Automobilindustrie: 484 Roboter fahren störungsfrei in Serienproduktion
20.06.2026 - 08:11:37 | boerse-global.de
Gleich mehrere Hersteller und Technologiefirmen melden den erfolgreichen Übergang von Pilotprojekten zur Serienproduktion – und das ohne Produktionsunterbrechungen.
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484 Roboter im Dauerbetrieb: ForwardX automatisiert Chery-Werk
Der chinesische Robotikspezialist ForwardX Robotics hat am 18. Juni 2024 einen Meilenstein vermeldet: Im Chery-Automobilwerk in Dalian sind nun 484 autonome mobile Roboter (AMRs) im Einsatz – und das, ohne dass die Produktion auch nur einen Tag stillstand. Täglich rollen weiterhin rund 1.000 Fahrzeuge vom Band.
Die Flotte ist strategisch aufgeteilt: In der Karosseriefertigung übernehmen 204 Roboter die Logistik für 32 Materialkategorien und decken damit über 80 Prozent des Bedarfs ab. In der Endmontage sind es 280 Roboter, die 95 Materialarten transportieren – das entspricht rund 90 Prozent des gesamten Logistikaufkommens.
Nicolas Chee, CEO von ForwardX Robotics, betont: „Der Erfolg solcher Großprojekte in bestehenden Fabriken hängt von ausgefeilter Orchestrierung und tiefem Prozessverständnis ab." Die Roboter navigieren per Kamera und können so sicher neben Menschen und Maschinen arbeiten.
Vom Labor ans Fließband: Autonomique startet Produktion
Auch bei der Präzisionsmontage tut sich etwas. Das kalifornische Startup Autonomique, ein Spin-off des renommierten SRI International, hat seine „Physical AI"-Plattform in die Serienproduktion überführt. Beim kanadischen Automobilzulieferer F&P Mfg. übernimmt nun ein Zweiarmsystem die Montage von Fahrwerkskomponenten.
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Die Technik basiert auf einem „Generalist-Spezialist"-Modell: Das System beherrscht komplexe Bewegungsabläufe und ist speziell für Just-in-Time-Fertigungen optimiert. Die erwartete Amortisationszeit liegt bei nur 18 Monaten – deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 24 bis 36 Monaten.
Autonomique-CEO Vikrant Tomar kündigte zudem eine strategische Partnerschaft mit F.tech an, um die Technologie weltweit auszurollen. Die Teleoperations-Funktionen stammen von SRI und unterstützen das KI-Training.
99,5 Prozent Erfolgsquote: Sanctuary AI übertrifft Produktionsstandards
Ein weiterer Beleg für die Reife der KI-gesteuerten Robotik lieferte Sanctuary AI. Das Unternehmen erreichte am 18. Juni 2024 bei einem globalen Automobilzulieferer die geforderten Produktionsbenchmarks. Die Herausforderung: ein sogenannter „Steck"-Vorgang, bei dem flexible Kabel in bewegliche Ziele eingeführt werden müssen.
Das System schaffte einen Takt von 2,54 Sekunden pro Vorgang bei einer Erfolgsquote von über 99,5 Prozent. Sanctuary AI setzt auf einen hardwareunabhängigen Ansatz, der strenge Produktionsstandards erfüllt. CTO Olivia Norton stellt klar: „Unser Fokus liegt auf Leistung. Die Systeme müssen die Effizienz des Menschen erreichen oder übertreffen – nur so sind sie in der Hochgeschwindigkeitsfertigung einsetzbar."
