Atemtechniken: 20 Minuten senken Stresshormon um 25%
21.06.2026 - 20:21:57 | boerse-global.de
Eine aktuelle Studie zeigt: Wer bewusst länger ausatmet, geht eher Risiken ein.
Stress, Bluthochdruck oder Erschöpfung belasten viele Menschen im Alltag. Der Vagusnerv gilt dabei als zentraler Hebel, um das Nervensystem gezielt zu beruhigen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Kostenlosen Vagus-Ratgeber inkl. Trainingsvideo anfordern
Ausatmung macht mutiger
Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und der Charité Berlin haben 41 Probanden untersucht. Das Ergebnis: Ein verlängertes Ausatmen führt zu riskanteren Entscheidungen.
Der Grund liegt im Gehirn. Ein verlangsamter Puls und eine gesteigerte Aktivität im ventro-medialen präfrontalen Kortex sowie im Precuneus sind dafür verantwortlich. Diese Regionen bewerten Belohnungsreize. Soyoung Q Park vom DIfE sieht darin Potenzial für die Behandlung von Übergewicht: „Wir könnten Ernährungsentscheidungen positiv beeinflussen.“
20 Minuten senken Stresshormon um 25 Prozent
Atemtechniken helfen auch langfristig. Rund 30 Prozent der Österreicher leiden unter stressbedingten Symptomen. Eine Wiener Studie von 2024 zeigt: Wer dreimal pro Woche Entspannungstechniken anwendet, verbessert nach sechs Monaten seine Aufmerksamkeit messbar.
Der Schlüssel liegt im Cortisolspiegel. Schon 20 Minuten Tiefenentspannung senken das Stresshormon um bis zu 25 Prozent. Auch Natur hilft: 90 Minuten im Grünen reduzieren den Blutdruck.
Die wirksamsten Techniken
Experten setzen auf Methoden, die den Parasympathikus aktivieren – den Teil des Nervensystems, der für Erholung zuständig ist. Eine verlängerte Ausatmung ist dabei zentral.
Eine bewusste Atemführung kann den Blutdruck messbar beeinflussen, wie Studien zu speziellen Entspannungstechniken belegen. Dieser kostenlose Report stellt acht natürliche Maßnahmen vor, um Herz und Kreislauf ganz ohne Medikamente zu entlasten. 8 natürliche Maßnahmen gegen Bluthochdruck gratis lesen
Die verbreitetsten Techniken:
- 4-7-8-Methode: Vier Sekunden einatmen, sieben Sekunden halten, acht Sekunden ausatmen
- Kühlung durch Atmung: Durch die gerollte Zunge einatmen, durch die Nase ausatmen – kühlt den Körper
- Achtsamkeitstraining: Unterbricht belastende Gedankenschleifen und fördert die innere Balance
Zum Internationalen Yoga-Tag im Juni 2026 zeigten Experten, wie Bewegung plus Atemkontrolle Stresshormone effektiv abbaut.
Gefährliche Trends auf TikTok
Trotz aller Vorteile warnen Mediziner vor Missbrauch. In sozialen Medien kursieren sogenannte „Würge-Challenges“. Aktuelle Vorfälle in Norddeutschland zeigen die Gefahr.
Prof. Axel Sauerbrey vom Helios Klinikum Erfurt warnt eindringlich: „Das kann zu schweren Hirnschäden oder zum Tod führen.“ Die US-Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete zwischen 1995 und 2007 bereits 82 Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen durch solche Praktiken. Die Polizei rät zu erhöhter Wachsamkeit bei entsprechenden Trends auf Plattformen wie TikTok.
