Arthrose-Risiko: Studie mit 93.000 Erwachsenen findet Zusammenhang mit Fettsäuren
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 02:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine umfassende Untersuchung auf Basis mehrerer großer Langzeitkohorten liefert neue Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Nahrungsfetten und dem Auftreten von Gelenkerkrankungen. Die Studie kombiniert Datensätze der britischen UK Biobank, der U.S. Health and Retirement Study sowie der English Longitudinal Study of Ageing.
Analysiert wurden dabei Daten von mehr als 93.000 Erwachsenen mittleren und höheren Alters, die zu Studienbeginn nicht an Arthrose litten. Ein höherer Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren an den täglichen Gesamtkalorien war in den Daten mit einer niedrigeren Rate neuer Arthrose-Diagnosen assoziiert.
Studiendaten zu ungesättigten Fettsäuren und Gelenkdiagnosen
Laut den im Fachjournal Frontiers veröffentlichten Daten verringerte sich die Diagnosehäufigkeit leicht mit jedem Anstieg der Kalorienzufuhr aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren um einen Prozentpunkt. Bei Personen mit einem hohen Konsum gesättigter Fette wurden hingegen mehr Arthrosefälle verzeichnet.
Auch ein höheres Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren stand mit einer leicht verringerten Rate im Zusammenhang. Diese Verbindung erwies sich jedoch als schwach und war in einer zusätzlichen Analyse nicht mehr nachweisbar.
Die Hauptevidenz der Erhebung geht auf die UK Biobank zurück. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Ergebnisse keinen Kausalnachweis erbringen und sich daraus keine spezifischen Ernährungsziele ableiten lassen. Als möglicher Mechanismus hinter den Beobachtungen wird eine reduzierte Entzündungsaktivität im Körper vermutet.
Zu den empfohlenen Quellen für mehrfach ungesättigte Fette gehören pflanzliche Öle, Nüsse, Samen und fetter Fisch. Auch Oliven- oder Sonnenblumenöl, Walnüsse und Leinsamen werden genannt. Ghee müsse demnach nicht vollständig gemieden, in der Menge jedoch begrenzt werden.
Wirkmechanismen und Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren
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Omega-3-Fettsäuren unterteilen sich im Wesentlichen in Alpha-Linolensäure (ALA) sowie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Während ALA vor allem in Leinsamen, Chiasamen und Walnüssen vorkommt, ist deren körpereigene Umwandlung in EPA und DHA begrenzt. Natürliche Lieferanten von EPA und DHA sind fettreiche Fische wie Lachs, Makrele, Hering, Sardinen und Thunfisch.
Fachberichte empfehlen für Erwachsene ein bis zwei, teils zwei bis drei Fischmahlzeiten wöchentlich. EPA dient zudem als biologische Vorstufe spezialisierter pro-resolving Mediatoren. Fischöl kann dazu beitragen, entzündungsfördernde Moleküle wie Zytokine und Eicosanoide zu verringern, Schmerzen zu lindern und das Gewebe zu schützen.
Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen wie rheumatoider Arthritis deuten Studien darauf hin, dass eine Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit sowie die Zahl geschwollener Gelenke verringern und mitunter den Bedarf an nichtsteroidalen Antirheumatika senken kann.
Das Referenzniveau der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit für gesunde Erwachsene zur Unterstützung der normalen Herzfunktion liegt bei 250 Milligramm EPA und DHA pro Tag. Bei Kapselpräparaten kann der reine Wirkstoffgehalt abweichen; so enthält ein Präparat mit 1.000 Milligramm Fischöl mitunter 180 Milligramm EPA und 120 Milligramm DHA, was zusammen 300 Milligramm entspricht.
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Höhere Dosierungen sollten nicht eigenmächtig erfolgen; bei Herzerkrankungen, Schwangerschaft oder der Einnahme von Gerinnungshemmern ist eine ärztliche Konsultation erforderlich. Auch bei Schalentieren wie Garnelen, Austern oder Tintenfisch wird wegen hoher Purinwerte zu ärztlicher Rücksprache und maximal zwei Mahlzeiten pro Woche geraten.
Medizinische Grenzen ernährungsbasierter Knorpeltherapien
Zur Unterstützung des Knorpels werden neben Omega-3-Fettsäuren häufig Vitamin C zur Förderung der Kollagenbildung sowie Schwefel aus Knoblauch, Zwiebeln oder Eiern diskutiert. Präparate mit Glucosamin oder Chondroitin sollten nur nach ärztlicher Rücksprache genutzt werden. Richtlinien des National Institute for Health and Care Excellence (NICE) sehen für Glucosamin keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz für eine therapeutische Anwendung.
Gleichzeitig betont der aktuelle medizinische Forschungsstand, dass keine Methode existiert, um verschlissenen Knorpel allein über die Ernährung auf die ursprüngliche Dicke zu regenerieren, da das gefäßlose Gewebe nur sehr begrenzte Selbstheilungskräfte besitzt.
Bei Übergewicht gilt eine gezielte Gewichtsabnahme als wirksame Maßnahme zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung: Bereits eine Reduktion des Körpergewichts um fünf Prozent zeigt relevante Effekte, während ein Minus von zehn Prozent zu deutlicheren Verbesserungen führt.
