Atemtechnik, Hirnforschung

Atemtechnik: 2:8-Rhythmus macht mutiger laut Hirnforschung

29.06.2026 - 04:30:59 | boerse-global.de

Eine Studie zeigt: Der 2:8-Atemrhythmus aktiviert den Parasympathikus und steigert die Risikobereitschaft im Gehirn.

2:8-Atemrhythmus: Studie belegt gesteigerte Risikobereitschaft
Atemtechnik - Eine Person atmet ruhig und konzentriert, symbolisiert Entspannung und bewusste Atemkontrolle. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und der Charité, veröffentlicht im Fachjournal Neuron.

Der 2:8-Rhythmus verändert die Risikobereitschaft

Die Forscher untersuchten 41 gesunde Probanden zwischen 18 und 40 Jahren mittels Hirnscans. Das Ergebnis: Ein Atemrhythmus von zwei Sekunden Einatmung und acht Sekunden Ausatmung aktiviert den Parasympathikus.

Diese Reaktion wirkt direkt auf das Gehirn – besonders auf den ventromedialen präfrontalen Kortex und den Precuneus. Die veränderte neuronale Belohnungsgewichtung lässt Menschen bei Entscheidungen mutiger agieren. Die Autoren sehen darin Potenzial, etwa um Ernährungsentscheidungen zu beeinflussen.

Stress schädigt das Gehirn nachhaltig

Der Effekt von Entspannungstechniken wird vor dem Hintergrund chronischen Stresses besonders relevant. Dauerhafte Ausschüttung von Cortisol und Adrenalin schädigt das Immunsystem und wichtige Hirnareale.

Besonders betroffen sind der Hippocampus und der präfrontale Cortex. Zu den Symptomen zählen Konzentrationsstörungen, eine erhöhte Koffein-Toleranz sowie Adrenalin-Abhängigkeit – Betroffene können dann nur noch unter Zeitdruck Leistung abrufen. Erschöpfungszustände bleiben oft bestehen, selbst bei ausreichend Schlaf.

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Präventionskurse boomen

Bereits 2018 hoben Ulrich Ott und Janika Epe in ihrem Werk die Heilkraft der Yoga-Atmung zur Stärkung des Nervensystems hervor.

In der Praxis zeigt sich das wachsende Interesse an einem breiten Kursangebot. Die Volkshochschule Bad Reichenhall bietet im Sommer 2026 verstärkt Programme mit Qi Gong, Tai Chi, Hatha-Yoga und Stressmanagement an. Viele Kurse sind nach § 20 SGB V als Präventionsmaßnahmen anerkannt.

Regionale Angebote für den Einstieg

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In Berlin-Weißensee starten Anfang Juli Kurse für verschiedene Zielgruppen: sanftes Yoga, Seniorengymnastik, Pilates und Meditation. Die Kosten liegen zwischen 4 und 10 Euro pro Sitzung. Auch im Brandenburger Raum, etwa in Börnicke, gibt es regelmäßige Angebote für Qigong und Meditation.

Die Kombination aus aktueller Hirnforschung und wachsendem Präventionsmarkt deutet darauf hin: Bewusste Atemführung wird fester Bestandteil der therapeutischen Praxis und alltäglichen Stressbewältigung bleiben.

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