Ashwagandha, BfR

Ashwagandha: BfR warnt vor Risiken für Kinder und Schwangere

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Foodwatch beanstandet Gesundheitsversprechen von Ashwagandha-Marken, während das BfR vor Risiken und uneinheitlichen EU-Regeln warnt.

Ashwagandha-Marken unter Druck: Foodwatch kritisiert Influencer-Werbung
Nahaufnahme von getrockneten Pflanzenwurzeln in einem Mörser auf einem Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln mit dem Pflanzenextrakt Ashwagandha steht zunehmend im Fokus der Verbraucherschutzbehörden und Organisationen. Insbesondere Influencer-Marken, die eine junge und gesundheitsbewusste Zielgruppe ansprechen, sehen sich massiver Kritik ausgesetzt. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen Vorwürfe über irreführende Gesundheitsversprechen sowie das Verschweigen potenzieller gesundheitlicher Risiken.

Kritik an Werbepraktiken bekannter Marken

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat die Marketingstrategien führender Unternehmen im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel beanstandet. Betroffen von diesen Maßnahmen sind More Nutrition, verbunden mit Christian Wolf, die Marke ESN sowie Naturally You, das Unternehmen der Influencerin Pamela Reif.

Den Firmen wird vorgeworfen, für ihre Ashwagandha-Produkte mit Aussagen zu werben, die nicht den gesetzlichen Anforderungen an gesundheitsbezogene Angaben entsprechen.

In den ersten Septembertagen des Jahres 2026 wurden in diesem Zusammenhang Abmahnungen gegen die genannten Anbieter laut. Foodwatch kritisiert, dass die Unternehmen weitreichende Versprechen zur Wirkung des Extrakts abgeben, während gleichzeitig notwendige Warnhinweise für Verbraucher fehlen.

Die Organisation fordert eine transparente Darstellung der Fakten, um eine Irreführung über den tatsächlichen Nutzen und die Sicherheit der Produkte zu verhindern.

Gesundheitliche Warnungen und Risikogruppen

Flankiert wird die Kritik der Verbraucherschützer durch fachliche Einschätzungen von wissenschaftlichen Institutionen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in Veröffentlichungen Anfang September 2026 vor der unkontrollierten Einnahme von Ashwagandha gewarnt.

Demnach sollten bestimmte Personengruppen den Konsum des Extrakts vollständig meiden. Hierzu zählen Kinder, Schwangere und Stillende sowie Personen mit bestehenden Lebererkrankungen.

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Das BfR weist darauf hin, dass die Einnahme von Ashwagandha mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden sein kann. Während die Marketingbotschaften der betroffenen Marken häufig die Förderung von Wohlbefinden und Stressresistenz suggerieren, mahnen Fachleute zur Vorsicht, da die Datenlage zur langfristigen Sicherheit bei hohen Dosierungen und speziellen Nutzergruppen Fragen aufwerfe.

Regulatorische Unterschiede in Europa

Der Umgang mit Ashwagandha innerhalb der Europäischen Union ist nicht einheitlich geregelt, was die aktuelle Debatte zusätzlich verkompliziert. In Dänemark wurde der Verkauf von Ashwagandha-Produkten bereits im Jahr 2023 untersagt. Die dortigen Behörden begründeten das Verbot mit Sicherheitsrisiken, die eine allgemeine Verkehrsfähigkeit ausschließen würden.

Einen anderen regulatorischen Weg hat Polen eingeschlagen. Dort wurden spezifische Höchstmengen für Ashwagandha in Nahrungsergänzungsmitteln festgesetzt, um das Risiko für Verbraucher zu minimieren. Diese internationalen Unterschiede verdeutlichen die anhaltende Unsicherheit über die Einstufung des Stoffs als sicheres Lebensmittelzutat.

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Juristische Argumentation der Branche

Die betroffenen Unternehmen verteidigen ihre Position unter Verweis auf die aktuelle Rechtsprechung. So stützt sich beispielsweise die Marke ESN auf eine Entscheidung des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (OLG) aus dem Juli 2026. Dieses Urteil befasste sich mit der Verwendung des spezifischen Marken-Extrakts KSM-66. Die Branche nutzt solche juristischen Präzedenzfälle, um die Zulässigkeit ihrer Produkte und die damit verbundene Kommunikation zu legitimieren.

Dennoch bleibt die Diskrepanz zwischen der lifestyligen Bewerbung in sozialen Medien und den strengen regulatorischen Anforderungen an Nahrungsergänzungsmittel ein zentrales Thema für Marktbeobachter. Die Auseinandersetzung zwischen Foodwatch und den Influencer-Marken verdeutlicht den zunehmenden Druck auf die Branche, Werbeaussagen stärker mit wissenschaftlichen Fakten und Sicherheitswarnungen in Einklang zu bringen.

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