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Autonomes Fahren: Waymo-Chef kritisiert Teslas Kamera-only-Strategie

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 05:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Waymo-Co-CEO Dolgov hält Teslas reine Kamera-Technik für Level-4-Fahrzeuge für unzureichend. Lidar- und Radar-Fusion sei für höchste Sicherheit unerlässlich.

Waymo-Chef Dolgov: Teslas Kamera-Strategie ungeeignet für Level-4-Autonomie
Autonomes Fahrzeug mit Lidar- und Kamerasensoren auf dem Dach fährt in der Dämmerung durch eine Stadtstraße. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Waymo-Co-CEO Dmitri Dolgov hat die rein kamerabasierte Autonomie-Strategie von Tesla scharf kritisiert. Für echte Level-4-Fahrzeuge sei diese Technik unzureichend – die Sicherheitslücke sei systembedingt.

Die Debatte um den richtigen Weg zum autonomen Fahren eskaliert. Bei der Y-Combinator-Startup-Schule am 7. August stellte Waymo-Co-CEO Dmitri Dolgov die technische Machbarkeit von Kamera-only-Systemen infrage – eine direkte Kampfansage an Tesla, dessen „Full Self-Driving“-Paket und Robotaxi-Pläne genau auf dieser Technologie basieren. Für Deutschland und Europa, wo die Zulassung autonomer Fahrzeuge gerade erst beginnt, ist die Frage nach der sichersten Sensorik von zentraler Bedeutung.

Die Grenzen der reinen Sicht

Dolgov beschrieb kamerabasierte Systeme als technisch voreilig ausgereizt. Zwar könne reine Bilderkennung für Fahrerassistenz genügen, doch für ein Sicherheitsniveau, das deutlich über dem menschlichen Leistungsvermögen liege, sei die schwache Sensorik ein unüberwindbares Hindernis. Den Weg zur vollen Autonomie verglich er mit einer exponentiellen Leiter der Neunen – jede weitere Steigerung der Zuverlässigkeit werde überproportional schwerer.

Das Kernproblem: Kameras stoßen in anspruchsvollen Umgebungen an ihre Grenzen. Dolgov nannte konkret schwaches Licht, unbeleuchtete Straßen, verschmutzte Linsen und extreme Wetterbedingungen. Zur Illustration verwies er auf einen Sandsturm in Phoenix: Dort erkannte Waymos Lidar-Sensorik einen Fußgänger, den die Kameras des Fahrzeugs nicht erfassen konnten.

Waymo setzt stattdessen auf eine Multi-Sensor-Fusion aus Kameras, Lidar und Radar. Diese Technologien ergänzten sich, statt sich zu duplizieren, so Dolgov. Das Zusammenspiel helfe der künstlichen Intelligenz, weniger zu raten und komplexe Verkehrssituationen sicher zu navigieren.

Zahlen, die für sich sprechen

Die Kritik kommt nicht von ungefähr – die Betriebsdaten der beiden Konkurrenten klaffen gewaltig auseinander. Waymo hat nach eigenen Angaben 220 Millionen Meilen im fahrerlosen Betrieb absolviert, Tesla kommt auf rund 380.000 Meilen. Insgesamt hat Waymo 354 Millionen Kilometer an Fahrdaten gesammelt und vermittelt aktuell etwa 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in 15 US-Städten.

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Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Sicherheit: Daten von Waymo zufolge ist die Unfallrate von Teslas Robotaxis etwa dreimal so hoch wie die menschlicher Fahrer. Eine Studie des IIHS vom April 2025 kommt für Waymo zu einem gegenteiligen Ergebnis: Demnach waren die fahrerlosen Fahrzeuge zwischen 2021 und 2024 in 68 Prozent der Fälle seltener in Unfälle verwickelt als Menschen. In nur 8 Prozent der Kollisionen lag die Schuld bei Waymo-Fahrzeugen.

Regulierung als Weichensteller

Die Sensorik-Debatte beeinflusst zunehmend die Gesetzgebung. In New Jersey hat Uber für ein Robotaxi-Pilotprogramm geworben, das mindestens zwei Sensormodalitäten – etwa Lidar und Radar – vorschreibt. Teslas reine Kamera-Konfiguration wäre damit in diesem Bundesstaat ausgeschlossen.

Dabei bleibt das Verhältnis zwischen Uber und Waymo angespannt. Auf einer Telefonkonferenz am 5. August dementierte Uber-CEO Dara Khosrowshahi Gerüchte über einen Bruch mit Waymo und bezeichnete jüngste Service-Anpassungen in Phoenix als normales Portfoliomanagement.

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Die Konkurrenz schläft nicht: Zoox, das Autonomie-Unternehmen von Amazon, startet am 10. August bezahlte Robotaxi-Dienste in Las Vegas. Die Firma erhielt kürzlich eine kommerzielle Genehmigung der NHTSA für bis zu 5.000 Fahrzeuge über zwei Jahre – nach mehr als 3 Millionen Meilen Testbetrieb mit kostenlosen Fahrten.

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