Autonomes Fahren: Mobileye und Stellantis starten cloudgestütztes System
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 20:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ab 2027 sollen ausgewählte Modelle des Konzerns mit einem cloudgestützten Fahrerassistenzsystem ausgestattet werden, das freihändiges Fahren auf genehmigten Strecken ermöglicht.
Partnerschaft für die nächste Generation
Die Technologie basiert auf Mobileyes EyeQ6L-Prozessor und der sogenannten Road Experience Management (REM) -Plattform. Dabei handelt es sich um ein schwarmintelligentes System: Mehr als acht Millionen Fahrzeuge haben im vergangenen Jahr rund 55 Milliarden Kilometer anonymisierte Daten beigesteuert. Über 95 Prozent der Straßen in den USA und Europa sind bereits kartiert. Fünf der zehn größten Autohersteller weltweit speisen mittlerweile Daten in diese Plattform ein.
Das System erlaubt in dafür freigegebenen Zonen „hands-free, eyes-on“ – der Fahrer darf die Hände vom Lenkrad nehmen, muss aber die Straße im Blick behalten. Die cloudbasierte Architektur ermöglicht hochauflösende Karten und Echtzeit-Updates. Branchenprognosen zufolge könnten die Einnahmen aus ADAS-Technologien im nächsten Jahrzehnt auf umgerechnet rund 82 Milliarden Euro steigen.
Volkswagen setzt auf Rivian-Partnerschaft
Auch Volkswagen treibt die Automatisierung voran – mit einem strategischen Partner. Gemeinsam mit dem US-Elektroauto-Pionier Rivian entwickelt der Wolfsburger Konzern eine neue Cloud-Enabled Architecture (CEA) . Das Ziel: Die Zahl der elektronischen Steuergeräte um rund 25 Prozent reduzieren und gleichzeitig etwa 20 neue Funktionen in die Fahrzeuge bringen.
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Die ersten Modelle mit dieser Architektur sollen 2027 auf den Markt kommen – zunächst mit Fokus auf den chinesischen Markt. Vorgesehen sind fortschrittliche Level-2- und Level-3-Systeme, Vorbereitungen für Level-4-Autonomie laufen bereits. Durch die Effizienzgewinne und softwaregesteuerte Updates peilt Volkswagen bis 2030 eine operative Marge von acht bis zehn Prozent an.
Die entscheidende Rolle der Karten
Kann autonomes Fahren ohne Karten auskommen? Eine klare Antwort kommt von Remco Timmer von HERE Technologies. „Es gibt kein wirklich kartenloses autonomes Fahren“, stellte der Experte klar. Selbst Systeme, die als kartenlos vermarktet werden, griffen im Hintergrund auf Kartendaten zurück – für Voraussicht, Kontext und Redundanz. Karten seien unverzichtbar, um Geschwindigkeitsbegrenzungen zu managen, die Sicht auf Hindernisse zu verbessern und bei der Sensorfusion zu helfen.
Um die Rechenleistung solcher Systeme sicherzustellen, hat Micron am 16. Juli langfristige Lieferverträge mit sieben großen Partnern unterzeichnet – darunter Qualcomm, Hyundai Mobis, HARMAN, Visteon, DENSO, Astemo und JOYNEXT. Die Vereinbarungen sichern die Versorgung mit DRAM- und NAND-Speicherkomponenten für Infotainment, Konnektivität und Fahrerassistenz und legen eine gemeinsame Technologie-Roadmap fest.
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Führungswechsel bei Stellantis
Parallel zur Technologie-Offensive stellt Stellantis die Weichen personell neu. Am 20. Juli übernahm Matt VanDyke die Führung der Ram-Marke. Am 3. August folgt Branden Coté als neuer Jeep-CEO. Beide berichten an Tim Kuniskis – Teil einer Strategie, die Markenleistung nach durchwachsenen Ergebnissen im zweiten Quartal zu verbessern.
Auch für die Kunden gibt es Neuerungen: Ab den 2027er-Modellen der Marken Chrysler, Dodge, Jeep, Ram, FIAT und Alfa Romeo bietet Stellantis die Fernstart- und Stopp-Funktion über die Connect One-App für zehn Jahre kostenlos an. Gleichzeitig sinkt der monatliche Preis für Premium-Konnektivitätspakete.
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