ASUS, AMD

ASUS und AMD starten neue KI-Hardware-Offensive

09.05.2026 - 18:20:06 | boerse-global.de

ASUS und AMD präsentieren neue KI-Geräte, während explodierende Speicherpreise die Branche belasten und Hersteller zu Anpassungen zwingen.

ASUS und AMD starten neue KI-Hardware-Offensive - Foto: über boerse-global.de
ASUS und AMD starten neue KI-Hardware-Offensive - Foto: über boerse-global.de

Speicherkrise überschattet die Einführung leistungsstarker KI-Laptops und Server-Beschleuniger.

Die Technologiebranche erlebt dieser Tage einen wahren Produktregen: Zwischen dem 7. und 9. Mai 2026 brachten ASUS und AMD gleich mehrere neue KI-fähige Geräte auf den Markt. Vom „Copilot+“-Laptop bis zum Hochleistungs-Server-Beschleuniger reicht die Palette. Doch die Euphorie wird getrübt durch eine dramatische Verknappung von Speicherchips. Branchenkenner sprechen bereits von „RAMageddon“ – einer fundamentalen Störung der Lieferkette, die Preise explodieren lässt und selbst Giganten wie Apple und Nintendo zu Anpassungen zwingt.

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ASUS setzt auf KI-PCs für Profis und Verbraucher

Der taiwanesische Hersteller ASUS forciert seine Präsenz im Segment der KI-gestützten PCs mit zwei neuen Modellen. Seit dem 7. Mai ist das ExpertBook Ultra (B9406CAA) in den USA erhältlich. Das professionelle Notebook wiegt nur 990 Gramm und wird vom Intel Core Ultra X7 358H angetrieben. Es bietet ein 14-Zoll-OLED-Display mit 120 Hertz, 32 Gigabyte RAM und eine Terabyte-SSD. Der Preis: rund 3.600 Euro. Weitere Konfigurationen mit dem stärkeren Core Ultra X9 und 64 GB RAM sollen im dritten Quartal folgen.

Einen Tag später folgte die Markteinführung des Zenbook A14 (UX3407) in Kanada. Dieses Consumer-Modell setzt auf die Snapdragon X2 Elite-Plattform mit 18 CPU-Kernen und einer neuronalen Verarbeitungseinheit (NPU), die 80 Billionen Operationen pro Sekunde schafft. Damit erfüllt das 990 Gramm leichte Gerät die Anforderungen für die „Copilot+“-Zertifizierung von Microsoft. Bei einer Akkulaufzeit von über 33 Stunden und einem 14-Zoll-OLED-Bildschirm startet der Preis bei umgerechnet rund 1.600 Euro.

Ergänzt wird das Portfolio durch neue Peripherie: Der ROG Strix OLED XG34WCDMS, ein gebogener 34-Zoll-Gaming-Monitor mit 280 Hertz, und der tragbare 12,3-Zoll-Touchscreen ROG Strix XG129C runden die Produktoffensive ab.

AMD bringt KI-Beschleuniger für Standardserver

Auch AMD mischt kräftig mit. Am 9. Mai präsentierte der Chip-Hersteller den Instinct MI350P – einen neuen PCIe-Beschleuniger auf Basis der CDNA-4-Architektur. Gefertigt in einer Kombination aus 3-Nanometer- und 6-Nanometer-Technologie von TSMC, ist die Karte speziell für KI-Inferenz in luftgekühlten Standard-Server-Umgebungen ausgelegt.

Die technischen Daten können sich sehen lassen: 144 Gigabyte HBM3E-Speicher mit einer Bandbreite von 4 Terabyte pro Sekunde bei einer Leistungsaufnahme von 600 Watt. Die theoretische Rechenleistung liegt bei 4,6 Petaflops. Branchenbeobachter sehen eine direkte Konkurrenz zu Nvidias High-End-Lösungen – mit einem berichteten Leistungsplus von 40 Prozent bei FP16/FP8-Berechnungen gegenüber der Vorgängergeneration. Dell, HPE, Lenovo und Supermicro haben sich bereits als Partner für die Integration in ihre Server-Systeme angekündigt.

Im Desktop-Bereich sorgt der weil der Ryzen 7 9850X3D für Schlagzeilen: Der Prozessor fiel am 7. Mai auf ein neues Preistief von umgerechnet rund 430 Euro. Gleichzeitig liefern Spezialanbieter wie Maingear und HP erste Highend-Rechner mit dem Ryzen 9 9950X3D und der neuen Nvidia RTX 5090 aus – Konfigurationen, die schnell die 5.500-Euro-Marke überschreiten.

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„RAMageddon“: Speicherpreise explodieren

Die ganze Produktvielfalt nützt nur wenig, wenn die essenziellen Komponenten fehlen. Und genau das ist die Lage: Der weltweite Speichermarkt leidet unter einer historischen Verknappung. Der Hersteller Adata prognostiziert für das zweite Quartal 2026 einen Preisanstieg von über 40 Prozent für DRAM und NAND. Das Marktforschungsinstitut TrendForce geht sogar von noch drastischeren Sprüngen aus: PC-DRAM könnte um 58 bis 63 Prozent teurer werden, NAND-Flash sogar um 70 bis 75 Prozent im Quartalsvergleich.

Die Ursache liegt in den massiven Investitionen der Cloud-Anbieter, die bis Ende 2027 die Billionen-Euro-Marke überschreiten dürften. Samsung reagiert bereits: Der Konzern will den Bau seiner P5-Fab-2-Anlage in Pyeongtaek um ein halbes Jahr vorziehen – auf Juli 2026. Die Investition: umgerechnet über 110 Milliarden Euro. Doch Entspannung ist frühestens 2028 in Sicht.

Die Folgen sind überall spürbar:

  • Nintendo erhöht den Preis der kommenden Switch 2 in den USA von umgerechnet 420 auf 470 Euro – Grund: gestiegene Speicherkosten.
  • Apple hat das 256-GB-Modell des Mac Mini eingestellt, der Einstiegspreis steigt auf umgerechnet rund 750 Euro. Hochspeicher-Konfigurationen des Mac Studio sind teils mit Lieferverzögerungen von bis zu zehn Wochen konfrontiert.
  • Sony befürchtet rückläufige PS5-Verkäufe im laufenden Geschäftsjahr – ebenfalls wegen knapper und teurer Speicherchips.

Strategische Neuausrichtung: Apple und Intel nähern sich wieder an

Inmitten dieser Krise zeichnet sich eine überraschende Allianz ab. Berichten zufolge haben Apple und Intel eine vorläufige Vereinbarung getroffen. Intel soll demnach ab 2027 M-Serie-Prozessoren für Apples MacBook Air und iPad Pro fertigen – in den eigenen Werken in Chandler, Arizona, unter Nutzung des 18A-P-Prozessknotens.

Hintergrund ist Apples wachsende Abhängigkeit von TSMC, das mit der KI-Nachfrage kaum Schritt halten kann. Die US-Regierung, die verstärkt auf heimische Halbleiterproduktion setzt, soll die Gespräche maßgeblich gefördert haben. Die Nachricht ließ Intels Aktie am 9. Mai um rund 15 Prozent steigen.

Ausblick: Leistung ohne Grenzen – Preise auch?

Die gleichzeitige Markteinführung von KI-Laptops und Server-Beschleunigern zeigt die Richtung: Maschinelles Lernen wird zum Standard – ob auf dem Schreibtisch oder im Rechenzentrum. Doch die wirtschaftliche Realität des „RAMageddon“ bleibt die größte Hürde. Steigende Komponentenkosten zwingen Hersteller zu schmerzhaften Entscheidungen: entweder geringere Margen oder höhere Preise für die Kunden.

Branchenanalysten erwarten, dass die aktuelle Hardware-Generation zwar beispiellose lokale Rechenleistung bietet, das Tempo der Marktdurchdringung jedoch maßgeblich von der Stabilität der Lieferketten abhängen wird. Da Hersteller wie Samsung und SK Hynix bereits bis Jahresende ausverkauft sind, ruhen alle Hoffnungen auf neuen Fertigungspartnerschaften und dem rechtzeitigen Ausbau globaler Produktionskapazitäten.

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