3.800 Robotaxis zurückrufen. Grund: In 13 Fällen erkannte die Software temporäre Straßensperrungen nicht und fuhr mit voller Geschwindigkeit in Baustellen auf Autobahnen. Verletzt wurde niemand. Der Fehler wird per OTA-Update behoben.

KI-Wechsel: Vom Peterbilt zum Volvo ohne Neulernen

Ein Durchbruch gelang dem Startup Waabi. Dessen KI-System wechselte von einem Peterbilt-579-Lkw auf einen Volvo VNL Autonomous – ohne neue Trainingsdaten oder Nachschulung. Diese „Zero-Shot Generalization" ermöglicht den sofortigen Einsatz auf Autobahnen und Landstraßen. Möglich wurde dies in Zusammenarbeit mit Volvo Autonomous Solutions.

Anzeige

Während KI-Systeme die Logistik und Mobilität revolutionieren, fragen sich viele Anleger, wie sie von diesem technologischen Quantensprung profitieren können. Dieser Gratis-Report zeigt, welche Unternehmen bei der nächsten industriellen Revolution durch Robotik und KI die Nase vorn haben. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind

Forscher der University of Pennsylvania entwickelten zudem „HoloRadar". Das System nutzt Radiowellen, um Robotern das „Sehen um die Ecke" zu ermöglichen. Es rekonstruiert 3D-Szenen aus Radarreflexionen und funktioniert selbst bei völliger Dunkelheit. Ideal für komplexe städtische Umgebungen mit eingeschränkter Sicht.

USA lockern Regeln – Europa startet Pilotprojekt

Die US-Regierung passt die Gesetze an. Das Verkehrsministerium schlug im Juni 2026 vor, dass Fahrzeuge für den rein autonomen Betrieb künftig kein Bremspedal mehr benötigen. Die 30-tägige Konsultationsphase läuft. Das würde den Bau spezieller Robotaxis wie dem Tesla Cybercab oder Zoox-Fahrzeugen erheblich erleichtern.

Zoox stellte am 25. Juni sein seriennahes Robotaxi vor. Es hat ein überarbeitetes Interieur mit hochwertigeren Materialien und verbesserten Touchscreens. Die Produktion im kalifornischen Hayward läuft – Ziel sind 100 Fahrzeuge pro Woche. Der Start des Dienstes ist für Ende 2026 geplant, sofern die Behörden zustimmen.

In Europa startete am 26. Juni ein Pilotprojekt in Luxemburg. Es kombiniert Pony.ais siebtes autonomes System mit Stellantis-Fahrzeugen (Level 4) und der Bolt-Ride-Hailing-Plattform. Ziel: Flottenbetrieb und behördliche Koordination testen.

Anzeige

Die technologische Entwicklung schreitet oft schneller voran als die Gesetzgebung, wie die aktuellen Debatten um Robotaxis und Haftungsfragen eindrucksvoll belegen. Erfahren Sie im kostenlosen Report, wo Finanzexperten in diesem dynamischen Markt zwischen KI und Mobilität das größte Potenzial für die Zukunft sehen. Die nächste industrielle Revolution hat bereits begonnen – kennen Sie die Unternehmen dahinter?

Tödlicher Unfall in Texas: Haftungsfrage ungeklärt

Trotz aller Fortschritte bleibt die Rechtslage angespannt. Ein tödlicher Unfall mit einem Tesla Model S in Texas am 25. Juni 2026 entfacht die Bdbebatte um die Haftung bei aktivierten autonomen Systemen neu. Senator Richard Blumenthal forderte am 26. Juni eine Bundesuntersuchung. Er kritisierte die Methoden der Hersteller, Unfälle zu erfassen, die kurz nach der Deaktivierung autonomer Systeme passieren. Der Ausgang dieser Untersuchung könnte die künftige Haftungsverteilung in der Branche maßgeblich beeinflussen.

de | wissenschaft | 69641887 |